Das Besuchsverbot in Heimen fällt - zum Coiffeur mit der Schutzmaske

Ein Stück Normalität kehrt zurück: Der Besuch im Pflegeheim wird wieder möglich. Erste Lockerungen nach dem Corona-Lockdown betreffen auch das Gesundheitswesen. Spitäler und Kliniken nehmen wieder nichtdringliche Eingriffe vor.

Silvan Meile
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Nur bei den Bändeln anfassen. Kantonsapothekerin Nadja Müller demonstriert den Umgang mit Schutzmasken.

Nur bei den Bändeln anfassen. Kantonsapothekerin Nadja Müller demonstriert den Umgang mit Schutzmasken.

Bild: Donato Caspari

Jakob Stark hat bereits einen Coiffeur-Termin. «Es ist ein gutes Gefühl, dass nach sechs Wochen rigorosem Lockdown wieder ein erstes Stück Normalität Einzug hält», sagt der Regierungspräsident und Gesundheitsdirektor am Montag an einer Medienkonferenz. Normal wird aber der Coiffeurbesuch nicht sein.

Regierungsrat Jakob Stark

Regierungsrat Jakob Stark

Bild: Donato Caspari

Noch immer gelten Hygiene- und Abstandsregeln. Die Betriebe müssen ausserdem ein Schutzkonzept vorlegen. Für einen Coiffeursalon bedeutet dies gemäss Verband Schweizer Coiffeurgeschäfte unter anderem, dass sowohl Mitarbeitende als auch Kunden eine Schutzmaske tragen müssen.

Besucher in Heimen müssen Vorgaben beachten

Eine schwierige Zeit haben die Pflegeheime hinter sich. Sie waren fast komplett abgeschirmt. Nur in «besonders belastenden Situationen, wie beispielsweise ein Lebensende», waren dort in den letzten Wochen Besuche möglich, erklärt Karin Frischknecht, Chefin des kantonalen Amtes für Gesundheit.

Doch nun gibt es für die Heimbewohner einen Lichtblick. Das Besuchsverbot wird ab 1. Mai gelockert. Die Heime müssen jedoch strikte Vorgaben einhalten. «Spontane Besuche sind nicht möglich», sagt Frischknecht, «es braucht immer eine Anmeldung». Ausserdem müsse im Heim eine «Begegnungszone» im öffentlich zugänglichen Raum definiert werden. Berührungen seien tabu.

Karin Frischknecht, Chefin Amt für Gesundheit

Karin Frischknecht, Chefin Amt für Gesundheit

Bild: Donato Caspari

Personenbezogene Tätigkeiten, beispielsweise jene von Therapeuten oder Coiffeusen, dürfen unter Einhaltung der geltenden Regeln jedoch auch in den Heimen wieder ausgeübt werden.

Spitäler gehen wieder in den Normalbetrieb über

Unternehmer und Privatpersonen sind selber für die Beschaffung von Masken verantwortlich, sagt Kantonsapothekerin Nadja Müller. Der Bund beliefere nun den Detailhandel mit täglich einer Million Masken.

«Für Gesundheitsfachpersonen sind genügend vorhanden.»

Auch für das Gesundheitswesen sind Lockerungen vorgesehen. «Spitäler und Kliniken dürfen ihren Betrieb wieder im vollen Umfang wahrnehmen und somit auch nichtdringliche Eingriffe wieder vornehmen», sagt Stark. Eine wichtige Einschränkung aber bleibt: Sie müssen genügend Platz für Covid-19-Patienten garantieren. Für den Kanton Thurgau bedeute dies, dass 60 Akutbetten und 18 Intensivbetten reserviert sein müssen.

Bisher kam der Thurgau glimpflich durch die Coronazeit. Am 4. April, dem bisherigen Höhepunkt im Kanton, waren 34 Covid-19-Patienten hospitalisiert. Aktuell sind es noch 21, während die Anzahl an Neuansteckungen tendenziell deutlich zurückgeht, wie die aktuellen Zahlen zeigen. «Gesundheitspolitisch ist die Lockerung vertretbar», sagt Stark.

Kantonsärztin Agnes Burkhalter

Kantonsärztin Agnes Burkhalter

Bild: Donato Caspari

Nun werde wieder ein sogenanntes Contact-Tracing aufgenommen, sagt Kantonsärztin Agnes Burkhalter. Das bedeutet primär, dass für Kontaktpersonen von neu Erkrankten sofort Quarantäne oder Isolation dringlich empfohlen wird.