Aus Angst vor dem Coronavirus: Im Thurgau werden die Atemmasken knapp

Die Thurgauerinnen und Thurgauer decken sich mit Hygienemasken ein. Kaum eine Apotheke hat noch welche auf Lager.

Lukas Belic
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Ein Asiate schützt sich mit einer Atemmaske vor dem Coronavirus.

Ein Asiate schützt sich mit einer Atemmaske vor dem Coronavirus.

Bild: EPA

Die meisten grösseren Apotheken im Thurgau haben keine oder nur noch wenige Atemmasken auf Lager. Nachschub, so sagen die Mitarbeiter der Apotheken, gebe es erst in rund zwei Wochen. Der Grund: Die Angst vor dem Corona-Virus.

Eine Schleichkatzenart als Überträger?

Im Dezember 2019 häuften sich in der chinesischen Stadt Wuhan schwere Lungenentzündungen. Dahinter steckt ein neuartiges Virus, das seither unter dem Namen Coronavirus für Schlagzeilen sorgt. Die Herkunft des Virus ist nicht ganz geklärt. Anfangs vermutete man, Schlangen, Kaninchen oder Fledermäusen als Überträger, da diese Tiere in grossem Masse auf dem Wuhaner Grossmarkt gehandelt werden. Der neue Hauptverdächtige ist der Fleckenmusang, eine Schleichkatzenart. (lub)

Minimieren die Hygienemasken wirklich die Gefahr einer Ansteckung? Roland Engeli, Betriebsleiter der Apotheke und Drogerie Aemisegger in Weinfelden, sagt: «Die Masken wirken wie eine Barriere vor dem Mund und schützen vor einer Übertragung über die Mund- und Nasenschleimhaut.» Er sagt aber auch: «Die Hygienemasken schützen nur bedingt.» Eine Infektion hänge von vielen Faktoren ab: Wie lange man den Viren ausgesetzt sei, wie lange man die Maske zwischenzeitlich entfernt. «Praktisch sind sie in grossen Menschenmengen», sagt Engeli.

Die Zwischenhändler haben keine Schutzmasken mehr

Aber wieso herrscht gerade ein Engpass von Hygienemasken? Der Grossteil der Apotheken bezieht sie beim gleichen Zwischenhändler, der Firma Voigt AG Pharma Grosshandel aus Romanshorn. Den Mangel erklärt diese so:

«Die aktuelle Nachfrage übersteigt die kurzfristige Lieferfähigkeit der Hersteller. Dies haben wir eine Zeit lang durch unser Grosshandelslager abfangen können.»

Die Lagerbestände seien jetzt aufgebraucht. Und die Hersteller könnten kurzfristig keinen Nachschub liefern.

Aber warum trägt im Thurgau niemand eine Maske? Aus den Apotheken heisst es: Einige kauften die Masken, um sie Verwandten zu schicken, die sich in China aufhalten. Andere bräuchten sie selber für eine Asienreise. Die meisten liegen aber wahrscheinlich zu Hause bereit, falls die Gefahr einer Ansteckung steigen würde. Auch wenn in der Schweiz bisher noch kein bestätigter Fall einer Infektion vorliegt, scheinen sich die Thurgauerinnen und Thurgauer bereits vorzubereiten.

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