Alters-Bauprojekt
So sieht das Plus beim Wohnen aus: Das Wohnkonzept Brotegg in Frauenfeld für Menschen im dritten Lebensabschnitt

Die fünf Frei-Geschwister investieren in der Brotegg 15,5 Millionen Franken in eine Anlage mit 32 Alterswohnungen. Dank Bistro und Spa soll die Überbauung ein Mehrwert für das ganze Quartier werden.

Mathias Frei
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Geschwister und Erbengemeinschaft: Christoph Frei, Vreni Frei Blatter, Stefan Frei, Ueli Frei und Markus Frei.

Geschwister und Erbengemeinschaft: Christoph Frei, Vreni Frei Blatter, Stefan Frei, Ueli Frei und Markus Frei.

Bild: PD

«Wie wollen wir dereinst leben, wenn wir pensioniert sind?» Diese Fragen stellten sich die Geschwister Frei. Die Antwort darauf heisst Wohnkonzept Brotegg und entsteht derzeit eben dort, wo früher der Frei’sche Landwirtschaftsbetrieb stand, auf dem fünf Generationen wirkten, Broteggstrasse/General-Weber-Strasse.

Geschwister Frei mit mehreren Partnern

Die Erbengemeinschaft Frei gibt ihr Land als Sicherheit ins Wohnkonzept Brotegg. Die Finanzierung der Kosten der Überbauung von 15,5 Millionen Franken stellt die Sulzer Vorsorgeeinrichtung, Winterthur, sicher. Um die individuellen Dienstleistungsangebote ist die Bonacasa AG mit Sitz im solothurnischen Oensingen besorgt. Die Firma bedient schweizweit 9000 Wohnungen mit diesen Angeboten. Die Erstvermietung und Bewirtschaftung ist bei Tobler Immobilien, Frauenfeld. (ma)

www.brotegg.ch

Visualisierung: der begrünte Innenhof.

Visualisierung: der begrünte Innenhof.

Bild: PD

Auf den ersten Blick wächst dort eine Überbauung in ansprechender Architektur. Drei Gebäude, 32 Wohnungen,grösstenteils mit 2,5 und 3,5 Zimmern– Alterswohnungen, wie man sie auch andernorts schon kennt, mit viel Komfort. Für Gäste der Mieter – in Vollbelegung 45 bis 50 Personen – gibt es ein Gästestudio. Und weiter: eine Tiefgarage für Autos und Velos, natürlich mit E-Ladestation und eigenem Carsharing, dazu ein öffentliches Bistro, ein Spa- und Fitnessbereich, eine Bibliothek, ein Mehrzweckraum, eine ­Gesundheitspraxis. Draussen: Park, Grillstelle, Wasserspiel. Natürlich ist der Bau energetisch auf dem neuesten Stand. Wichtig ist die betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit. Der Betrieb muss sich selber tragen.

Visualisierung: das öffentliche Bistro.

Visualisierung: das öffentliche Bistro.

Bild: PD

Christoph Frei, einer der fünf Frei-Geschwister, spricht am Donnerstagnachmittag bei einer Besichtigung der Bau­stelle, die seit Oktober 2019 läuft, von einem «innovativen, originellen Gesamtpaket». Oder auch:

«Wir vermieten hier mehr als nur Wohnraum, sondern vermitteln ein Lebensgefühl.»

Möglich wird das ab kommendem Juli. Dann ist Erstbezug. Zwölf Wohnungen sind schon reserviert. «Und das ohne Werbung. Die meisten Leute kommen hier aus dem Quartier», sagt Ueli Frei. Im Schnitt seien sie etwa 70-jährig. Dass dieses Gesamtpaket auch etwas kostet, dessen sind sich die Geschwister bewusst. 2,5-Zimmer-Wohnungen gibt es ab 1530 Franken, ein Zimmer mehr gibt es für 1870 Franken aufwärts. Und die 4,5-Zimmer-Wohnung kostet 3060 Franken oder mehr. Eher hochpreisig, aber angesichts der Infrastruktur durchaus gerechtfertigt, das ist die Meinung.

Visualisierung: Aussenansicht.

Visualisierung: Aussenansicht.

Bild: PD

Wäscheservice und auch Mahlzeitendienst

Man will hier wegen des Gesamtpakets wohnen. Weil die Brotegg Mittelpunkt des Quartiers ist und in dieses ausstrahlt, wie das schon vor 60 Jahren so war, wie Christoph Frei sagt. Die Grundidee des Wohnkonzepts Brotegg sei Sicherheit. Das wiederum erzeuge Lebensqualität. Wichtig hierfür ist das Assisted Living. Die Firma Bonacasa ­bietet individuell an, was es braucht: von der Wohnungsreinigung über Wäscheservice und Mahlzeitendienst bis zur 24-Stunden-Sicherheit dank Technik. Vreni Frei Blatter, Fachfrau Gesundheit, betreibt inhouse eine Gesundheitspraxis, ein niederschwelliges vorärztliches Beratungsangebot, das vor Ort etwa in Prävention oder Betreuung unterstützt und auch Triage macht, etwa zum Hausarzt. Sie rechnet damit, dass das pflegerische Angebot erst im Laufe der Zeit zunimmt.

Visualisierung: Blick in eine Wohnung.

Visualisierung: Blick in eine Wohnung.

Bild: PD

Und nicht zu vergessen: das lebenslange Lernen, das wichtiger Teil des Wohnkonzepts ist. Das passiert mit kulturellen oder gesellschaftlichen Anlässen, Diskussionsforen oder Wissensvermittlung in Form von Ringvorlesungen und Kursen. Und das Beste am Ganzen: All diese Anlässe und Bonacasa-­Dienstleistungen sind auch offen fürs Quartier.

«Wir wollen einen Mehrwert für die ganze Brotegg schaffen.»
Visualisierung: Blick von einem Gang in den Innenhof.

Visualisierung: Blick von einem Gang in den Innenhof.

Bild: PD