Auf der Spur des Rauschgifts: Hüttlinger Schüler konzipieren zwei Escape-Rooms

Die Hüttlinger Sechstklässler von Lehrerin Ruth Würth betreiben sicher noch bis Ende Woche zwei Escape-Rooms.

Werner Lenzin
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Eine Gruppe am Rätseln in einem Escape-Room.

Eine Gruppe am Rätseln in einem Escape-Room.

(Bild: Werner Lenzin)

Rette sich, wer kann! Escape-Rooms schiessen wie Pilze aus dem Boden. Dabei geht es darum, sich in einer thematischen Einbettung innert einer gewissen Zeit aus einem Raum zu befreien, indem man Rätsel löst. Aber wie kommt nun die Primarschule Hüttlingen dazu, im Schulhaus einen Escape-Room-Event zu veranstalten? Mittelstufenlehrerin Ruth Würth sagt:

«Schon lange hatte ich die Idee, mit meinen Schülern zwei Escape-Räume zu realisieren, und mit den aktuellen neun Sechstklässlern hat sich das nun angeboten.»

Mit diesem Projekt verbunden waren klare Zielsetzungen: Förderung überfachlicher Kompetenzen und Vernetzung von Fächern wie Werken, Gestalten und Deutsch. Wichtig war für die Lehrerin darüber hinaus die Anwendung der erlernten Kompetenzen im Fach Medien und Informatik.

Grösste Herausforderung war die Technik

Grosse Begeisterung herrschte bei den neun Sechstklässlern, als ihre Lehrerin ihnen die Idee von zwei Escape-Räumen vorstellte und erklärte, dass das Ganze nur als Team funktionieren werde. Zusammen mit der Lehrerin signalisierten alle die Bereitschaft, die beiden Räume ausserhalb der Schulzeit zu betreuen.

Nach dem gemeinsamen Besuch des Frauenfelder Escape-Rooms «Houdini’s Quest» ging es an die Auswahl von zwei geeigneten Räumen im Schulhaus, das Festlegen der passenden Geschichten aus den insgesamt neun Vorschlägen und das Überprüfen der fertigen Räume durch erwachsene Testpersonen.

«Die grösste Herausforderung war die Beschaffung von Kamera und Monitor, zumal wir im Untergeschoss des Schulhauses kein WLAN haben»

erinnert sich die Lehrerin. Dank der Ausrüstung eines Lehrerkollegen und eines Vaters liess sich dieses Problem schliesslich lösen. Das Budget für das ganze Projekt betrug lediglich hundert Franken.

Im Treppenhaus und vor dem Eingang der beiden Räume sitzt der Sechstklässler Mattia. «Meine Aufgabe besteht darin, das Geschehen in den Escape-Rooms zu überwachen und je nach Wunsch den darin agierenden Personen Tipps zu geben», erklärt er versiert.

Ins Hotelzimmer oder in die Werkstatt?

Zur Auswahl stehen den Besuchergruppen, die von mindestens einer erwachsenen Person begleitet werden, das Hotelzimmer (Level 1) oder die Werkstatt (Level 2). In Letzterer finden sich Hinweise nach einem versteckten Mädchen. Begeistert melden Ursina, Barbara, Lisa und Florin:

«Wir haben die Drogen in der Rekordzeit von 28 Minuten gefunden und sind somit die bisher Schnellsten mit einem Vorsprung von rund vier Minuten.»

Im Hotelzimmer des Kreuzfahrtschiffes sind sie auf den Hinweis gestossen: «Meine Ferien auf dem Schiff waren sehr schön, aber leider habe ich einen Anruf bekommen und musste schon in Muscat aussteigen. Die Drogen konnte ich nicht mitnehmen, weil dies zu auffällig wäre. Ihr habt jetzt eine Stunde Zeit, bis ihr in Dubai ankommt.» Dank ihrem cleveren Vorgehen bei den Rätselaufgaben gelingt es dem Quartett, die Drogen bereits 32 Minuten vor Ablauf der Zeit zu finden.

Bislang haben 14 Teams von zwei bis vier Personen die Escape-Rooms besucht. Trotz über 50 Stunden Freizeit, welche Schüler und Lehrerin geleistet haben, sind sie bei Nachfrage bereit, das bis zum kommenden Samstag dauernde Projekt um eine Woche zu verlängern. Die freiwillige Kollekte ist für die Klassenkasse bestimmt.

Anmeldungen: ruth.wuerth@schulehuettlingen.ch