Christian Neuweiler, Präsident IHK Thurgau, zum Fachkräftemangel: «Ausbilden. Und weiterbilden.»

Interview mit dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Thurgau, Christian Neuweiler, zur Situation der Thurgauer Industrie.

Thomas Griesser Kym
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Christian Neuweiler, Präsident der IHK Thurgau. (Bild: Thomas Hary)


Christian Neuweiler, Präsident der IHK Thurgau. (Bild: Thomas Hary)

Christian Neuweiler, wie beurteilen Sie als Präsident der IHK Thurgau den Fachkräftemangel?

In der Industrie ist ein Fachkräftemangel zu spüren, nachdem die Auftragslage in den Unternehmen deutlich besser geworden ist. Sie sind darum auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen.

Was sollten Unternehmen selber tun im Kampf gegen den Fachkräftemangel?

Ausbilden, ausbilden, ausbilden. Und weiterbilden. Selber ausgebildete Lehrlinge sind die besten Fachkräfte für ein Unternehmen. Auch Erwachsene können heute eine Lehre machen oder sich entsprechend weiterbilden.

Thurgauer Firmen haben jüngst in einer Umfrage angeregt, in der IT und der Digitalisierung in die Offensive zu gehen. Was läuft hier?

Der IHK-Vorstand hat der Kantonsregierung vorgeschlagen , in Kreuzlingen einen IT-Cluster aufzubauen. Unserer Pädagogischen Hochschule könnten ein IT-Institut und ein Technopark angegliedert werden, um junge Start-up-Firmen mit hoher Technologiekompetenz anzulocken.

Ihre IHK und jene von St. Gallen-Appenzell haben den Massnahmenplan «Soft­urbane Ostschweiz» erarbeitet, der den urbanen Lebensstil mit höchster Wohn- und Freizeitqualität verbindet. Wie kann der Thurgau sonst noch attraktiver werden?

Hier spielen auch Kulturanlässe eine wichtige Rolle. Eine junge Frau eines Start-ups im Technopark Winterthur hat gesagt: «Den Thurgau kenne ich nur vom Open Air Frauenfeld.»

Fachkräftemangel im Thurgau: Düstere Aussichten

Eine Umfrage bei Thurgauer Unternehmen fördert zutage: 61 Prozent betrachten den Fachkräftemangel in ihrer Branche als grosses Problem. Sie fordern, dass der Thurgau völlig neu vermarktet werden soll – weg vom «verfaulten Apfel-Image».
Sebastian Keller