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Oberwangerin schreibt Maturaarbeit über Frühfranzösisch

Vor einem Jahr stand das Frühfranzösisch im Thurgau kurz vor dem Aus. Lara Schafflützel widmete ihre Maturaarbeit dem umstrittenen Thema.
Marco Cappellari
Die Thurgauer Debatte um das Frühfranzösische sorgte vergangenes Jahr schweizweit für Schlagzeilen. (Bild: Benjamin Manser und Hanspeter Schiess)

Die Thurgauer Debatte um das Frühfranzösische sorgte vergangenes Jahr schweizweit für Schlagzeilen. (Bild: Benjamin Manser und Hanspeter Schiess)

Am Ende war es ein knapper Entscheid: Mit 62 zu 60 Stimmen entschied sich der Thurgauer Grosse Rat am 14. Juni 2017 für die Beibehaltung des Frühfranzösisch. Damit fand eine intensive Diskussion ihr vorläufiges Ende. Soll Französisch weiterhin ab der fünften Klasse unterrichtet werden oder erst ab der Oberstufe? Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt.

Dessen war sich auch Lara Schafflützel bewusst. Als Sprachbegeisterte verfolgte die Maturandin aus Oberwangen die öffentliche Debatte aufmerksam und entschied sich schliesslich dazu, ihre Maturaarbeit dieser Fragestellung zu widmen.

«Ich gehe gerne in den Französischunterricht. Aber ich höre von vielen Mitschülern, dass sie Mühe mit dem Fach haben. Persönlich kenne ich das nicht so», sagt die Halbbrasilianerin. «Vielleicht deshalb, weil ich zweisprachig aufgewachsen bin.»

Neues Lehrmittel besser beurteilt

Dass das Erlernen einer Sprache nicht jedem Schüler gleich leicht fällt, ist eines der Argumente der Gegner des Frühfranzösischen. Wie es sich damit in Wirklichkeit verhält, und ob das Frühfranzösisch sinnvoll ist, hat die Oberwangerin in ihrer Maturaarbeit genauer untersucht. Sie ist dabei zum Schluss gekommen, dass mehr Argumente für das Frühfranzösisch sprechen, als dagegen. Zum selben Schluss kam schliesslich auch der Grosse Rat. «Als Sprachenfan war ich erleichtert über das Ja zum Frühfranzösisch», sagt Lara Schafflützel.

«Obwohl viele Schüler das Fach Französisch nicht sehr gerne haben, sind sie trotzdem für das Frühfranzösisch», kommentiert sie das Ergebnis ihrer Maturaarbeit. Ausserdem erachten die meisten Lehrpersonen es als sinnvoll, das Frühfranzösisch beizubehalten. Diese Schlussfolgerungen konnte sie aus dem praktischen Teil ihrer Arbeit, die unter anderem aus Umfragen bestand, schliessen.

"Wer motiviert ist, lernt besser."

Auch ihr Theorieteil unterstützt diese Aussagen. Dieser besagt, dass einem das Sprachenlernen einfacher fällt, je früher man damit beginnt. Die Wahl des richtigen Lehrmittels ist ebenfalls von Bedeutung. Lara Schafflützel hat deshalb im Rahmen ihrer Arbeit das bisherige Lehrmittel «envol» und das neue «dis donc!», das Ersteres ablöst, einer Prüfung unterzogen. Ihre Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schüler mit beiden Varianten zufrieden sind, «dis donc!» aber ein besseres Lernen ermöglicht. «Wer motivierter ist, lernt besser», sagt sie.

Zu wenig Austausch mit Romandie

Nebst der Wahl des richtigen Lehrmittels müsse man das Französisch attraktiver machen, um den Schülern das Erlernen der Sprache zu vereinfachen. «Man müsste zum Beispiel den Austausch mit der Romandie intensivieren. Es ist schade, dass wir so abgegrenzt von der Westschweiz sind. Der Kontakt ist nicht da. Es müsste nicht unbedingt ein Austausch sein, aber in der Schule zu Brieffreundschaften zwischen den Landesteilen zu ermutigen, wäre eine Möglichkeit», sagt Lara Schafflützel.

Vielleicht sei Englisch sinnvoller in beruflicher Hinsicht, «aber Fremdsprachenkenntnisse sind immer auch ein Stück Kultur und eine Bereicherung und Hilfe für das ganze Leben», ist sie überzeugt.

Als Sprachenfan war Lara Schafflützel bereits vor ihrer Maturaarbeit eine Befürworterin, auch wenn sie sich nicht 100 Prozent sicher gewesen sei, wie sie sagt. «Nach Abschluss der Arbeit war mir dann aber klar, dass das Frühfranzösisch eine sinnvolle Sache ist und unbedingt beibehalten werden sollte.»

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