Auf einen Wahlkampf muss er wohl verzichten: Cyrill Zahnd kandidiert für den Münchwiler Gemeinderat

Am 17. Mai komplettieren die Münchwiler Wählerinnen und Wähler ihren Gemeinderat. Die SVP schickt Cyrill Zahnd ins Rennen.

Olaf Kühne
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Kein Wochenendurlaub: Oberleutnant Cyrill Zahnd absolviert derzeit seinen WK in Walenstadt.

Kein Wochenendurlaub: Oberleutnant Cyrill Zahnd absolviert derzeit seinen WK in Walenstadt.

(Bild: ZVG)

Er hätte gerne einen Wahlkampf. Es liegt aber – für einmal – nicht am Corona-Virus, dass Cyrill Zahnds Wunsch wohl nicht erfüllt wird. Vielmehr ist er der einzige Kandidat für die Ersatzwahl in den Münchwiler Gemeinderat vom 17. Mai. «Mit einem Gegenkandidaten gewählt zu werden, gibt einen besseren Rückhalt», begründet er seinen Wunsch. «Zudem ist es auch aus demokratischer Sicht schade, wenn die Wählerinnen und Wähler keine Auswahl haben.»

«Durch meine Familie ist bei mir schon früh das Interesse an der Politik aufgekommen.»

Gänzlich untangiert vom Virus bleibt aber auch Cyrill Zahnd nicht. Der 26-Jährige absolviert derzeit seinen militärischen Wiederholungskurs in Walenstadt – und musste auf seinen Wochenendurlaub verzichten. Über seine Kandidatur für den Münchwiler Gemeinderat spricht er mit unserer Zeitung deshalb per Telefon. «Durch meine Familie ist bei mir schon früh das Interesse an der Politik aufgekommen», sagt der Oberleutnant der Infanterie. «Mein Vater Ruedi war früher selber Gemeinderat in Münchwilen, mein Bruder Vico politisiert seit zwölf Jahren im Kantonsrat.»

Auch Cyrill Zahnd ist Mitglied der SVP. Und spielen Parteizugehörigkeiten auf Gemeindeebene meist keine allzu grosse Rolle, ist das in Münchwilen – zumindest aktuell – anders. Die derzeitige Vakanz begründet sich im Rücktritt von Gemeindepräsident Guido Grütter (FDP) und in der anschliessenden Wahl der bisherigen Gemeinderätin Nadja Stricker (FDP) zu dessen Nachfolgerin.

Die kommunale FDP hegte indes keinerlei Ambitionen, Strickers Sitz zu halten, ist sie doch mit der Neo-Gemeindepräsidentin und Gemeinderat Jos-Reto Bernet weiterhin gut in der siebenköpfigen Behörde vertreten. Nicht so die SVP, welche seit dem Parteiaustritt von Susanne Falk gar keinen Sitz mehr besetzt.

«Ich brauchte einen kleinen Schupf.»

Für Ortsparteipräsidentin Priska Peter war denn auch schnell klar, dass man antreten wird. Vorletzte Woche nominierte die Münchwiler SVP Cyrill Zahnd. «Ich brauchte einen kleinen Schupf», gesteht der gelernte Zimmermann, «obwohl ich mir eine Kandidatur schon länger überlegt habe.» Die Situation um den Münchwiler Gemeinderat habe er zwar schon länger verfolgt – aber: «Die Gelegenheit kam nun doch schneller als gedacht.»

Gänzlich ins kalte Wasser springen muss Cyrill Zahnd aber nicht. Er wirkt bereits in der Kommunalpolitik. Seit acht Jahren sitzt er in der Münchwiler Sport- und Kulturkommission und vertritt dort gleich zwei seiner Hobbies. Zahnd turnt im TV Münchwilen und spielt Schlagzeug im Musikverein Harmonie. «Diese Vereine geben mir eine stärkere Verankerung, als es alleine die Mitgliedschaft in einer Ortspartei könnte», ist Cyrill Zahnd überzeugt. «Vor allem auch bei den jüngeren Münchwilerinnen und Münchwilern.» Zugleich sieht er die Vereine auch gefragt: «Das Dorfleben muss wieder besser werden. Es ist zwar kein akutes Problem, aber aufgrund des schnellen Wachstums in der Vergangenheit sicher verbesserungswürdig.»

Ein weiteres und konkreteres Anliegen ist Zahnd die Realisierung einer durch die Münchwiler Vereine im vergangenen Jahr initiierten Mehrzweckhalle in Oberhofen. Und zum maroden Werkhof sagt er: «Hier muss etwas gehen.» Da just seine Partei – zusammen mit den Grünen – im vergangenen Herbst die diesbezügliche Idee des Gemeinderates erfolgreich bekämpft hat, wäre zumindest ein Thema für Cyrill Zahnds Wahlkampf gesetzt – wenn es ihn denn gäbe.

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