Autofahrer rasen mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde auf der Hochwacht – der Sirnacher Gemeinderat reagiert mit fünf Massnahmen

Nach mehreren Beschwerden über die Verkehrssituation auf der Hochwachtstrasse hat die Sirnacher Gemeindebehörde Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Mit Radarkontrollen und neuer Signalisation will sie nun das Tempo reduzieren.

Roman Scherrer
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Die Kuppe auf der Hochwacht ist für die Verkehrsteilnehmer eine unübersichtliche Stelle.

Die Kuppe auf der Hochwacht ist für die Verkehrsteilnehmer eine unübersichtliche Stelle.

Bild: Roman Scherrer
(6. März 2020)

Erlaubt ist Tempo 80. Für die relativ schmale und teils unübersichtliche Hochwachtstrasse ist das nicht gerade wenig. Auf der Verbindung zwischen Busswil und Sirnach beschleunigen Autofahrer aber auch gerne mal auf über 100 Kilometer pro Stunde. Während gut zweier Wochen waren dort rund 150 Fahrzeuge so schnellunterwegs.

Das zeigen Messungen, welche die Gemeinde Sirnach kürzlich an verschiedenen Stellen auf der Strecke durchführen liess. Spitzenwert dabei: 130 Kilometer pro Stunde. Gemeindepräsident Kurt Baumann sagt:

«Man glaubt es gar nicht, das ist verrückt.»

Grund für die Tempomessung sind Beschwerden aus der Bevölkerung, welche die mangelnde Sicherheit auf der Hochwachtstrasse monierten. Auf verschiedenen Wegen sind solche Meldungen an den Gemeinderat gelangt.

«Glücklicherweise ist es kein Schulweg», sagt Baumann. «Ab und zu sind hier aber Fussgänger und Velofahrer unterwegs.» Und dann könne es zu kritischen Situationen kommen, gerade auf der unübersichtlichen Kuppe auf der Hochwacht, wo auch drei Strassen zusammenkommen.

Kurt BaumannGemeindepräsident Sirnach

Kurt Baumann
Gemeindepräsident Sirnach

Bild: Donato Caspari

Der Gemeindepräsident betont aber auch, dass sich die Mehrheit der Fahrzeuglenker – 85 Prozent – an die Höchst­geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde gehalten haben. Zudem zeigen die Messungen, dass die meisten Verkehrsteilnehmer ihr Tempo auf der Hochwacht-Kuppe anpassen und den Gegebenheiten entsprechend langsamer fahren.

Fünf Massnahmen sollen Situation entschärfen

Dennoch will der Sirnacher Gemeinderat – nach Empfehlung des beauftragten Ingenieurbüros– mit fünf Massnahmen die Situation auf der Hochwachtstrasse entschärfen. So hat er beim kantonalen Tiefbauamt beantragt, bei der Kuppel und bei der Kreuzung mit der Verbindungsstrasse Richtung Wiezikon die Signalisation auf Tempo 60 zu reduzieren.

Die Kreuzung Frecht/Untere Hueb bei Busswil soll zudem künftig mit «kein Vortritt» signalisiert sein. Zwischen der Hügelkuppe und bis zur Unteren Hueb sollen an den Strassenrändern ausserdem sogenannte Leitpfosten platziert und die Strassenränder mit weissen Linien markiert werden.

«Es hat jetzt bereits einige Leitpfosten», sagt Baumann. «Diese sind aber nicht alle normgerecht platziert, das wollen wir nun verbessern.» Die Linien würden dafür sorgen, dass insbesondere in der Nacht die Strassenränder besser erkennbar sind. «Und rein optisch machen sie deutlicher, wie schmal die Strasse ist.»

Des Weiteren beantragt die Gemeindebehörde bei der Kantonspolizei Radarkontrollen und will den Rückschnitt von Sträuchern kontrollieren, welche die Sicht beeinträchtigen. Den Antrag für die neue Signalisation hat der Gemeinderat beim kantonalen Tiefbauamt bereits gestellt. Ohne Einsprachen geht Baumann von einer Umsetzung im kommenden Frühling aus.