Auf Rollen tanzt es sich am besten: An der ersten Frauenfelder Rollschuhdisco am Samstag war Retro hoch im Kurs

Die beiden Frauenfelder Kulturverein «Kaff» und «Fründeskreis» spannen zusammen: Am Samstagabend veranstalteten sie eine Rollschuhdisco auf dem Unteren Mätteli. Die DJs waren begeistert vom Tanzvolk.

Amina Mvidie
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Vergangenen Samstag auf dem Unteren Mätteli: Rollschuhdisco macht offensichtlich Spass.

Vergangenen Samstag auf dem Unteren Mätteli: Rollschuhdisco macht offensichtlich Spass.

(Bild: Donato Caspari)

Hat man sie einmal an, sind die ersten Meter die schwierigsten. Unsicher hangelt sich ein Discogänger auf seinen Rollschuhen von Stuhl zu Stuhl, bis er schliesslich die Tanzfläche erreicht. Vorsichtig wagt er, eine erste Runde zu drehen. Mit ausgestreckten Armen versucht er, auf seinen acht Rädern das Gleichgewicht zu halten. Bereits nach der zweiten Runde scheint die Balance kein Problem mehr zu sein. Nach der dritten Umdrehung liegt sogar ein kleiner Hüftschwung drin.

An der Rollschuhdisco.

An der Rollschuhdisco.

(Bild: Donato Caspari)

Die Rollschuhdisco ist die erste Veranstaltung, die der Kulturverein Projekt Kaff (Kulturarbeit für Frauenfeld) seit der Schliessung des Lokals an der Grabenstrasse Mitte März durchführt.

«Viele Leute haben in den letzten Monaten bei uns nachgefragt, wann es wieder Veranstaltungen geben wird.»
Jasmine Studerus, Verein Projekt Kaff.

Jasmine Studerus, Verein Projekt Kaff.

(Bild: Donato Caspari)

Das sagt Jasmine Studerus. Sie ist für die Administration des Kulturvereins zuständig. Studerus freut sich ob der guten Zusammenarbeit mit dem Verein Fründeskreis. Dieser betreibt die Haltestell-Bar auf den Unteren Mätteli und sorgt für den Barbetrieb während der Disco. Simone Meier vom «Fründeskreis» sagt: «Es ist uns wichtig, dem ‹Kaff› eine Plattform bieten zu können.»

An der Rollschuhdisco.

An der Rollschuhdisco.

(Bild: Donato Caspari)

So tummeln sich Gross und Klein auf den abgesperrten Parkplätzen auf dem Unteren Mätteli, die zu einer Roll- und Tanzfläche umfunktioniert wurden. Wer keine Rollschuhe mitgebracht hat, kann sich direkt vor Ort ein Paar ausleihen. Die Schaulustigen, die lieber festen Boden unter den Füssen haben, sitzen an den Tischen rund um die Bus-Bar und sehen sich das Spektakel von Weitem an. Eine Besucherin gesteht: «Ich habe schon ein wenig Angst vor einem Unfall.» Die beiden Sanitäter mussten glücklicherweise keinen Einsatz leisten.

An der Rollschuhdisco.

An der Rollschuhdisco.

(Bild: Donato Caspari)

Lob aus dem Aargau fürs Frauenfelder Tanzvolk

An der Rollschuhdisco.

An der Rollschuhdisco.

(Bild: Donato Caspari)

Drei DJs sorgten mit funkigem Sound für die Untermalung. Jasilane aus Frauenfeld feiert gar ihr Debüt am Mischpult. Es sei ihnen ein Anliegen, lokale und regionale Künstler zu unterstützten. Das heisst es sowohl vom «Kaff» als auch vom «Fründeskreis». Der Aargauer DJ Osmar Rojas zeigt sich begeistert vom Publikum. Er sagt:

«Ich komme immer wieder gerne nach Frauenfeld. Hier tanzen immer alle Leute gleich von Beginn an.»

Nicht nur den jüngeren Leuten scheint’s zu gefallen. Eine alteingesessene Frauenfelderin sagt: «Es ist schön, wenn die Stadt lebhaft bleibt.»

An der Rollschuhdisco.

An der Rollschuhdisco.

(Bild: Donato Caspari)

Mitten auf dem Veranstaltungsgelände stehen drei Tafeln zum Crowdfunding für das Projekt «Kaff auf Dauer». Bei dem ganzen Trubel scheinen sie trotz ihrer Grösse ein wenig unterzugehen. Um selbst auf dem Unteren Mätteli ein Zuhause zu finden, sammelt der Kulturverein Geld für die Finanzierung eines Kulturpavillons. «Wir haben momentan einen Drittel des Betrages», sagt Jasmine Studerus. Ziel bei den nächsten Veranstaltung sei es, das Crowdfunding mehr in den Mittelpunkt zu stellen.

«Dieses Mal ging es uns darum, die Stadt zu beleben und sichtbar zu bleiben.»
An der Rollschuhdisco.

An der Rollschuhdisco.

(Bild: Donato Caspari)
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