Auf die Plätze, fertig, los! Am Frauenfelder Stadtlauf rennt ein Regierungsrat gegen einen Archäologen  

Sportliches Spektakel diesen Samstag am Stadtlauf: Regierungsrat Jakob Stark rennt mit Urs Leuzinger, dem Leiter des kantonalen Archäologiemuseums, um die Wette. Es geht im Minimum um eine Flasche «suure Moscht».

Mathias Frei
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Zwei passionierte Laufsportler werfen sich in Pose: Archäologe Urs Leuzinger und Regierungsrat Jakob Stark auf der Promenade. (Bild: Donato Caspari)

Zwei passionierte Laufsportler werfen sich in Pose: Archäologe Urs Leuzinger und Regierungsrat Jakob Stark auf der Promenade. (Bild: Donato Caspari)

«Wenn wir einbrechen, dann wenigstens zusammen», meint Köby. «Sag’ nicht sowas», gibt Leuzi zurück. Zwei passionierte Laufsportler, zwei fitte Herren im besten Alter, einfach Köby und Leuzi, wenn sie «go seckle» gehen. Es geht ihnen ums Rennen – aber der eine wäre schon gern ein wenig schneller als der andere. Doping? Ist bei ihnen nicht mehr als «en suure Moscht». Im richtigen Leben: Regierungsrat Jakob Stark und Urs Leuzinger, Leiter des kantonalen Museums für Archäologie. Diesen Samstag laufen sie erstmals gemeinsam die Langdistanz am Frauenfelder Stadtlauf, vier Runden à 1800 Meter, insgesamt 7200 Meter, Start der Elitekategorien ist um 18 Uhr. Einbrechen werden die beiden aber definitiv nicht. Dafür laufen sie schon zu lange.

Leuzinger hat als Jugendlicher mit Orientierungslauf begonnen. Dabei habe sich Leuzi jeweils im Wald verlaufen, stichelt Stark. Mittlerweile geht der Archäologe jeden Sonntagmorgen mit Kollegen rennen – und spielt beim FC Neuwiesen. Inklusive Fussball bringe er es wohl auf 700 Kilometer im Jahr, schätzt Leuzinger. Stark macht etwa gleich viele Kilometer, aber nur mit Laufsport. Mit 16 fing es beim Finanzminister an. Heute rennt er, wenn möglich, zweimal wöchentlich jeweils zehn Kilometer und ist Mitglied beim Laufsportverein Run Fit Thurgau.

In allen Kategorien sind noch Nachmeldungen möglich

Der Frauenfelder Stadtlauf geht diesen Samstag, 25. August, zum 39. Mal über die Bühne. Start und Ziel befinden sich auf dem Oberen Mätteli, Garderoben und Duschen gibt es in der Stadtkaserne. Zwischen 15.45 und 18 Uhr wird in 39 Kategorien gestartet. Die Jüngsten laufen 600 Meter, die Besten machen 7200 Meter. Daneben gibt es Kategorien für Nordic-Walking oder Geocache-Joggen sowie ein Bobbycar-Rennen. Die Startnummernausgabe erfolgt ab 14 Uhr. Jedes teilnehmende Kind bekommt eine lässige Medaille und ein T-Shirt. Nachmeldungen für den Lauf sind bis Freitag, 24. August, online möglich (Startgeld plus vier Franken). Am Lauftag sind bis eine Stunde vor dem Start Nachmeldungen möglich. Das kostet dann acht Franken zusätzlich. (ma)

Alle Infos auf www.frauenfelder-stadtlauf.ch

Beide Läufer sind mehr oder weniger stark handicapiert

Stark und Leuzinger sind den Stadtlauf schon oft gemeinsam gelaufen, «aber immer in der Cervelat-Promi-Kategorie über 1800 Meter», wie Leuzinger sagt. Nun geht’s auf die Langdistanz. Unter 40 Minuten zu bleiben, das müsse das Ziel sein, meinen beide. Favorit im internen Duell will keiner der beiden sein. Stark hat auf der Langdistanz zwar grundsätzlich Vorteile, «da merkt man ihm den Thurgauer an in seinem Terroir», wie Leuzinger meint. Der Regierungsrat entgegnet, er zeige Leuzi vor dem Start die Schuhsohlen. Die werde dieser den ganzen Lauf über sehen. Jedoch ist Stark ein paar Jährchen älter, startet erstmals in der Ü60-Kategorie, was ihn mental leicht belastet. Leuzinger hingegen ist noch in der 50er-Kategorie. «Mein Handicap ist, dass ich den Regierungsrat am Samstag vor dem Lauf beim Gästeapéro vertrete», meint Stark. Da darf es natürlich kein Gläsli zu viel sein. In Sachen Vorbereitung schwant aber auch Leuzinger Übles. Denn am Freitag findet der Ausflug des Departements für Erziehung und Kultur statt. Ein Schelm, wer denkt, Stark könnte Amtskollegin Monika Knill angestiftet haben, Leuzinger nie vor leerem Glas sitzen zu lassen.

Voller Dynamik: Archäologe Urs Leuzinger und Regierungsrat Jakob Stark. (Bild: Donato Caspari)

Voller Dynamik: Archäologe Urs Leuzinger und Regierungsrat Jakob Stark. (Bild: Donato Caspari)

So oder so: Heuer zählen keine Ausreden. Stark habe auch schon gekniffen – wegen eines Jassturniers, sagt Leuzinger. «Und Leuzi hat schon mal den falschen Zug genommen, nach Wil statt Frauenfeld, weil er nicht gegen mich verlieren wollte», gibt Stark zurück. «Es gibt natürlich schon Stimmen in der kantonalen Verwaltung, die finden, dass der Finanzminister in dem Alter nicht mehr an seine Grenze gehen sollte», wirft Leuzinger ein. Ob verwaltungsintern Wetten laufen, weiss Stark nicht. «Für Wettbüros sind wir wohl zu wenig spannend.» Gleichwohl geht’s für den Regierungsrat und den Archäologen um etwas. «Wenn du gewinnst, gibt’s eine Privatführung durch die aktuelle Kabinettausstellung zum Tägerwiler Münzschatz», sagt Leuzinger. Und zum Abschluss dürfe «en suure Moscht» nicht fehlen. Starks Einsatz ist eine Führung im Staatskeller, natürlich auch inklusive Möhl. Prost zäme.

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