Glosse

Am Ende geht’s für die Aadorfer Buchhandlung doch auf

Südsicht auf den Einfluss von coronaskeptischen Maskenverweigerern und maskenkritischen Coronaskeptikern auf den Einkaufstourismus in Aadorf.

Olaf Kühne
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Der Aadorfer «Büecher-Chorb» öffnet pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wieder.

Der Aadorfer «Büecher-Chorb» öffnet pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wieder.

(Bild: Olaf Kühne)

Vor zwei Wochen haben wir Aadorf einen wahren Boom an Einkaufstourismus prognostiziert. Besteht doch seit damals im Kanton Zürich und damit auch im benachbarten Elgg sowie im ganzen Eulachtal bis hinunter nach Winterthur Maskenpflicht im Detailhandel. Und weil in dieser Gegend zuhauf coronaskeptische Maskenverweigerer und maskenkritische Coronaskeptiker wohnen dürften, bedurfte es keines Wirtschaftsstudiums für diese Prognose.

Olaf Kühne

Olaf Kühne

Dumm nur, dass just in dieser Zeit die Aadorfer Buchhandlung «Büecher-Chorb» schloss. Die Maskenpflicht ist zwar noch nicht in den Hinterthurgau gekommen, Corona halt eben doch. Das Virus ist unerwünscht, Einkaufstouristen hingegen hoch willkommen. Also die, die kommen. Nicht die, die woanders hingehen.

Das finden auch Gewerbepräsident Paul Lüthi und Ex-Raiffeisendirektor Peter Bühler. Ersterer belebt Aadorf schon mit dem Weihnachtsmarkt, Zweiterer ist in seiner Umtriebigkeit das ganze Jahr nicht zu bremsen. Die zwei Richtigen haben sich also gefunden, um die Aadorfer Buchhandlung zu retten. Pünktlich zu Weihnachten. Bis dann wird zwar auch der Thurgau die Maskenpflicht kennen. Weil bis dann aber sicher auch coronaskeptische Bücher erhältlich sein werden, geht die Geschichte am Ende doch noch auf.

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