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Aus Routineeingriff wird Notfall in Kreuzlinger Klinik

Eine Frau lässt sich in der Klinik Seeschau die Eileiter spülen. Wegen einer Infektion im Bauchraum braucht sie vorübergehend einen künstlichen Darmausgang.
Thomas Wunderlin
Die Klinik Seeschau in Kreuzlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Die Klinik Seeschau in Kreuzlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Eine 28-jährige Frau wurde gemäss «Sonntagsblick» in der Kreuzlinger Klinik Seeschau Opfer eines ärztlichen Kunstfehlers. Um mit Sicherheit schwanger zu werden, liess sie sich wenige Monate vor ihrer Hochzeit die Eileiter durchspülen.

Bei der Routineoperation durchstach der Gynäkologe offenbar mit einem Instrument den Darm der Patientin. Als diese wieder zu Hause war, spürte sie starke, stechende Schmerzen. Der Gynäkologe beruhigte am Telefon: Das sei nicht ungewöhnlich, die Schmerzen würden abklingen. Er riet zu einem Einlauf.

In der Nacht wurde die Frau notfallmässig im Kantonsspital Schaffhausen operiert. Austretender Darminhalt hatte eine Infektion im Bauchraum verursacht. Gemäss dem Bericht bestand akute Lebensgefahr.

Strafverfahren gegen Belegarzt läuft

Inzwischen hat sich die Patientin einigermassen erholt und arbeitet wieder Vollzeit. Mehrere Operationen waren nötig. Ein zwischendurch angelegter künstlicher Darmausgang ist wieder entfernt worden.
Der Weinfelder Anwalt Stefan La Ragione hat im Namen der Frau ein Strafverfahren gegen den Belegarzt eingeleitet. Die Klärung der Haftungsfrage steht noch am Anfang. Der Anwalt bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung den geschilderten Ablauf der Krankengeschichte.

Christian Juchli, Direktor und Verwaltungsratspräsident der Klinik Seeschau, schreibt auf Anfrage: «Leider kann es auch bei Eingriffen, die von erfahrenen Fachärzten durchgeführt werden, und insbesondere auch bei Routineeingriffen, zu Komplikationen kommen.» Der Facharzt weise in jedem Fall auf solche Risiken hin.

Für Eingriffe wie den geschilderten sei eine Kurzhospitalisierung von zwei bis drei Tagen die Regel. Die Patientinnen würden in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen und dann vom jeweiligen Belegarzt in seiner Facharztpraxis nachbetreut. Wie der Klinikdirektor weiter schreibt, ist es ihm aufgrund des Arztgeheimnisses untersagt, Patientendaten mit Dritten zu diskutieren.

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