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An Drama vorbeigeschrammt: Baugerüst am Spital Frauenfeld eingestürzt

Auf der Baustelle des Kantonsspitals krachte ein Gerüst in sich zusammen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde es neu aufgebaut. Der verantwortliche Vorarbeiter ist auf dieser Baustelle nicht mehr geduldet.
Silvan Meile
Im unteren Bereich des Baugerüsts am Neubau des Kantonsspitals in Frauenfeld knickte das rund 30 Meter hohe Baugerüst ein. (Bild: PD)

Im unteren Bereich des Baugerüsts am Neubau des Kantonsspitals in Frauenfeld knickte das rund 30 Meter hohe Baugerüst ein. (Bild: PD)

Schreckmoment in Frauenfeld. Beim Neubau des Kantonsspitals in Frauenfeld sind Ende April Teile eines rund 30 Meter hohen Gerüstes in sich zusammengefallen. «Es ist reiner Zufall, dass keine Menschen zu Schaden kamen, ja gar ums Leben gekommen sind», meint ein Augenzeuge. Er schickte unserer Zeitung Bilder zu. Nur weil sich die Gerüstelemente ineinander verkeilt hätten, sei die Konstruktion nicht komplett in sich zusammengefallen. «Hätten hier Arbeiter auf und unter dem Gerüst gestanden, wäre es zur Katastrophe gekommen.»

Es krachte an einem Samstag, als auf der Baustelle kaum Betrieb herrschte. Noch in der folgenden Nacht sei das Gerüst von Mitarbeitern der verantwortlichen Gerüstfirma abgebaut worden. Am Sonntag musste es dann in einem weiteren Sondereinsatz wieder aufgebaut werden. «Möglicherweise wurde versucht, den Vorfall zu vertuschen», sagt der Augenzeuge. Die Bauarbeiten während der Nacht und am Sonntag fielen auf. «Anwohner riefen an und erkundigten sich über das nächtliche Licht auf der Baustelle und den Lärm», sagt Martina Alt, Ansprechperson für Fragen zur Baustelle vonseiten der Spital Thurgau AG. Dort ist der Vorfall mit dem Gerüst bekannt.

Baustellenverbot für den Verantwortlichen

Ausführungsleiter Wilhelm Rudolph vom zuständigen Generalunternehmer hat die Gesamtverantwortung für die Spitalbaustelle. Er weiss genau, was passierte: Weil im Erdgeschoss des Rohbaus verschiedene Arbeiten anstanden, musste dort das Gerüst umgebaut werden, erklärt der Bauingenieur. «Dafür wurden Brücken eingezogen», wobei der folgenschwere Fehler geschah. «Der Einbau von drei diagonalen Verstrebungen im unteren Bereich der Überbrückung wurde vergessen.» Dadurch konnte das Gerüst schliesslich sein eigenes Gewicht nicht mehr halten. «Es sackte etwa einen Meter ab, wurde dann aber von der korrekt angebrachten Horizontalverankerung gehalten», sagt Rudolph. Dieser Vorfall führte zu einer Rüge an die Gerüstbaufirma. Und er hatte Konsequenzen. Der verantwortliche Gerüstbauer sei auf der Spitalbaustelle nicht mehr geduldet, sagt Rudolph. Obwohl der Betroffene die nötigen Ausbildungen als Vorarbeiter besitze, war er überfordert. «Er konnte sich den Fehler nicht erklären.» Ansonsten sei man aber «absolut zufrieden» mit der involvierten Gerüstbaufirma. «Sie hat den Schaden sofort behoben», sagt der Bauingenieur des Generalunternehmers weiter. Bei den Einsätzen in der folgenden Samstagnacht und am Sonntag sei es nicht darum gegangen, den Vorfall zu vertuschen, sondern zeitliche Verzögerungen zu verhindern. Für diese Einsätze sei auch eine Bewilligung eingeholt worden. Ausserdem habe auch die Suva Kenntnis vom Vorfall.

Der Vorfall soll nicht kommuniziert werden

Der Geschäftsführer der Gerüstfirma äussert sich nicht weiter zum Vorfall. Es gebe nichts zu ergänzen, heisst es auf Anfrage. Anders sieht das ein erfahrener Gerüstbauer, der anonym bleiben möchte. Der Fehler sei absolut fahrlässig passiert. Man könne von Glück sprechen, dass hier nichts Schlimmes passiert sei. Brisant sei, dass die betroffene Gerüstbauerfirma unmittelbar nach dem Vorfall ihren Vorarbeitern eine Kurzmitteilung aufs Handy geschickt haben soll, in der es heisse, diesen Vorfall für sich zu behalten.

Auf der Spitalbaustelle ist Halbzeit. Die Arbeiten starteten im Juni 2016 und sollten im September 2020 abgeschlossen sein. Bisher seien glücklicherweise nur sehr wenig Bagatellunfälle zu beklagen gewesen, sagt Rudolph vom Generalunternehmer.

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