Auszeichnung als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung: In der Kartause Ittingen wohnen verschiedene Arten in acht Quartiere

Der neue Verein Fledermausschutz Thurgau hat seine erste Auszeichnung vergeben. Im Rahmen eines Ausflugs übergab er die Plakette an die Kartause Ittingen.

Evi Biedermann
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Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.
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Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus. Elke Hörler und Franziska Heeb übergeben die Plakette an Heinz Scheidegger.
Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.
Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.
Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.
Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.
Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.

Der Verein Fledermausschutz Thurgau zeichnet die Kartause Ittingen als Fledermausquartier von nationaler Bedeutung aus.

Bild: Donato Caspari (8.August 2020)

Eine Plakette wird Besucher demnächst darauf hinweisen: «Hier wohnen Fledermäuse», steht darauf geschrieben. Mit «hier» ist der gesamte Gebäudekomplex der Kartause Ittingen gemeint. Auf dem einstigen Klosterareal befinden sich insgesamt acht Fledermausquartiere.

Überbracht hat die Plakette der Verein Fledermausschutz Thurgau, der am Samstag seine erste Auszeichnung für Fledermausquartiere von nationaler Bedeutung vergab. Weitere sollen folgen. Ziel des im Januar gegründeten Vereins ist es, «die Fledermäuse aus ihren Verstecken zu holen», erklärte Präsidentin Elke Hörler. Will heissen: Die Öffentlichkeit auf die Präsenz der nachtaktiven und geschützten Flatterer aufmerksam zu machen und damit die Arbeit der Thurgauischen Koordinationsstelle für Fledermausschutz zu unterstützen.

Denn kaum eine andere Wildtiergruppe lebt so eng mit den Menschen zusammen wie Fledermäuse. Von den im Thurgau registrierten 20 Fledermausarten quartiert sich im Sommer etwa die Hälfte davon in Gebäuden ein, wo die Tiere in enge Spalten und Ritzen kriechen, sich hinter Fensterläden verstecken oder kopfüber im Gebälk hängen.

Exkremente verraten die Verstecke der Tiere

Auf einem Rundgang führte Franziska Heeb von der Thurgauischen Koordinationsstelle die 30 Vereinsmitglieder zu den acht Quartieren in der Kartause. Diese befinden sich beim Kunstmuseum, bei der Remise, beim Gästehaus, bei der Kornschütte, beim Fehrenhaus, in der Kirche, in der Schreinerei und beim Landwirtschaftsbetrieb, etwas unterhalb der Klosteranlage.

Tiere waren dabei allerdings nicht zu sehen, denn tagsüber ist Ruhezeit. Dafür umso mehr ihrer Exkremente, die in Form von schwarzen Kügelchen den Boden bedecken. Die Fledermausexpertin erklärte:

«Die Kotstellen verraten ihre Standorte.»

Sonst findet man diese nur, wenn man zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und den Wegflug der Tiere beim Eindunkeln oder ihre Heimkehr bei Tagesanbruch beobachtet.

Über 70 Bartfledermäuse hinter den Fensterläden

Von nationaler Bedeutung sind in der Kartause die Bart- und die Fransenfledermäuse. Letztere wurden in der Schreinerei gesichtet. An diesem Standort, der als einziger von innen besichtigt wurde, mussten alle Teilnehmer Masken anziehen und sich beim Eingang die Hände desinfizieren. Die Tiere haben eine hohe Priorität und gelten als potenziell gefährdet.

Bei den Bartfledermäusen ist es die Grösse der Population, die ihr nationale Bedeutung verleiht. Beim Museumseingang etwa zählte Franziska Heeb heuer über 70 Tiere.

«Inzwischen wissen wir, dass sie hinter allen Fensterläden sind.»

Weiter gibt es in der Kartause auch Zwergfledermäuse, den kleinen Abendsegler und in der Kirche vermutlich auch Langohrfledermäuse. Letztere sind ebenfalls von sehr hoher nationaler Bedeutung.