Alternative mit Ablaufdatum: Nach Schliessung des Aadorfer Bahnschalters können Kunden nach Elgg ausweichen

Die SBB bedienen ihren Schalter nur noch bis Ende Monat. Danach verweist das Unternehmen für Beratungen an die umliegenden Städte. Doch im benachbarten Elgg gibt es ebenfalls eine Verkaufsstelle.

Kurt Lichtensteiger
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Vormals SBB, jetzt Drittverkaufsstelle: Judith Graf bedient am Schalter in Elgg eine Kundin. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Vormals SBB, jetzt Drittverkaufsstelle: Judith Graf bedient am Schalter in Elgg eine Kundin. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Diesen Abbau bedauern vor allem ältere Fahrgäste: Die SBB schliessen per Ende Monat ihren bedienten Bahnschalter in Aadorf. Komplexere Dienstleistungen sind danach nur noch in den umliegenden Städten Wil, Winterthur und Frauenfeld erhältlich.

Zwar nahm sich die Bundesbahn mit einer Schulung alle Mühe, Interessenten mit den neuen Gegebenheiten anzufreunden. Doch von alten Gewohnheiten wegzukommen, damit tun sich Ältere schwer, wie die Erfahrung lehrte. Indes: Die Möglichkeit, sich im nahen Elgg zu behelfen, ist in diesem Zusammenhang fast etwas untergegangen.

Judith Graf ist in Elgg seit fünf Jahren Geschäftsführerin des Reisebüros «Sunshine» und dort auch für die Drittverkaufsstelle der SBB zuständig, sie bietet also die in Aadorf bald verschwundene Dienstleistung gleich im Nachbardorf weiterhin an – allerdings nur noch anderthalb Jahre, nämlich bis Ende 2020. Dann wird auch der Schalter in Elgg geschlossen.

Zuvor können Individual- und Gruppenreisen sowie In- und Ausland-Billette bei persönlicher Beratung weiterhin in Elgg gekauft werden. Vor allem für ältere Leute, die Wert auf persönliche Beratung legen, weder per Handy noch via Internet ein Billett lösen wollen und auch lieber den Billett-Automaten meiden, ein probates Mittel.

«In anderthalb Jahren bin ich pensioniert, sodass der Jobverlust für mich nicht weiter tragisch ist.»

Judith Graf meint zu ihrem Geschäftsgang: «Eigentlich läuft es hier ganz gut, aber doch immer etwas weniger.» Die Tendenz gehe eindeutig auf Online-Buchung. Zudem könne sie Online-Aktionen nicht verkaufen. «In anderthalb Jahren bin ich pensioniert, sodass der Jobverlust für mich nicht weiter tragisch ist», sagt sie, und wendet sich gleich einer nächsten Kundin zu.

Wie es mit dem Schalter in Elgg als auch mit dem Bahnhofgebäude in Aadorf weiter geht, bleibt nach wie vor offen, denn das Sagen haben diesbezüglich die SBB. An Ideen und Nutzungskonzepten dürfte es nicht fehlen: So etwa könnte das Bahnhofgebäude in Aadorf für einen sogenannten Coworking Space räumlich geeignet und örtlich günstig gelegen, zur Zweckentfremdung geeignet sein und deshalb in Frage kommen. Davon war zumindest schon die Rede.

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