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Das «Out In The Green Garden» in Frauenfeld: Aus Liebe zur Musikkultur

Über 2000 Besucher genossen am dreitägigen «Out In The Green Garden»-Festival im Murg-Auen-Park Nischenmusik. Dass die Partygänger aus Lärmschutzgründen jeweils ab Mitternacht unter der Autobahnbrücke feierten, funktionierte gut.
Florian Beer
Trap-Hip-Hop aus Zürich: Akira & P. Vlex. (Bild: Reto Martin)

Trap-Hip-Hop aus Zürich: Akira & P. Vlex. (Bild: Reto Martin)

«Morgenstund’ hat Gold im Mund», heisst es. Das gilt am Sonntagvormittag im Murg-Auen-Park vor allem für die kleinen Besucher. Derweil lassen es ihre Eltern und die Veranstalter des «Out In The Green Garden»-Festivals etwas gemächlicher angehen. Gemütlich sitzt man im Schatten, unter kleinen Festzelten oder im Backstage-Bereich zusammen, geniesst den Kaffee und die Sonnenstrahlen. Ganz anders die Kinder, die ihren letzten Ferientag auskosten wollen. In der Jam-Jurte dürfen sich die kleinen Musikerinnen und Musiker an Schlagzeug, Djembé und Xylofon austoben und so den gestandenen Künstlern nacheifern, die am Freitag und Samstag den Festivalbesuchern schon eingeheizt haben.

Abends am Festivalflohmarkt. (Bild: Reto Martin)

Abends am Festivalflohmarkt. (Bild: Reto Martin)

Buchhändlerin Marianne Sax erzählt Märchen

«Es ist schön, die vielen Kinder hier zu haben und zu sehen, dass das Kinderprogramm funktioniert», freut sich David Nägeli vom Veranstalterverein. Man habe diesen Programmpunkt schon seit einigen Jahren auf dem Plan gehabt, dieses Jahr habe man das erste Mal die Kapazität dafür gehabt. Dafür habe man extra einen kleinen musikalischen Anteil gekürzt, um das Geld in diese Finanzierung zu stecken und Personal aufwenden zu können. Am Nachmittag ist zudem eine Märchenstunde mit Buchhändlerin Marianne Sax angesagt. Mit dem Kinderprogramm finde nun noch mehr Durchmischung statt als ohnehin schon.

In der Jam-Jurte. (Bild: Reto Martin)

In der Jam-Jurte. (Bild: Reto Martin)

Die achte Ausgabe des «Out In The Green Garden» sei wieder ein voller Erfolg gewesen, sagt Nägeli. Zum einen habe das am Wetter gelegen, das sich am Donnerstag etwas abgekühlt habe, zum anderen aber auch am Publikum und der friedlichen Stimmung. «Die Sanitäter und Securitas hatten keinen einzigen Einsatz», sagt Nägeli. Das Festival sehe auch jedes Jahr besser aus, weil man die Dekorationen der letzten Jahre immer behalte, wieder aufstelle und Neues hinzufügen würde. Die Vorbereitung und Arbeit für dieses Festival sei ein grosses Miteinander. Jeder helfe jedem und trage zum Gelingen des Projektes bei.

Farbig beleuchtetes Gelände. (Bild: Reto Martin)

Farbig beleuchtetes Gelände. (Bild: Reto Martin)

Auf die Friedheimer Spatzen folgen Hip-Hop- und Indie-Acts

Eröffnet wurde das «Out In The Green Garden» am Freitag traditionell von den Friedheimer Spatzen, einer Band bestehend aus psychisch und körperlich eingeschränkten Musikern aus dem Thurgau. Anschliessend spielten vor allem Hip-Hop- und Indie-Acts aus dem In- und Ausland. «Etwa die Hälfte der Musiker kommt aus der Schweiz, die weiteste Anreise hatte Jonathan Bree aus Neuseeland», sagt Nägeli.

Besucherinnen an einem Flohmarktstand. (Bild: Reto Martin)

Besucherinnen an einem Flohmarktstand. (Bild: Reto Martin)

Neu war dieses Jahr auch die Unterteilung in zwei Festareale A und B. Während auf ersterem Besucher bis Mitternacht Livemusik genossen, konnten sich jene, die auf Electronica standen, auf dem neu geschaffenen B-Gelände bis ins Morgengrauen austoben. Aus lärmschutztechnischen Gründen wurde dieser Teil des Festivals unter die Brücke an der Militärstrasse verlegt.

Vor der Bühne. (Bild: Reto Martin)

Vor der Bühne. (Bild: Reto Martin)

Das Fazit von David Nägeli fällt positiv aus. Am Freitag wurde die neue Maximalkapazität von 1000 Besuchern um 23 Uhr erreicht, am Samstag zwischen 20 und 21 Uhr. Von einem Abfallproblem, wie an anderen Open Airs, könne man nicht sprechen. Das Fetzle am frühen Sonntagmorgen ergab nur einen kleinen Haufen Müll. «Vielleicht gehen die Besucher sorgfältiger damit um, weil sie wissen, dass wir ehrenamtlich und nicht-kommerziell arbeiten», mutmasst Nägeli. Besucher wie auch Veranstalter kämen aus Liebe zur Musik und Kultur. Solange das möglich sei, werde man auch in Zukunft das «Out In The Green Garden» organisieren.

Bezahl', was du kannst

Das «Out In The Green Garden» fand am Wochenende zum achten Mal statt. Angefangen auf einem LKW-Anhänger hat sich das Festival mittlerweile etabliert und ist erfolgreich. Kommerz ist ein Fremdwort, gearbeitet wird ehrenamtlich und ohne Profit. Man wolle keine Mainstream-Bands, sondern lieber Musiker aus der Nische, sagt David Nägeli vom Veranstalterverein. Die Besucher bestimmen selber, wie viel Eintritt sie bezahlen wollen. Jeder soll das Festival geniessen können, unabhängig vom eigenen Vermögen. «Wir wollen, dass man sich damit auseinandersetzt, wie viel einem Kultur wert ist.» (fbe)

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