Münsterlingen: Anspruchsvoller als ein Neubau

Das Projekt «Optimierung der Psychiatrieinfrastruktur» in Münsterlingen ist abgeschlossen. Doch es stehen auch in den nächsten Jahren Bauprojekte auf dem Plan.

Kurt Peter
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Pflegedirektor Michael Lehmann und Verwaltungsdirektor Stephan Kunz in einem der neuen Aufenthaltsräume.

Pflegedirektor Michael Lehmann und Verwaltungsdirektor Stephan Kunz in einem der neuen Aufenthaltsräume.

Bild: Reto Martin

«Unseren Patientinnen und Patienten stehen komplett renovierte und freundlich gestaltete Zimmer und Aufenthaltsräume sowie gedeckte Sitzplätze im Garten am See zur Verfügung.» Das sagte Pflegedirektor Michael Lehmann anlässlich einer Feier zum Abschluss des sechsjährigen Projekts. In seinem Rückblick auf die Bauzeit der «Optimierung der Psychiatrieinfrastruktur auf dem Spitalcampus Münsterlingen (OPI)» sprach er von grossen Herausforderungen.

Während der ganzen Bauzeit habe der Betrieb aufrechterhalten werden müssen. «Ein Modulbau wurde als Provisorium errichtet und eine Rochadenplanung erarbeitet, um die Pflegestationen nacheinander leeren und renovieren zu können».

Sechs Jahre hat das Projekt gedauert

«Trotz Abstand nah am Menschen», erwähnte Stephan Kunz, Verwaltungsdirektor Psychiatrische Dienste das Motto der Spital Thurgau AG in den Coronazeiten. Er sei froh, dass die Eröffnung der letzten Etappe, dem Umbau von Haus U, nun im Aussengelände, direkt am See erfolge.«Innerhalb der Thurmed AG ist OPI ein kleines Projekt, es gibt umfangreichere und grössere Vorhaben», meinte er weiter. Gleichzeitig aber sei es ein Projekt, das die Verantwortlichen über sechs Jahre beschäftigt habe. 2014 sei OPI mit einer Sitzungen gestartet worden.

«Die grossen Fragen lauteten: Wie werden wir den verschiedensten Ansprüchen gerecht? Wie bewältigen wir die Herausforderungen?» Kunz sprach von einem «Weg zwischen Masterplan und Pragmatismus». Ein Neubau auf dem Areal am See sei keine Option gewesen, ein schrittweises Vorgehen bei den Umbauten und Sanierungen habe sich als beste Lösung erwiesen.

«Aber im Gegensatz zu einem Neubau war dieses Vorgehen deutlich anspruchsvoller.»

Für das zuständige Team sei OPI eine grosse Herausforderung gewesen, sagte Stephan Kunz.

Neue Projekte auf dem Tisch

«Bei diesem Projekt ist kein Stein auf dem anderen geblieben», sagte der Architekt Bruno Stäheli. Das Ziel sei erreicht und es sei Zeit, Danke zu sagen. «Den grossartigen Handwerkern, welche die Vorstellungen der Planer perfekt umgesetzt haben, aber auch den Spezialisten vom Technischen Dienst.» Marcel Koller und Ueli Vetter seien die zuverlässigen Koordinatoren und Ansprechpartner zwischen Planern und Ausführenden gewesen. Auch Pascal Palmieri gebühre grosser Respekt: «Er hat die Arbeiten mit viel Herzblut begleitet.»

Als Folgeprojekte in Münsterlingen werden in den nächsten zwei Jahren das Haus J für die Forensik umgebaut und ein Neubau Haus T für drei Psychotherapiestationen am Standort der alten Pathologie erstellt.

Die Psychiatrische Klinik Münsterlingen verfügt nach Abschluss dieser Projekte über eine maximale Kapazität von 280 stationären Plätzen, davon rund 60 Prozent für die Thurgauer Patientinnen und Patienten.

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