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Aufs Maul sitzen ist nicht die Stärke des Captains aus dem Thurgau

An der Faustball-WM von Mitte August in Winterthur zählt Wigoltingens Ueli Rebsamen zu den Schlüsselspielern. Sein Leistungsgedanke und seine professionelle Einstellung kommen in der Nationalmannschaft gut an, im Vereinsleben ist er damit aber schon angeeckt.
Fabio Baranzini
Ueli Rebsamens Sprungservice diente als Vorlage für das offizielle WM-Logo. (Bild: Fabio Baranzini)

Ueli Rebsamens Sprungservice diente als Vorlage für das offizielle WM-Logo. (Bild: Fabio Baranzini)

Ueli Rebsamen ist der Leader der Schweizer Faustball-Nationalmannschaft. Er bringt Emotionen ins Spiel und sorgt mit seinen wuchtigen Angriffen und seinem Sprungservice für die Power im Angriff. Wenn es wichtig wird, übernimmt der 28-Jährige die Verantwortung. Egal ob auf oder neben dem Platz. Das ist für Rebsamen, der schon 72-mal das Nationaltrikot getragen hat und damit der erfahrenste noch aktive Spieler ist, selbstverständlich.

Einerseits gehört das für ihn zu seinem Job als Captain des Nationalteams, andererseits entspricht es aber auch seinem Naturell. «Aufs Maul sitzen ist nicht meine Stärke. Auch wenn es manchmal wohl besser wäre», sagt Rebsamen. «Wenn mir etwas nicht passt, dann stehe ich hin und spreche es an.» Aber Rebsamen spricht die Dinge nicht nur an, sondern er packt auch mit an, um sie zu verbessern. So ist er im Nationalteam unter anderem für die Auswahl der Ausrüstung verantwortlich und bringt sich auch bei der Organisation der Verpflegung während der Turniere ein. «Das gehört beides nicht zum Amt des Captains, aber ich will alles dafür tun, dass wir Erfolg haben.»

Der Sport kommt bei Rebsamen vor den Ferien

«Alles für den Erfolg tun» – das ist die Konstante, die sich durch die Karriere von Ueli Rebsamen zieht. Mit zwölf Jahren begann er, auf Drängen eines Schulkollegen in Elgg Faustball zu spielen. Kurz darauf gab er die Sportarten Fussball, Unihockey, Radsport und Jugi zu Gunsten des Faustballs auf. Rebsamen durchlief sämtliche Nachwuchsabteilung in Elgg, absolvierte im Alter von 15 Jahren seine ersten Einsätze in der NLA-Equipe des Vereins und stiess mit 20 erstmals zur A-Nationalmannschaft. Seither ist er ohne Unterbruch mit dabei – seit drei Jahren als Captain.

Faustball prägt das Leben von Ueli Rebsamen. Seit Jahren plant er alle seine Aktivitäten um den Faustballsport herum. Seine Ferien investiert er praktisch ausschliesslich in seinen Sport. «Das ist natürlich nicht immer einfach, aber solange ich Faustball spiele, will ich das erfolgreich tun und das geht auf diesem Level nur, wenn ich alles andere dem Sport unterordne», sagt Rebsamen, der in der NLA für Wigoltingen spielt. Diese Einstellung fordert der Routinier nicht nur von sich selber, sondern auch von seinen Teamkollegen. Etwas, das in der Vergangenheit insbesondere auf Vereinsebene nicht immer gut angekommen ist. In seinem Stammverein Elgg kam es deswegen einst zu Diskussionen, sodass Rebsamen sich entschied, nach Wigoltingen zu wechseln. Das war vor fünf Jahren. Mit den Thurgauern ist Rebsamen mittlerweile viermal Meister und dreimal Cupsieger geworden.

«Auf dem Platz zieht Ueli die Mannschaft mit»

Im Nationalteam kommen die Tugenden von Rebsamen gut an. Das belegt auch die Aussage seines Teamkollegen Malik Müller: «Auf dem Platz ist Ueli ein Aggressivleader, der die Mannschaft mitzieht und mit seinem Einsatz ein Vorbild ist. Neben dem Platz ist er immer für ein Spässchen zu haben, haut aber auch mal auf den Tisch, wenn ihm etwas nicht passt.»

Rebsamens mentale Stärke könnte für die Schweizer Nationalmannschaft im August besonders wertvoll sein. Dann will sie an der Heim-WM in Winterthur den Coup schaffen. «Natürlich ist der WM-Titel ein sehr hohes Ziel und es braucht nicht viel, dass es schief geht. Aber wenn wir uns nicht den Titel zum Ziel setzen, müssen wir gar nicht antreten», sagt Rebsamen.

Vom 11. bis 17. August findet in Winterthur die Faustball-WM statt. Tickets und alle weiteren Informationen gibt es im Internet unter www.fistballmwc.com.

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