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Neunforner Pfarrer Bruno Ammann macht sich auf zu neuen Wegen

Während fast zehn Jahren bestimmte Bruno Ammann als Pfarrer das Geschehen der evangelischen Kirchgemeinde. Jetzt wohnt er mit seiner Familie in Bürglen und tritt am Freitag seine neue Stelle an.
Therese Schurter
Bruno Ammann (mit den Händen gestikulierend) bei einem Auftritt mit dem Männerchor. (Bilder: Therese Schurter)

Bruno Ammann (mit den Händen gestikulierend) bei einem Auftritt mit dem Männerchor. (Bilder: Therese Schurter)

Der wehmütige Abschied ist nun schon ein paar Tage her. Seit dem Abschiedsgottesdienstag Mitte Januar hatte Bruno Ammann, langjähriger Pfarrer der evangelischen Kirchgemeinde Neunforn, Zeit, mit seiner Frau Cordula und Sohn Aaron die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

Jetzt steht mit der Vollzeitstelle in Bürglen, zu welcher er morgen Freitag startet, ein neues Kapitel an für den beliebten Pfarrer, der in Neunforn im August 2009 als Pfarrverweser angetreten war. Er studierte berufsbegleitend an der Theologischen Fakultät Zürich, um als Pfarrer gewählt zu werden, was die Kirchenstimmbürger im November 2012 einstimmig nachholten.

Beruf als Berufung, Gemeinde als Gemeinschaft

Geboren und aufgewachsen in Weinfelden, wollte Bruno Ammann schon immer im sozialen Bereich arbeiten. Doch nach der Sek absolvierte er – eher als Verlegenheitslösung – die KV-Lehre bei der TKB. Ein Diakon in seiner Jugendzeit in Weinfelden inspirierte ihn, sich ebenfalls dafür ausbilden zu lassen und an verschiedenen Sozialstellen tätig zu werden. Mit der Zeit wurde ihm jedoch die Beschränkung auf die Jugendarbeit zu eng. Er wollte breiter gefächert und mit allen Altersstufen arbeiten, daher sein Werdegang zum Pfarrer.

Familie Ammann: Sohn Aaron, Frau Cordula und Bruno Ammann mit Appenzeller-Mischling Gino.

Familie Ammann: Sohn Aaron, Frau Cordula und Bruno Ammann mit Appenzeller-Mischling Gino.

Dass Ammann ein bewusster Quereinsteiger ist, war jederzeit im positiven Sinne spürbar. Seine Predigten waren immer lebendig, aktuell und gut verständlich, Jugendliche und Kinder waren herzlich willkommen und entlockten ihm auch manchen spontanen Kommentar. Bewusst organisierte er mit der Kirchenvorsteherschaft oftmals einen Apéro nach dem Gottesdienst in der Kirche, damit das Haus Gottes für die Menschen ein Dach war und die Gemeinschaft erlebt werden konnte. Ammann verstand es, die ganze Dorfbevölkerung einzubeziehen, was besonders beim Erntedank – der «Teilete» – stark zum Ausdruck kam.

Auch für zahlreiche Konzertanlässe, etwa das Bergmusikkonzert im Sommer 2017, öffnete er die Kirche. Besonders bleibt der Anlass «Kunst in der Kirche» vom 2. Advent 2016 in der Kirche Niederneunforn in Erinnerung. Auch hier mit dem Gedanken der Einheit von politischer Gemeinde, Kirchgemeinde und allen Dorfteilen.

Aus alten Klöppeln der Glocke von Oberneunforn und unter Einbezug von einheimischen Künstlern wurden Kunstobjekte hergestellt und mit der Bevölkerung feierlich enthüllt. Und genau ein solcher Kerzenständer wurde ihm nun bei seiner Abschiedsfeierlichkeit als Geschenk überreicht. Seine Freude war unübersehbar.

Starke Frau an seiner Seite

Doch was ist ein starker Mann ohne eine starke Frau an seiner Seite? – Mit Cordula, geborene Zuber, aus St. Gallen zog er 2009 ins Pfarrhaus in Oberneunforn ein. 2010 folgte die Heirat und 2011 die Geburt des gemeinsamen Sohnes Aaron. Cordula Ammann ist gelernte Handweberin und Kindergärtnerin. In der Kirchgemeinde Neunforn war sie während mehrerer Jahre im «Fiire mit de Chind» engagiert.

Ab dem neuen Jahr ist sie in einem Atelier in Sulgen eingemietet, wo sie fortan wieder vermehrt Kurse in textiler Gestaltung – insbesondere Pflanzendruck – anbieten wird. Bereits am 3. Januar ist die Familie Ammann nach Bürglen ins grossräumige, frisch renovierte Pfarrhaus gezügelt und bereitet sich auf den neuen Lebensabschnitt vor.

Auch Aaron hat sich bereits gut eingelebt in der 2. Klasse mit seinen neuen Gspänli. Der aufgeweckte Bub war in der Jugi Wilen-Neunforn und im FC Stammheim engagiert und nimmt seit zwei Jahren Schlagzeugunterricht. Er wird in Bürglen ebenfalls die Musikschule besuchen und beim FC Weinfelden-Bürglen trainieren.

Mit den Konfirmanden auf Abschlussreise nach Nizza

Mit einem weinenden Auge verabschiedet sich Bruno Ammann von Neunforn. «Die breite Palette eines Einzelpfarramtes war sehr erfüllend, und auch die Grösse des Dorfes perfekt», sagt er. Er kannte am Schluss fast alle Gemeindemitglieder persönlich. Während je eines Jahres hatte er zudem in den beiden Kirchgemeinden Ossingen und Uesslingen/Warth-Weiningen während der dortigen Pfarrvakanzen ausgeholfen.

Eher mühsam war der Umstand, dass es kein Sekretariat hatte und er zunehmend Zeit mit Administration verbringen musste. Dies wird in Bürglen glücklicherweise etwas anders. Die Begleitung von Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen nahm und nimmt er gerne wahr. Darauf freue er sich besonders. Ganz spezielle Erinnerungen an Neunforn bleiben auch die Konfirmationen und die viertägigen Abschlussreisen nach Nizza, die bei den Jugendlichen immer beliebt waren.

Privat steht ganz im Zentrum das Familienleben: Ausflüge, wandern, baden, spielen. In der Freizeit und als Ausgleich zur Arbeit im Büro wird Bruno Ammann oft mit dem Appenzeller-Mischling Gino beim Spazieren anzutreffen sein. Auch das Singen gehört zu seinen Hobbys: Nach dem Männerchor Oberneunforn wird er in Bürglen dem Gemischten Chor der Kirchgemeinde «Thurklang» beitreten. Die Bürgler dürfen sich freuen: Ein volksnaher, unkomplizierter und humorvoller Pfarrer wird ihr Leben bereichern.

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