«Auch ohne Prüfungen würde der Präsenzunterricht dann wieder stattfinden»: Thurgauer Kantis führen Maturaprüfungen durch

Das Departement für Erziehung und Kultur des Kantons Thurgau teilt mit, dass Mittelschulen die schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen wie geplant ab dem 8.Juni durchführen werden. Das entspreche den aktuellen Vorgaben des Bundes, erklärt Regierungsrätin Monika Knill.

Larissa Flammer
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Die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill bei einer Medienkonferenz im März.

Die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill bei einer Medienkonferenz im März.

Bild: Reto Martin

Der Kanton Zürich will die Maturaprüfungen dieses Jahr ausfallen lassen. Der Kanton Thurgau und andere – auch der Kanton St.Gallen – werden sie durchführen. Das hat am Donnerstag für einigen Wirbel gesorgt.

Auf Anfrage betont die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill:

«Der Thurgau wird keinen Sonderfall darstellen.»

Im Gegenteil: Gemäss dem gültigen Reglement des Bundes müssen die Kantone Maturaprüfungen durchführen. Die Erziehungsdirektorenkonferenz hat allerdings den Bundesrat diese Woche ersucht, in einer Notverordnung zu regeln, dass Kantone auf die Durchführung von schriftlichen Maturitätsprüfungen verzichten können. Dies, weil einige Kantone wegen der Coronasituation besonders belastet sind. Der Bundesrat hat diesbezüglich noch nichts entschieden.

Im Thurgau werden – wohl im Gegensatz zum Kanton St.Gallen – auch mündliche Maturaprüfungen stattfinden. Darüber können die Kantone sowieso selber entscheiden. Knill argumentiert, dass die Note mit einer zusätzlichen mündlichen Prüfung breiter abgestützt sei. Diese Balance wolle man wenn möglich auch dieses Jahr beibehalten.

Spezielle Arrangements für Schüler der Risikogruppe

Vorbehältlich anderer Entscheide des Bundesrates finden im Thurgau neben den gymnasialen Maturitätsprüfungen auch die Abschlussprüfungen für den Fachmittelschulausweis und die Fachmaturität statt. Noch offen ist, ob die Prüfungen für die Berufsmaturität durchgeführt werden, teilt der Kanton am Donnerstagnachmittag mit. Bei diesen Prüfungen entscheidet das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation bis spätestens Anfang Mai über die Durchführung.

Bei den Maturaprüfungen profitiert der Thurgau davon, dass er als letzter Kanton damit beginnt: erst am 8.Juni. Knill sagt: «Ab dann soll die Sekundarstufe II voraussichtlich auch den Präsenzunterricht wieder aufnehmen können.» In der Volksschule finde dann schon seit einem Monat wieder normaler Unterricht statt.

Die bundesrätlichen Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie werden während der Prüfungen eingehalten. Die Regierungsrätin sagt:

«Die räumlichen Verhältnisse unserer Mittelschulen bieten gute Voraussetzungen, die Räume grosszügig zu nutzen und Schülerkonzentrationen zu verhindern.»

Für Schülerinnen und Schüler, die einer Risikogruppe angehören, könnten spezielle Arrangements getroffen werden. Zum Beispiel, indem sie die Prüfung in einem separaten Raum absolvieren.

Anforderungen der Prüfung werden der Situation angepasst

Der Medienmitteilung des Kantons ist weiter zu entnehmen, dass die Lehrer beim Erstellen der Prüfungen auf die spezielle Situation mit dem Fernunterricht Rücksicht nehmen werden.

Ihr Departement habe immer kommuniziert, dass die Maturaprüfungen stattfinden sollen, sagt Knill. Ausserdem seien sie ein wichtiger Meilenstein eines Ausbildungsweges und für das künftige Studium bedeutsam. Auch an den Hochschulen finden Abschlussprüfungen statt.

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