Alt Kantonsrat Alfred Muggli erzählt in Steckborn seine Geschichte

Oral-History-Anlass an diesem Wochenende im Haus zur Glocke an der Seestrasse Steckborn. Ausserdem eröffnet die St. Galler Künstlerin Marlies Pekarek ihre Scrapbook-Ausstellung.

Drucken
Teilen
 Marlies Pekarek in ihrem Atelier in St. Gallen. Sie stellt ab Samstag in Steckborn aus.

Marlies Pekarek in ihrem Atelier in St. Gallen. Sie stellt ab Samstag in Steckborn aus.

(Bild: Ralph Ribi, 3. August 2015)

(red) Am nächsten Wochenende wird im Haus zur Glocke in Steckborn zum vierten Mal der Oral-History-Anlass aufgenommen. Diesmal interviewt Christoph Ullmann den früheren Kantonsarzt und Präsident der Turmhof-Stiftung Alfred Muggli. Das Gespräch mit Alfred Muggli findet zusammen mit einem Video-Interview einmalig am Samstagabend um 20.00 Uhr statt. Am Sonntag wird die Videoaufzeichnung um 17.00 wiederholt, Christoph Ullmann steht dann als Autor Red’ und Antwort.

Alfred Muggli, anlässlich der Eröffnung des umgebauten Turmhofs in Steckborn im August 2018.

Alfred Muggli, anlässlich der Eröffnung des umgebauten Turmhofs in Steckborn im August 2018.

(Bild: Donato Caspari)

Zusammen mit Künstlerin Marlies Pekarek wird im Dachstock des Steckborner Kulturhauses ihre neue Arbeit eröffnet. Diese basiert auf sogenannten Scrapbooks, mit welchen sie sich seit 1990 auseinandersetzt. Eine «Scrapbook»ist eine Art künstlerisch gestaltetes Fotoalbum, ein grafisches Tagebuch, das Geschichten erzählte. «The Australien Women’s Diaries» etwa ist eine vorgedruckte Agenda, welche neben den Daten bereits Texte, grafische Vorlagen und Bilder enthält.

Ein Volkshobby, erfunden von Queen Victoria

Scrapbooking – in England, Amerika und Australien ein Volkshobby – wurde Ende des 19.Jahrhunderts durch Queen Victoria als eine der ersten Scrapbookerinnen ins Leben gerufen und wird bis heute gepflegt. Die Arbeit von Marlies Pekarek basiert auf dieser Tradition, indem sie Scrapbooking künstlerisch weiterentwickelt. Sie betreibt ihre Feldforschungen seit langem und immer wieder vor Ort.

Sie verschmilzt ihre Recherchen aus verschiedensten Reisen in ihrer künstlerischen Arbeit. Neben dem Motiv der Maske und des Schleiers gilt ihr Augenmerk dem Umgang mit Kult-Objekten im Alltag. Oft sind diese Objekte Massenprodukte und werden von der Künstlerin als solche in ihr Werk integriert und transformiert. So erhalten kleine Pilgerandenken aus Kunststoff das gleiche Gewicht wie eine historische Fotografie.

Pekarek hat ein dichtes Geflecht von Symbolen über ihre Arbeit gelegt, auch Tiere tauchen darin immer wieder auf. Vor allem Affe, Hase und Hund. Der Hund gilt als Gefährte des Menschen, als Nachfahre des Wolfes, er symbolisiert die Treue, aber auch die domestizierte Natur. Zugleich funktioniert er als Dekorationsobjekt und indirektes Zahlungsmittel.

Die Doppeldeutigkeit dieser Figuren steht im Kontrast zu den Heile-Welt-Sujets der herkömmlichen Glanzbilder. Immer wieder unterwandert Marlies Pekarek das vermeintlich Harmlose mit feinsinniger Ironie.

Hinweis:
Infos unter hauszurglocke.ch.

Mehr zum Thema