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Auf der Suche nach Sternen und Träumen in der Kartaus Ittingen

Ob die Sterne am Himmel oder Sterne in der eigenen Biografie - beides machte das Kunstmuseum Thurgau in Warth-Weiningen am Montagabend zum Thema.
Christine Luley
Germaine Winterberg, deren Leben Gegenstand der aktuellen Ausstellung ist, mit Museumsdirektor Markus Landert. Bild: Christine Luley

Germaine Winterberg, deren Leben Gegenstand der aktuellen Ausstellung ist, mit Museumsdirektor Markus Landert. Bild: Christine Luley

Auf einem Rundgang zu Kunstwerken, in denen Sterne eine Rolle spielen, zeigte Kunstmuseumsdirektor Markus Landert Bilder, die eine Geschichte widerspiegeln. Wie die vom Bischof von Grenoble, dem 1084 im Traum sieben weisse Männer und sieben Sterne begegneten. Tags darauf stand der heilige Bruno, sein einstiger Lehrer, mit sechs Gefährten vor ihm und bat um ein Stück Land, um in der Abgeschiedenheit der Chartreuse eine Einsiedelei zu errichten.

Sternschnuppen beobachten

Um Himmelserscheinungen und Märtyrer geht es auf dem interaktiven Kunstwerk «Welcome to the tears of St.Lawrence» von 2005. Olaf Nicolai fordert auf, Ausschau nach Sternschnuppen zu halten. Das Kunstmuseum Thurgau präsentiert zudem in einer Ausstellung das Leben der heute 82-Jährigen Germaine Winterberg. Ausgangspunkt waren Gesprächen am Küchentisch. Das Resultat lässt sich sehen: Muda Mathis, Sus Zwick und Mudas Bruder Hipp Mathis zeigen ihr «l’univers de Germaine».

Keine Angst vor neuen Erfahrungen

Germaine Winterberg unterhielt sich mit Museumsdirektor Landert im Ausstellungskeller. Sprach freimütig über Episoden aus ihrem unkonventionellen Leben. Wie sie als 20-Jährige mit ihrem damals noch in wilder Ehe lebenden Partner Sigi per Autostopp nach Italien reiste und das Paar nach einem viermonatigem Aufenthalt aus der Beziehungskrise fand. Erzählte von Reisen im Deux-Chevaux nach Marokko. «Ich war angefressen von sakraler islamischer Musik und hatte stets ein Tonbandgerät bei mir.»

Als gesundheitliche Gründe ihrem Mann das Reisen verunmöglichten, forderte er sie auf: «Versuch es allein.» Und das hat sie gemacht. «Ich gab mich auf Reisen als Witwe aus. So empfand mich die Gesellschaft als Neutrum.» Sie blickte in fremde Kulturen, im Maghreb, Äthiopien, Pakistan und Indien. Zu einer Zeit, als der Durchschnittsbürger die Welt nur in Büchern oder Filmen entdeckte.

Gearbeitet hat die Mutter zweier Söhne im Völkerkundemuseum Basel als Textilassistentin und unterrichtete am Lehrerseminar aussereuropäische Textilkunst. Gemeinsam mit ihrem Mann führte sie eine Orientboutique. Nach seinem Tod, nach 60 Jahren Ehe, fiel sie in eine Depression. «Ich musste mich neu erfinden und hinterfragte meine Muster», berichtet sie. – «Keine Angst vor neuen Erfahrungen», blieb ihr Leitspruch.

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