«Alles wird mit Liebe gekocht»: Tuttwiler Nepalese macht sich mit Verkaufswagen selbständig und bietet Momos an

Seit rund einem Jahr wohnt er in der Schweiz. Zunächst kochte Rohan Bhandari gerne für Bekannte und Freunde. Nun hat er einen Verkaufswagen erworben, in dem er eine Spezialität aus seiner Heimat zubereitet.

Maya Heizmann
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Rohan Bhandari in seinem Food Truck bei der Zubereitung von Momos. Die Maske hat er für das Foto kurz ausgezogen.

Rohan Bhandari in seinem Food Truck bei der Zubereitung von Momos. Die Maske hat er für das Foto kurz ausgezogen.

Bild: Maya Heiuzmann

Ob Ravioli oder Tortellini aus Italien, polnische Piroggen, Schwäbische Maultaschen, Samosas aus Indien, Pelmenis in Russland, Burakis in Armenien, Wan Tans, Jiaozis oder Dumplings in Tibet und China: Gefüllte Teigtaschen gibt es überall auf der Welt. Für den gebürtigen Nepalesen Rohan Bhandari sind die typischen Momos wichtig, eine köstliche Spezialität aus seiner Heimat.

Der 24-jährige Koch aus Tuttwil wird von seinen Freunden «Ronny» gerufen. «Mo:mo Paradise» nennt Rohan Bhandari seinen orange-roten Food Truck. Der fahrbare Container ist seine Küche, wo er seine Momos herstellt. Zugleich dient er ihm auch als Verkaufsladen. Auf kleinstem Raum ist alles Nötige vorhanden: Eis- und Kühlschrank, zwei Fritteusen, Heissplatten für die Dampföfen sowie ein Tisch zur Zubereitung der Teigtaschen sowie Verpackungsmaterial und Getränke.

Bhandari ist noch auf der Suche nach einer idealen Mehlmischung. Die kleinen Stücke der Teigrolle werden zwei Milimeter dick ausgewallt und zu Kreisen von fünf Zentimetern geformt. Die vorbereitete Füllung, Gemüse oder Fleisch, wird in die Mitte der Teigkreise gegeben und in gekonnter Falttechnik fest verschlossen. Weiter in spezielle Steamer gesetzt und zehn bis zwölf Minuten gegart. Die Momos können auch frittiert genossen werden.

Gemüse aus dem eigenen Garten

Ebenfalls bietet Bhandari ein feines Chicken Curry von Freilandhühnern an. Das Gemüse stammt vorwiegend aus dem eigenen Garten. Die schmackhaften Köstlichkeiten sind ein Mix aus der traditionellen asiatischen Küche und eigenen Ideen. Bhandari versichert:

«Alles wird mit Liebe gekocht. Ob Fleisch oder Gemüse, alle Zutaten sind Bio und von bester Qualität.»

Rohan Bhandari ist im Distrikt Chitwan in Nepal mit seinen Eltern und seinem um zwei Jahren jüngeren Bruder Rajo aufgewachsen. Nachdem er eine zweijährige Schulausbildung in Hotel Management absolvierte, arbeitete er für ein paar Jahre in einem Restaurant in Bokhara in Nepal.

Im Januar 2017 reiste er zum heiligen Pilgerort der Hindus nach Tiruvannamalai in Tamil Nadu Südindien, wo er ein Restaurant «German Bakery» und einige Appartements betrieb. Dort lernte er Monika Hermann aus Tuttwil kennen, welche dort im Ashram weilte. Die beiden verliebten sich. Im Sommer 2019 beschlossen sie, zusammenzuziehen.

Heirat im Januar

Monika Hermann und Rohan Bhandari heirateten im Januar 2020 in Frauenfeld. In der Schweiz fing Bhandari an, für Freunde und Bekannte zu kochen. Bald fand er einen gebrauchten Food Truck und richtete seinen Verkaufsstand ein und machte sich selbständig. Er sucht nun noch einen kleinen Raum mit Küche und sanitären Anlagen, um damit seine Produktion vergrössern zu können.

Bhandaris Take-away-Wagen «Mo:Mos Paradise» steht normalerweise jeweils am Dienstag in Aadorf auf dem Gemeindeplatz und Donnerstag und Freitag in Frauenfeld an der Freiestrasse. Weil der Tuttwiler bis zum 10. Oktober Ferien macht, hat auch der Verkaufswagen noch einige Tage Pause.

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