Ausgeschwoooft: Die erste Ausgabe der neuen Thurgauer Messe in Frauenfeld fällt dem Corona-Virus zum Opfer

Die Messe «Schwooof» auf dem Areal der Frauenfelder Zuckerfabrik ist abgesagt. Verlust: mehrere hunderttausend Franken. Nächstes Jahr will der Veranstalter einen neuen Anlauf nehmen.

Mathias Frei
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Blick auf das Messeareal bei der Zuckerfabrik Frauenfeld.

Blick auf das Messeareal bei der Zuckerfabrik Frauenfeld.

(Bild: Donato Caspari)

Erste Befürchtungen hatte Andreas Künzli bereits vor anderthalb Wochen – als der Bund ein landesweites Verbot für Veranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern erliess. Vergangene Woche dann musste der Geschäftsführer und Inhaber der Messeveranstalterin Maurer + Salzmann AG eine Messe in Winterthur absagen. Und nun die «Schwooof», die neue Thurgauer Messe in Frauenfeld auf dem Areal der Zuckerfabrik.

Andreas Künzli organisiert die neue Thurgauer Messe «Schwooof».

Andreas Künzli organisiert die neue Thurgauer Messe «Schwooof».

(Bild: Reto Martin)

Vom 18. bis 22.März hätte sie stattfinden sollen. Aber: «Unter Berücksichtigung aller Faktoren ist eine Durchführung der Messe nicht verantwortbar, und wir sind leider gezwungen die ‹Schwooof› 2020 abzusagen.» Es hätte ein erfolgreicher Neuanfang der Frühjahrsmesse-Tradition werden sollen. Mit 130 Ausstellern war die neue Messe, die «Schwooof», ausgebucht. Viereinhalb Tage hätte sie dauern sollen – fast doppelt so lang wie die letzte Thurgauer Frühjahrsmesse im Jahr 2018. «Die ‹Schwooof› wäre eine coole Geschichte geworden», sagt Künzli.

«Aber jetzt ist es eben so, wie es ist.»

Messe-Zielpublikum der über 65-Jährigen

Es wäre nicht nachhaltig gewesen, etwas durchboxen zu wollen, meint der neue Messemacher. «Momentan wäre eine Durchführung zwar gesetzlich immer noch möglich.» Im Hinblick auf die steigende Infektionszahl und die verschärften Massnahmen sei aber anzunehmen, dass das Verbot für Grossveranstaltungen verlängert werde.

«Als Veranstalter sind wir uns auch der Verantwortung bewusst, dass die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten höchste Priorität hat.»

Das sagt Künzli. Kommt hinzu, dass Personen über 65 Jahren ausdrücklich vom Besuch von Grossveranstaltungen abgeraten wird. «Dies bedeutet, dass der ‹Schwooof› auch ein bedeutender Teil des Zielpublikums fehlen würde.» Auch eine Verschiebung der Messe sei geprüft worden, finanziell aber nicht tragbar.

Zuletzt fielen dem Virus in Weinfelden drei Messen zum Opfer. In Frauenfeld waren bis Sonntagabend zwischen 50 und 60 Prozent der Aufbauarbeiten bereits ausgeführt. Künzli sagt:

«Am Montagvormittag hat der Rückbau begonnen.»

Bis Ende Woche sei man damit fertig. Die baulichen Belange seien das eine, die Aussteller, die ganze Kommunikation und das gebuchte Programm das andere. Künzli kann den Schaden noch nicht genau beziffern. Er rechnet aber mit mehreren hunderttausend Franken Verlust. «Höhere Gewalt lässt sich schlecht versichern.» Man werde deswegen aber den Kopf nicht in den Sand stecken.

«Wir sind gewillt, kommendes Jahr nochmals einen Anlauf zu nehmen für die ‹Schwooof›, wobei das auch von den involvierten Personen abhängt.»

Das meint Messemacher Künzli. Tröstlich sei höchstens, «dass wir nichts dafür können». Das sei auch den Ausstellern und dem Publikum bewusst.

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld.

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. 

(Bild: PD)

Frauenfelds Stadtpräsident Anders Stokholm hörte am Montagvormittag von der Messeabsage. Er spricht von einem vernünftigen Schritt. «Natürlich ist es sehr bedauerlich, aber die Veranstalter handeln verantwortungsbewusst.»

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