Frauenfelder Wochenmarkt muss weiter pausieren: Es fehlt am Platz für Alternativen

Der Wochenmarkt in Frauenfeld bleibt vorderhand geschlossen. Daran ändern innovative Ideen andernorts nichts.

Samuel Koch
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Ohne Corona stünden Marktstände zwei Mal wöchentlich in der Allee an der Promenadenstrasse.

Ohne Corona stünden Marktstände zwei Mal wöchentlich in der Allee an der Promenadenstrasse.

(Bild: Andrea Stalder, Juli 2017)

Nein heisst Nein. Da ändert in der Stadt Frauenfeld auch nichts, wenn im st.-gallischen Altstätten wegen der aktuellen Coronakrise plötzlich Marktfahrende ihre Stände im ganzen Zentrum verteilt mit einem Mindestabstand von 100 Metern voneinander aufbauen und ihre Frischeprodukte feilbieten dürfen.

Denn in Frauenfeld hält der Stadtrat in Absprache mit der Taskforce Covid-19 am Mitte März ausgesprochenen Verbot für den Wochenmarkt fest, der gewöhnlich zwei Mal wöchentlich in der Allee an der Promenadenstrasse stattfindet.

«Die Platzverhältnisse lassen eine zufriedenstellende Regelung nicht zu, mit der genügend Abstand und das Versammlungsverbot des Bundes eingehalten werden können.»
Cornelia Trefzer, Kommunikationsleiterin Stadt Frauenfeld.

Cornelia Trefzer, Kommunikationsleiterin Stadt Frauenfeld.

(Bild: PD)

Das teilt die städtische Kommunikationsleiterin Cornelia Trefzer mit. Das sei nach intensiven Diskussionen herausgekommen, denn laut Trefzer habe ein Wochenmarkt auch eine soziale Komponente. «Am Markt trifft man sich und geniesst die Atmosphäre», meint sie. Zudem widerspreche die Einladung zum Bummeln und Verweilen eben den auferlegten Verordnungen des Bundesamtes für Gesundheit.

Stadt stellt Liste mit Kontaktdaten online

Dafür führt die Stadt Frauenfeld neuerdings auf ihrer Internetseite eine Liste mit Kontaktdaten zu den rund drei Dutzend Marktfahrenden, die gewöhnlich auf der Promenade Halt machen. Zudem hat alt CH-Gemeinderat Benjamin Stricker in seinem Umfeld Kontakte herumgereicht, um Marktfahrende für einen Lieferservice von Frischwaren zu gewinnen.

Ziel sei es, die Verkäuferinnen und Verkäufer des Vertrauens zu Sammellieferungen nach Frauenfeld zu motivieren. Einen ähnlichen Bestellservice kennt auch die Stadt Wil. In Frauenfeld dagegen hält sich die Stadt strikt an die Vorgaben des Bundes. In Bern geht man derzeit von einer langsamen Exitstrategie ab Ende April aus. Wann genau der Wochenmarkt an die Promenade zurückkehrt, ist derzeit noch völlig offen.