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Serie

Am Hüttwilersee stets in Alarmbereitschaft

Die Badi am Hüttwilersee ist für Naturfreunde genau das Richtige. Sie birgt aber auch Gefahren, etwa das trübe Wasser.
Viola Stäheli
Badeaufsicht Andrea Insolia macht auf seinem Board einen Rundgang übers Wasser. (Bilder: Reto Martin)

Badeaufsicht Andrea Insolia macht auf seinem Board einen Rundgang übers Wasser. (Bilder: Reto Martin)

Andrea Insolia paddelt mit seinem roten Board durch die Hüttwiler Badi. Er macht das aber nicht zum Spass: Aufmerksam wandert sein Blick umher, er beobachtet spielende Kinder am Strand, schwimmende Erwachsene draussen im See und übermütige Jugendliche auf dem Sprungturm. Insolia übernimmt am heutigen Tag die Badeaufsicht. Er und einige andere Mitglieder der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft Frauenfeld (SLRG) teilen sich diese Aufgabe.

«Unsere Badeaufsichten sind an den Wochenenden und an Feiertagen in der Hüttwiler Badi», erklärt die technische Leiterin der SLRG Frauenfeld, Jennifer Fehr. Aber nur dann, wenn das Wetter gut ist. Die Entscheidung, ob und ab wann die Badeaufsichten bei unsicherer Wetterlage vor Ort sein sollen, liegt bei Gabriel Mühlemann, dem Geschäftsführer der Badi. Er ist zuständig für Bistro und Unterhalt, wozu etwa Rasenmähen oder das Reinigen der Garderoben gehört. «Ich bin aber kein Bademeister», stellt Mühlemann klar.

Die Eckdaten der Badi Hüttwilen

Öffnungszeiten: Der Hüttwilersee ist über die Badi immer zugänglich. Das Bistro ist täglich ab 10 Uhr geöffnet, warme Speisen gibt es bis 19.30 Uhr. Bei schlechter Witterung bleibt das Bistro geschlossen.

Eintritt: Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Franken, für Kinder ab fünf Jahren zwei Franken. Ab 18 Uhr muss nur noch der halbe Preis bezahlt werden.

Anfahrt: Ab Hüttwilen Richtung Nussbaumen auf die Hauptstrasse fahren. Bei der Bushaltestelle «Hüttwilen Stutheien» links zum See abbiegen. Es stehen Parkplätze zur Verfügung. Die Badi ist auch mit dem Postauto erreichbar, allerdings müssen zirka zehn Minuten Fussweg ab der Haltestelle eingerechnet werden.

Besonderes: Die Hüttwiler Badi ist eine naturbelassene Seebadi. Auf der Liegewiese spenden Bäume viele Schattenplätzchen. Im See sind ein Sprungturm und zwei Flösser, zudem stehen zwei Grillstellen zur Verfügung. Verpflegen kann man sich aber auch im Bistro, wo es Bratwurst, vegetarisches Curry und weitere Speisen gibt. (vst)

Gäste stehen vor dem badieigenen Bistro Schlange.

Gäste stehen vor dem badieigenen Bistro Schlange.

Behörde fordert Aufsicht zumindest am Wochenende

Grundsätzlich handelt es sich bei der Hüttwiler Badi um einen unbewachten Seezugang. Die Gemeinde Hüttwilen fordert aber, dass zumindest an den Wochenenden eine Badeaufsicht vor Ort ist, da dann mehr Gäste zu erwarten sind. Diese Aufgabe übernimmt die SLRG. Wann und wie die Zusammenarbeit mit der Hüttwiler Badi ihren Anfang nahm, liegt im Dunkeln. «Ich bin seit 18 Jahren beim SLRG dabei, und es war immer so – auch schon vor meiner Zeit», sagt Fehr lachend.

Die Voraussetzungen, um die Badeaufsicht zu übernehmen, sind nicht allzu zahlreich: Man muss über 18 Jahre alt sein und das Modul See absolviert haben. «In diesem Modul geht es darum, wie man am See Risiken einschätzen und im Notfall jemanden retten kann», sagt Fehr. Diese Weiterbildung dauert einen Tag und wird am Untersee durchgeführt.

Trotzdem ist es nicht leicht, Badeaufsichten für den Hüttwilersee zu finden. «Zum einen ist der Weg oft zu weit. Unsere Badeaufsichten reisen extra von Frauenfeld, Elgg oder Aadorf an. Zum anderen haben wir viele Mitglieder, die noch keine 18 Jahre alt sind», sagt Fehr.

Keiner zu klein, vom Sprungturm einen «Chöpfler» zu machen.

Keiner zu klein, vom Sprungturm einen «Chöpfler» zu machen.

Dazu kommt aber noch ein weiterer wichtiger Punkt: Der Hüttwilersee ist sehr trüb. Tauchende Kinder sind nicht sichtbar. Das Gleiche gilt für eine ertrinkende Person, sinkt sie tiefer als einen Meter, ist es schwierig, sie wieder zu finden. «Der See wird unterschätzt», sagt Fehr. Deshalb umfasst der Job als Badeaufsicht in erster Linie Aufklärungsarbeit:

«Besonders Eltern müssen wir darauf hinweisen, dass sie ihre Kinder unbedingt immer in Reichweite behalten sollen. Und Schwimmern, die den See überqueren wollen, empfehlen wir, nie ohne ein Hilfsmittel wie eine Schwimmnudel hinauszuschwimmen.»

Allerdings sind diese Hilfsmittel eingeschränkt, denn Luftmatratzen, schwimmende Einhörner oder Flamingos sind in der Naturbadi nicht erlaubt.

Nicht mit Flügeli auf den Sprungturm

Ebenso die Aufmerksamkeit der Aufsicht erfordert der Sprungturm: «Besser nicht zusammen springen, und Kinder mit Flügeli sollten nicht auf dem Sprungturm sein, da sie beim Sprung aus den Flügeli rutschen können», mahnt Fehr. Die grösste Angst aber ist für alle, dass jemand in der Hüttwiler Badi ertrinkt.

Bisher ist es noch nie zu einem Notfall gekommen. Aber die SLRG ist sich des Risikos bewusst: Nicht nur Hilfsmittel wie Rettungsbrett, Gurtretter und Rettungsball liegen für die Badeaufsichten bereit, auch das regelmässige Training am Dienstagabend soll Schlimmeres verhindern. Dieses Training findet üblicherweise im Frauenfelder Hallenbad statt, in den Sommerferien aber am Hüttwilersee. Fehr sagt: «Wir wollen so die Angst vor dem trüben Wasser nehmen.»

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