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Ärzte, Apotheker und Spital führen Frauenfelder Spitalapotheke gemeinsam

Der Thurgauer Apothekerverband wehrt die staatliche Konkurrenz ab. Die Thurmed AG beschränkt sich auf eine Beteiligung von 26 Prozent an der Frauenfelder Spitalapotheke. Die Apotheker möchten die Münsterlinger Spitalapotheke einbeziehen, was die Thurmed ablehnt.
Thomas Wunderlin
Nächsten August oder September wird im Parterre des Kantonsspitals Frauenfeld eine Apotheke eröffnet. (Bild: Mareycke Frehner)

Nächsten August oder September wird im Parterre des Kantonsspitals Frauenfeld eine Apotheke eröffnet. (Bild: Mareycke Frehner)

Ende Sommer 2019 wird im Erdgeschoss des Kantonspitals Frauenfeld eine Apotheke eröffnet. Betrieben wird die «Horizont Apotheke» von einer Aktiengesellschaft, die im Dezember 2018 gegründet wird, wie der Regierungsrat mitteilt. Das Geschäft ist lukrativ. Rund 30 Prozent ihres Umsatzes erzielen Thurgauer Apotheken mit frisch aus dem Spital entlassenen Patienten.

Ursprünglich wollte die Thurmed AG die Spitalapotheke allein führen. Doch der Verein Apotheken Thurgau, dem 20 der 24 Apotheken im Kanton angehören, wehrte sich gegen die kantonale Konkurrenz. Der Fischinger CVP-Kantonsrat Josef Gemperle hatte das Anliegen aufgenommen. Mit sieben weiteren Parlamentariern reichte er vor Jahresfrist eine Interpellation ein, die 50 Mitunterzeichner fand.

Der Kanton moderierte die Verhandlungen

Nach Verhandlungen, bei denen der Kanton als Moderator auftrat, beschränkt sich die Thurmed AG auf eine Minderheitsbeteiligung von 26 Prozent, die sie via Spital Thurgau AG hält. Weitere 26 Prozent des Aktienkapitals von 700000 Franken stammen vom Ärztenetzwerk Thurgau. Mit 48 Prozent ist der Verein Apotheken Thurgau der Hauptaktionär. Im fünfköpfigen Verwaltungsrat hat jede Seite einen Sitz. Die Apotheker stellen ausserdem den Verwaltungsratspräsidenten. Zu Beginn entsendet auch der Kanton einen Vertreter.

Gemäss Interpellationsantwort verfügt der Kanton über keine gesetzliche Grundlage, um eine Apotheke zu betreiben. Ob die kantonseigene Thurmed AG dies darf, darüber möchte der Interpellant diskutieren. Er sieht Handlungsbedarf bei der 2014 eröffneten Campusapotheke im Spital Münsterlingen. Diese bleibt eine 100-Prozent-Tochter der Spital Thurgau AG. Laut Regierungsrat ist die von ihm selber definierte Eigentümerstrategie massgebend. Gestützt darauf habe er die Beteiligung an der Horizontapotheke genehmigt. Zur Campusapotheke nimmt er keine Stellung, obwohl die Interpellation auch auf sie zielt.

Spitalapotheke sichert
Medikamentenversorgung

Eine Gefährdung ländlicher Apotheken befürchtet er nicht. Die Horizontapotheke befinde sich in städtischer Umgebung. Laufkundschaft ziehe sie kaum an.

Patienten sollen in der Horizontapotheke bei Bedarf ihre ersten Medikamente bei Spitalaustritt beziehen können. Das liegt laut Regierung «insofern im öffentlichen Interesse, als es Patienten gibt, die ein Rezept aufgrund des auf sich zu nehmenden Weges zur nächsten Apotheke oder einem Termin beim Hausarzt erst nach einigen Tagen verzögert einlösen – die Medikamentenversorgung wird unterbrochen».

Stefan Ullmann, Präsident Verein Apotheken Thurgau. (Bild: PD)

Stefan Ullmann, Präsident Verein Apotheken Thurgau. (Bild: PD)

Danach sollen sie von ihrer Stammapotheke respektive ihrem Hausarzt versorgt werden, erklärt Stefan Ullmann, Präsident des Vereins Apotheken Thurgau. Er zeigt sich zufrieden mit der «zukunftsgerichteten Lösung». Bei der Zusammenarbeit zwischen Apothekern, Ärzten und Spital habe es noch viel Entwicklungspotenzial. Im Thurgau gebe es beispielsweise im Unterschied zu Freiburg keine Qualitätszirkel zwischen Hausärzten und Apothekern, in denen über Verordnungen, Therapien und neue Studien diskutiert werde. Ullmann bezeichnet die Münsterlinger Campusapotheke als «Dorn im Auge». Ihr Einbezug sei bei den Verhandlungen über die Horizontapotheke kein Thema gewesen, wie auch Spital-Thurgau-CEO Marc Kohler bestätigt. Der damalige Thurmed-Verwaltungsratspräsident Robert Fürer hatte im Dezember 2017 gegenüber dieser Zeitung den Einbezug der Campusapotheke abgelehnt.

Im Thurgau werden laut Regierung 70 Prozent der Medikamente von den Ärzten abgegeben, was die tiefe Apothekendichte erkläre. Freiburg, das etwa gleich viele Einwohner habe, verfüge über 73 Apotheken. In Freiburg dürfen Ärzte keine Medikamente verkaufen.

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