Aufkleber gegen Arbeitslosigkeit
«Auf Bewerbungen folgen meistens nicht einmal mehr Absagen»: Markus Bauer aus Frauenfeld will sich nicht mit seiner Arbeitslosigkeit abfinden

Markus Bauer aus Frauenfeld sucht verzweifelt nach Arbeit. Angebote bekommt der 58-Jährige bisher allerdings nur dubiose.

Samuel Koch
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«Ich suche Arbeit» steht gross auf dem Auto von Markus Bauer.

«Ich suche Arbeit» steht gross auf dem Auto von Markus Bauer.

Bild: Samuel Koch

Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. Markus Bauer fühlt sich trotz überstandener Coronaerkrankung fit genug, um zu arbeiten. Die Suche nach einer Stelle gestaltet sich jedoch schwierig, wie der 58-jährige Familienvater aus dem Ergaten-Quartier erzählt. «Auf Bewerbungen folgen meistens nicht einmal mehr Absagen», sagt Bauer. Er sei sich zwar für keine Arbeit zu schade, aber «halt dem Alter angepasst», wie er sagt.

Trotz schwieriger Zeit steckt der Frauenfelder seinen Kopf nicht in den Sand. Kurzerhand hat er für seinen Mazda drei grosse Aufkleber produzieren lassen. «Ich suche Arbeit», steht nun weiss auf schwarzem Lack, dazu zwei Hände und seine Handynummer. «Diese Beschriftung habe ich seit Dezember», sagt Bauer. Angebote erhält er bisher aber höchstens von dubiosen Firmen, die nach dem illegalen Schneeballprinzip arbeiteten. Solche Unternehmen würden das Gewerbe kaputtmachen, ist Bauer überzeugt. Deshalb sucht er weiter, und viel lieber nach ehrlicher Arbeit.

Zuletzt befristet in der Zuckeri

Arbeitslos ist Bauer seit dem Jahr 2017, als der ausgebildete Fotolitograf wegen eines fehlenden Grossauftrags seine Stelle verlor. «Seither konnte ich leider nie mehr richtig Fuss fassen», sagt Bauer, der zuletzt während der Zuckerrüben-Kampagne befristet die Fahrzeugwaage betreute. Das habe garantiert auch mit seinem Alter zu tun. Er betont:

«Als Jammeri will ich aber nicht rüberkommen.»

Vielmehr hat Bauer einfach Lust und Energie, um zu arbeiten. Bei der Stellensuche fokussiert er auf zwei ganz unterschiedliche Richtungen. Sein grösster Traum wäre es, wieder im Fotobereich zu arbeiten. Sonst kann er sich auch gut vorstellen, sich in Richtung Arbeitsagogik umschulen zu lassen. Bis dahin schreibt er Bewerbungen, er wartet und hofft auf möglicherweise bald den richtigen Anruf.