Auf der Spur der Ringelnatter: Fischinger Naturschützer ergänzen Reptilienpfad mit Infotafeln 

Sieben Helfer von NaturPlus Fischingen realisierten einen Reptilien-Pfad entlang des Murgwegs.

Niklaus Schnell
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Die NaturPlus-Fischingen-Mitglieder Matthias Münst, Jörg Meier, Sepp Brunschwiler, Niklaus Schnell, Markus Stark und Ralph Widmer präsentieren ihr Werk.Bild: PD

Die NaturPlus-Fischingen-Mitglieder Matthias Münst, Jörg Meier, Sepp Brunschwiler, Niklaus Schnell, Markus Stark und Ralph Widmer präsentieren ihr Werk.Bild: PD

15 farbige, metallene Drehtafeln mit passenden Fotos ergänzen seit neustem den Reptilien-Pfad entlang des Murgwegs zwischen Oberwangen in Richtung Fischingen. Auf der Vorderseite jeder Tafel regt eine kurze Frage zur einheimischen ungiftigen Ringelnatter zum Überlegen an. Die Frage wird auf der Rückseite der Drehtafel allgemein verständlich beantwortet. Der spielerische Effekt des Drehens soll speziell Kinder und Jugendliche ansprechen, was insbesondere für Familien in der Region attraktiv wirkt.

Warum diese 15 informativen Stationen, die jeweils 20 Meter voneinander entfernt stehen? Entlang der Murg von Fischingen bis Sirnach und vermutlich weiter flussabwärts hat seit hunderten von Jahren eine überlebensfähige Population von Ringelnattern in der ehemaligen weiten Sumpf- und Moorlandschaft zwischen Wil, Littenheid, Mooswangen, Dussnang, Itaslen, Bichelsee, Balterswil, Eschlikon, Seelmatten, Neubrunn und Turbenthal überleben können. Das entlang der Schmelzwasserrinne des Thurverlaufs vor mehr als 10000 Jahren.

Sieben Reptilienburgen als Versteck

Die Kenntnis über dieses Vorkommen hat NaturPlus Fischingen bereits 2010 dazu bewogen, einen 500 Meter langen Reptilien-Pfad mit sieben Reptilienburgen als Versteck-, Nahrungs- und Überwinterungsplätze zu bauen, um die heute auf der Roten Liste stehenden und daher national gefährdeten Ringelnattern mit geeigneten Aufwertungsmassnahmen zwischen Oberwangen und Fischingen zu fördern. Das wurde mit Zufallsbeobachtungen bestätigt.

Dank den wertvollen mit bis zu zehn Meter hohen Baumrinden-Haufen der Sägerei Thaddey in Fischingen, in denen vermutlich jährlich Ringelnatterweibchen ihre 10 bis 20 ovalen, papierenen, schneeweissen Eiklumpen eingegraben vor Fressfeinden verstecken – auf der Sonne zugewandten Seite, damit diese und die Gärungswärme des Holzschnitzelhaufens die Eier ausbrütet – konnte sich der Ringelnatterbestand selber reproduzieren und dürfte für die nahe Zukunft gesichert sein.

Dank dem Entgegenkommen von Christoph Ammann und Roger Hollenstein vom Forstbetrieb Fischingen-Tobel durfte NaturPlus Fischingen den Reptilien-Pfad mit Info-Drehtafeln realisieren. Da diese Infotafeln bis 2018 im Naturschutzgebiet «Lengwiler Weiher» von Pro Natura Thurgau standen und NaturPlus Fischingen diese geschenkt erhalten hat, können die Tafeln nun weitere Spaziergänger und Pilger auf dem St.Jakobsweg nach Fischingen erfreuen.

Alle sieben Helfer haben während des ganzen Tages unter Hochdruck gearbeitet, da die Arbeit an diesem regnerischen Tag erledigt werden musste – sei es beim Einschlagen der Pfähle mit der Pfahlramme, den präzisen Bohrungen für das Einpassen der Tafeln, den Motorsägearbeiten und anderem.

Hinweis: Nähere Informationen zum Bau von Tierrefugien im Internet unter www.bauen-tiere.ch.