Alex Goods Musikerleben ennet der Komfortzone: Der Frauenfelder Singer/Songwriter tauft seine neue Platte

Seit 25 Jahren spielt Alex Good in Rockbands. Lange war er Sideman. Nun veröffentlicht er neue Songs als Bandleader.

Mathias Frei
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Alex Good (Zweiter von unten) mit Band.

Alex Good (Zweiter von unten) mit Band.

(Bild: PD/Beth Wimmer)

Es sei wieder mal Zeit geworden. Zeit für neue Songs. Zeit für eine EP, ein Minialbum. «Heutzutage muss man fast im Halbjahresrhythmus neues Material raushauen, um im Ohr zu bleiben», sagt Alex Good. Das Schöne sei, dass er diesen Druck nicht habe.

«Ich habe kein Label, keinen Vertrieb, ich mache alles selber.»

Den meisten Druck macht sich der Frauenfelder Musiker selber. Weil: Dieses Reissen, das muss er nutzen. Und am Ende ist das Resultat die EP «Call of the Void» mit fünf neuen Songs. Diesen Samstag wird der Silberling in der Eisenbeiz getauft.

Würde es eine «Hall of Fame» der Frauenfelder Bandszene gebe: Der 41-jährige Good hätte einen Platz auf sicher. Mit 16 fing es mit der ersten Schülerband an. Gitarrist und für Backing-Vocals verantwortlich war er etwa bei Mind’s Eye, Genem, Mascara, Tuesday, Sinside, Pure und bei den Galgevögeln. Vor fünf Jahren dann glückte der Versuch, Good schrieb selber Songs, komponierte selber. Das war die Wandlung zum Bandleader, zu Alex Good & Band. Singer-/Songwriter-Sound tritt auf Blues- und Classic-Rock, dazu Americana-Einschlag – und gut ist. 2015 folgte ein erstes Album: «Get real». 2018 folgten zwei Single-Auskopplungen, die es nur digital zu kaufen gab.

Good hat einen normalen Brotjob. Musik ist Hobby. «Das ist mehr als Hobby, das ist Leidenschaft», sagt er. Er muss keine Hits schreiben. Gleichwohl gelang Good mit der 2018er-Single «Good Times» ein Achtungserfolg, als der catchy Song ein Jahr lang bei der Fluggesellschaft Swiss Titelsong im Bordentertainment war. Ob es mit der neuen EP ebenfalls zu viel Airplay reicht? «Einer der fünf Songs könnte einigermassen radiotauglich sein», meint Good.

Konzerte haben seine Stimme geformt

Dass das Bandleader-Dasein ihn aus der Komfortzone herausgeholt hat, davon erzählt Alex Good. Seit dem ersten Album «Get real» hätten sie viele Konzert gespielt.

«Das hat meine Stimme weiter geformt.»

Als Frontmann sieht er sich als «primus inter pares». Musik und Texte schreibt er, in Sachen Arrangements erhält er aber viel Unterstützung von seinen Mitmusikern, auf die er grosse Stücke hält. Raffi Meyer (Gitarre) war schon 2015 beim ersten Album mit von der Partie. Für Matthias Spitz ist neu Markus Eberle (Schlagzeug) an Bord. Meyer und Eberle sind wie Good Frauenfelder Musikurgesteine. Und für Heinz Morf steht nun Nicolas Winter am Bass. Auch Goods neue Besetzung besteht komplett aus Profimusikern. Und wenn es nach dem Anfang-Vierziger geht, soll das Musikerleben noch lange andauern. «Solange ich das Feuer in mir spüre.»

Samstag, 15.Februar, 20 Uhr, Eisenbeiz. Kollekte.

www.alexgood.ch

Monika Rietmann und Alex Good alias Pure.

Monika Rietmann und Alex Good alias Pure.

(Bild: Stefan Schaufelberger, 26.Mai 2010)
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FRAUENFELD. Alex Good war 20 Jahre lang immer musikalischer Side-Man. Dann stand er vergangenes Jahr am «Musig i dä Stadt» in Frauenfeld erstmals als Bandleader auf einer Bühne. Und ein gutes Jahr später ist sein erstes Album da. Morgen findet die Plattentaufe von «Get real» im «Dreiegg» statt.
Mathias Frei