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Agroscope-Standort: Hoffnung, aber auch neue Konkurrenz für Tänikon

Die Finanzkommission des Nationalrats wehrt sich gegen die radikalen Zentralisierungspläne bei der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt. Bis Ende Jahr soll sich der Bundesrat für drei Hauptstandorte entscheiden.
Larissa Flammer
Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope in Tänikon, Gemeinde Aadorf. (Bild: Olaf Kühne)

Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope in Tänikon, Gemeinde Aadorf. (Bild: Olaf Kühne)

Der Thurgauer Markus Hausammann (SVP) präsidiert die Finanzkommission des Nationalrats. In dieser Funktion trat er am Freitagabend in Bern vor die Medien, nachdem die Kommission sich mit der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope beschäftigt hatte.

Im Gegensatz zu den ersten Plänen von Bundesrat Johann Schneider-Ammann will die Kommission Agroscope nicht auf einen einzigen Standort beschränken. Hausammann sagte:

«Neben einem zentralen Standort soll es je ein regionales Zentrum in der deutschsprachigen und in der französischsprachigen Schweiz geben.»

Das Einsparpotenzial bleibe praktisch gleich gross, wie Abklärungen ergeben hätten. Eine Kommissionsmotion beauftragt den Bundesrat, ein solches Konzept zu prüfen.

Markus Hausammann, Thurgauer SVP-Nationalrat und Kommissionspräsident. (Bild: KEY)

Markus Hausammann, Thurgauer SVP-Nationalrat und Kommissionspräsident. (Bild: KEY)

Zu den Chancen der einzelnen Standorte kann Hausammann auf Anfrage keine Auskunft geben. Jeder müsse sich nun beweisen. «Wir erwarten den Entscheid des Bundesrats bis Ende Jahr.»

Sollte der zentrale Standort tatsächlich wie geplant im freiburgischen Posieux liegen, konkurrieren in der Deutschschweiz das thurgauische Tänikon, Reckenholz und Wädenswil (beide ZH) um den Status als regionales Zentrum. «Die anderen beiden Standorte könnten allenfalls als Satelliten weiter bestehen.»

Gespartes Geld soll reinvestiert werden

Eine zweite Kommissionsmotion beauftragt den Bundesrat, die Sparvorgabe in der Höhe von 20 Prozent zu überprüfen und in eine Effizienzvorgabe umzuwandeln. Hausammann erklärte: «Auch wir orten Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern.» Das gesparte Geld müsse aber wieder der Forschung zugute kommen.

«Durch die Strukturanpassungen müsste es möglich sein, anstatt in Beton in Köpfe und in Arbeitsleistung zu investieren.»

Laut Hausammann sind die Vorschläge der Kommission bei Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann auf fruchtbaren Boden gefallen.

Die Motion der Thurgauer Ständerätin Brigitte Häberli (CVP), mit der Agroscope in eine autonome öffentlich-rechtliche Anstalt umgewandelt werden soll, wurde im Nationalrat ebenfalls der Finanzkommission zugewiesen. Hausammann sagte: «Für diesen Entscheid braucht es zusätzliche Abklärungen.» Die Motion wird deshalb für ein Quartal ausgesetzt. Das Departement soll in einem Zusatzbericht darlegen, wie sich eine solche Auslagerung auswirken würde. Zusätzlich soll es Auskunft darüber geben, wie Agroscope künftig geführt werden soll.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann in der Kritik

Die landwirtschaftliche Forschung des Bundes soll in Posieux (FR) konzentriert werden. Diese Pläne wurden im März 2018 bekannt. Hauptziel: Die Betriebskosten senken. Nach Bekanntwerden wehte Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann aus vielen Landesteilen Kritik entgegen. Parlamentarier – darunter Thurgauer – überhäuften ihn mit Vorstössen. Denn: Es drohte die Schliessung des Agroscope-Standortes Tänikon mit rund 100 Arbeitsplätzen. Obschon der Kanton im August 2017 den Landwirtschaftsbetrieb vom Bund übernommen hatte, um den Standort zu sichern. Die eidgenössischen Räte hiessen mehrere Vorstösse gut, die einen Marschhalt forderten. Ende September nahm der Ständerat die Motion von Brigitte Häberli (CVP, TG) an. Sie verlangt, Agroscope in eine autonome öffentlich-rechtliche Anstalt analog der ETH umzuwandeln. (seb.)

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