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Thurgauer Denkmalpflege achtet auch auf die inneren Werte

Wie sah es früher in Thurgauer Häusern aus? In ihrem neuen Band «Innere Werte» ­widmet sich die Denkmalpflege dem Wert und dem Schutz historischer Ausstattungen.
Dieter Langhart
Bauernstube mit einem schlichten braunen Kachelofen aus den 1950er-Jahren – Einbauschrank mit Uhrenkasten, Felderdecke und Bretterboden sind älter. (Bild: PD/René Zimmermann)

Bauernstube mit einem schlichten braunen Kachelofen aus den 1950er-Jahren – Einbauschrank mit Uhrenkasten, Felderdecke und Bretterboden sind älter. (Bild: PD/René Zimmermann)

Man möchte Felicitas Meile stundenlang zuhören, wie sie von Bohlenständerbauten und Kachelöfen erzählt, von Einbauschränken und Uhrenkästen, von Holzdielen und Feldertäfer. «Alles hatte seinen Platz in der Bauernstube», sagt die Inventarisatorin im Amt für Denkmalpflege im Thurgau.

Sie steuert ein Kapitel bei für das neue Buch «Innere Werte». Um «Historische Ausstattungen im Denkmal» geht es im zwanzigsten Band der Publikationsreihe, der kommenden Dienstag dem Publikum vorgestellt wird – just im Saurer Werk Arbon, das für einen völlig anderen Gebäudetypus steht.

Verborgene Schätze in den Innenräumen

Erstmals widmet die Denkmalpflege das Schwerpunktthema dem Innenleben historischer Häuser, und die Bauernstube ist derart zentral für unseren Landkanton. «Die Stube, ja die Raumeinteilung ist als Teil der gesamten Hauskonstruktion zu begreifen», sagt Felicitas Meile. «In den Innenräumen sind oft Schätze verborgen.»

Die Stube als einziger rauchfrei beheizbarer Wohn- und Arbeitsraum war eine Errungenschaft des Mittelalters, die zusammen mit der verrauchten, bis unters Dach offenen Küche das Zweiraumhaus bildete. In der Küche heizte man den Kachelofen und die Chust in der Stube ein.

Licht spendete die Fensterreihe gegenüber der brandschutztechnisch meist mit Kacheln geschützten Binnenwand. Die Haustüre führte in der Regel in die Küche oder in den Flur. Ein Buffet mit Anrichte war üblich in der Bauernstube und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts – einer politischen Umbruchzeit – durch Einbauschränke mit Uhrenkästen ergänzt. Bisweilen kamen eine Nebenstube und unbeheizte Kammern im Obergeschoss hinzu. Der Zimmermann war und blieb der wichtigste Handwerker beim Hausbau, und mit einfachen Mitteln wie Fasen oder feineren Leisten versuchte er zu gestalten.

Brücken bauen zwischen Privaten und Denkmalpflege

Und welche Rolle spielt die Denkmalpflege? «Bauherren, Gemeinde, Handwerker und die Denkmalpflege sind stets im Dialog», sagt Silvana Rageth, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Denkmalpflege. «Der Dialog ist wichtig für gute Entscheide», sagt Felicitas Meile, er baue also eine Brücke zwischen Privaten und dem Amt. Die Fachstelle schätzt ein, wie wertvoll die Bausubstanz und das Interieur eines alten Hauses sind, und sieht sich als Ratgeberin für Erhalt und Restauration. Die Denkmalpflege kann erklären und empfehlen, sie kann nicht vorschreiben.

Auch im neuen Band sind die verborgenen Schätze an ihrem angestammten Ort mit fotografischen Bildstrecken reich illustriert und schmeicheln dem Auge des Betrachters. Denn «Innere Werte» will sie zeigen, die verborgenen Schätze in Horn oder Hefenhofen.

Hinweis: Buchvernissage: Di, 4.12., 19 Uhr, Saurer Werk I, Arbon

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