In Stettfurt am Sonnenberg scheint finanziell die Sonne

Die Politische Gemeinde Stettfurt rechnet fürs nächste Jahr bei gleichbleibendem Steuerfuss mit einer roten Null. Bei den Investitionen steht ein Jahr der Konsolidierung an, ehe es an die grosse Sanierung der Hauptstrasse geht.

Samuel Koch
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Ein Blick auf die Gemeinde Stettfurt. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Blick auf die Gemeinde Stettfurt. (Bild: Andrea Stalder)

Ähnlich idyllisch wie ein Blick in Richtung Gemeinde am Sonnenberg ist am Donnerstag die Budgetversammlung über die Bühne gegangen. 36 von 865 Stimmbürgern folgten der Einladung des Gemeinderates ins Tscharnerhaus. Nachdem Gemeindepräsident Markus Bürgi gewohnt souverän im Eilzugstempo durch die Versammlung führte, folgte die Budgetversammlung der Schulgemeinde. Beide Versammlungen beanspruchten total lediglich 50 Minuten.

Markus Bürgi, Gemeindepräsident Stettfurt. (Bild: Samuel Koch)

Markus Bürgi, Gemeindepräsident Stettfurt. (Bild: Samuel Koch)

Unbestritten genehmigten die Stimmberechtigten das Budget 2019 der Politischen Gemeinde, das bei einem Gesamtaufwand von rund 5,734 Millionen von einem Minus von 8270 Franken ausgeht. Gemeindepräsident Markus Bürgi bezeichnete den Verlust als «rote Null» und ergänzte:

«Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir sogar unseren Aufwand leicht senken und gleichzeitig unsere Steuererträge erhöhen.»

Der Aufwand sinkt um knapp 35'000 Franken, der Fiskalertrag steigt um 68'000 Franken. «Betreffend Steuerkraft mit 2255 Franken pro Kopf gehören wir in die kantonale Top Ten.»

Nicht auf dem Niveau von Salenstein und Bottighofen

Grössere Abweichungen gegenüber dem laufenden Jahr erfahren die Zahlen in der Verwaltung wegen der Anschaffung einer neuen Software sowie sinkenden Abschreibungen auf Liegenschaften, im sozialen Bereich steigen die Kosten. Um im Umweltwesen mehr über die Altlasten zu erfahren, rechnet der Gemeinderat mit Mehrkosten für technische Untersuchungen.

Noch bleibt der Steuerfuss der Schule gleich

Nach der Budgetversammlung der Politischen Gemeinde hält wie üblich die Schulgemeinde ihrige ab, zu welcher Schulpräsident Roland Keller 35 Stimmbürger begrüssen durfte. Im Budget 2019, das einstimmige Zustimmung fand, rechnet die Schule mit einem Minus von rund 64'000 Franken, bei einem Gesamtaufwand von zirka 2,11 Millionen Franken und einem gleichbleibenden Steuerfuss von 60 Prozent. Finanzchefin Iris Amrein führte zügig und zackig die Abweichungen gegenüber dem Vorjahr aus. Demnach sind auf der Haben-Seite vor allem höhere Fiskalerträge zu erwarten. Auf der Soll-Seite fallen am meisten die Abschreibungen auf den Erweiterungsbau ins Gewicht. Letztere sind auch der Grund, warum der Steuerfuss ab 2020 wohl um drei Prozentpunkte steigen dürfte. Die Schülerzahlen bleiben konstant bei etwas über 100. (sko)

Zudem steigen die Abgaben in den Finanzausgleich. Zwar werde dieser Stettfurt in Zukunft mehr treffen. «Aber wir spielen doch noch nicht auf dem Niveau von Salenstein und Bottighofen», meinte Bürgi. Ausgeglichen zeigt sich auch ein Blick auf die Zahlen der gemeindeeigenen Werke.

Hingegen deutlich tiefer sieht die Gemeinde nächstes Jahr Nettoinvestitionen in Höhe von 1,22 Millionen Franken vor, gegenüber 4 Millionen im laufenden Jahr.

«Wir schiessen noch einige Projekte ab und stehen vor einem Jahr der Konsolidierung»

sagte Bürgi. Zudem plane die Gemeinde die Details für die Sanierung der Hauptstrasse, wozu das Stimmvolk Ende November einen Kredit in Höhe von 2,45 Millionen Franken sprach. In der langfristigen Planung scheint am Sonnenberg weiterhin die Sonne. «Das Projekt Hauptstrasse wird sich auf den Finanzplan auswirken», betonte er. Es werfe aber den Finanzhaushalt nicht aus dem Rahmen, der Steuerfuss bleibe unangetastet.

Für eine neue Lebensader durch Stettfurt

Ende November befinden die Stimmbürger über einen 2,45-Millionen-Kredit für die Sanierung der Stettfurter Hauptstrasse. Nebst dem monetären gibt es im Dorf auch einen moralisch-ethischen Entscheid zu treffen.
Samuel Koch