Bald schwingt die Abrissbirne: Das Müllheimer Schützenhaus muss weichen

Während das Dorf einwohnermässig unterdurchschnittlich gewachsen ist, lässt die Jahresrechnung der Politischen Gemeinde Müllheim keine Wünsche offen. Ein Machtwort gab es dagegen zum Schützenhaus.

Christof Lampart
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Das Schützenhaus auf dem Guggenbühl oberhalb der Steckbornerstrasse sieht seit längerem verlassen aus. (Bild: Reto Martin (6. März 2019))

Das Schützenhaus auf dem Guggenbühl oberhalb der Steckbornerstrasse sieht seit längerem verlassen aus. (Bild: Reto Martin (6. März 2019))

Die Meinungen sind schnell gemacht. 54 Stimmberechtigte haben sich am Dienstagabend in den Singsaal des Schulhauses Wiel in Müllheim zur Rechnungsgemeindeversammlung eingefunden und innert Kürze die Jahresrechnung 2018 einstimmig gutgeheissen. Sie schliesst mit einem Gewinn von gut 117'000 Franken ab, bei einem Gesamtaufwand von rund 8,183 Millionen Franken.

Gemeindepräsident Urs Forster führt im Singsaal im Schulhaus Wiel durch die Rechnungsversammlung. (Bild: Christof Lampart)

Gemeindepräsident Urs Forster führt im Singsaal im Schulhaus Wiel durch die Rechnungsversammlung. (Bild: Christof Lampart)

Gemeindepräsident Urs Forster führte die deutliche Besserstellung gegenüber dem Budget, welches von einem Mehraufwand von lediglich 22'500 Franken ausgegangen war, insbesondere auf deutlich höhere Steuereingänge und Minderausgaben unter anderem beim Zivilschutz und Asylwesen zurück.

Während Müllheim mit einem Eigenkapital von fast acht Millionen Franken gut aufgestellt ist, ist das einwohnermässige Wachstum, wie Forster erklärte, 2018 ein wenig ins Stocken geraten. Demnach wurde die 3000-Einwohner-Schwelle noch nicht überschritten, da das Dorf im vergangenen Jahr nur um 0,5 Prozent gewachsen sei. Das sei deutlich weniger als im kantonalen Durchschnitt, der bei rund einem Prozent liegt, meinte Forster.

Ehre für treue Mitarbeiter

Urs Forster durfte zwei Mitarbeitende der Gemeinde ehren. Sowohl Paul Pfister (Gemeindekanzlei/Finanzverwaltung) als auch Beatrice Widmer (Einwohnerkontrolle) feiern heuer ihr 30-Jahr-Jubiläum als Gemeindeangestellte.

Forster bezeichnete beide als unerlässliche Stützen der Gemeindeverwaltung und überreichte Pfister ein Geschenk. Widmer hingegen wohnte der Versammlung nicht bei, ihre Ehrung soll zeitnah auf der Gemeinde nachgeholt werden. (art)

50 Meter im Guggenbühl, 300 Meter im Heckemos

Auch informierte der Gemeindepräsident darüber, dass man für das alte Schützenhaus im Guggenbühl aufgrund seiner nahen Lage zum Wald aller Voraussicht nach keine Umnutzungsbewilligung seitens des Kantons erhalte. Aus diesem Grund habe man davon abgesehen, dass in der Landwirtschaftszone liegende Gebäude an Dritte zu verkaufen und werde es nun zeitnah abreissen und das Land wieder seinem ursprünglichen Zweck zuführen.

Die 50-Meter-Schiessanlage im Guggenbühl bleibt bestehen. Für weitere Distanzen dient dem Schützenverein die Schiessanlage Heckemos bei der alten Kehrichtverbrennungsanlage.

Todesstoss für das alte Müllheimer Schützenhaus

Der Müllheimer Gemeinderat hat entschieden, das alte Schützenhaus abzubrechen. Abklärungen beim Kanton haben ergeben, dass sich das Gebäude weder als Wohnhaus noch als Gewerbeliegenschaft nutzen lässt.
Stefan Hilzinger