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Frauenfelder Wohnheim Adler fliegt näher ans Zentrum

Das Wohnheim Adler hat an der Zürcherstrasse 202 in der Frauenfelder Vorstadt ein neues Atelier eingerichtet. Am Freitag wird es mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht.
Evi Biedermann
Aktivierungsfachfrau Tanja Horn, Leiterin Beschäftigung, mit Heimleiter Gernot Klein in der Kugelwerkstatt am neuen Standort. (Bilder: Donato Caspari)

Aktivierungsfachfrau Tanja Horn, Leiterin Beschäftigung, mit Heimleiter Gernot Klein in der Kugelwerkstatt am neuen Standort. (Bilder: Donato Caspari)

Noch wird gehämmert, gestrichen, angepflanzt, da und dort sauber gemacht. Es sind nicht nur Fachleute, die Hand anlegen. Seit Februar haben auch Bewohner mitgeholfen, das neue Atelier an der Zürcherstrasse 202 einzurichten. Wer sich nun darunter einen grossen Raum vorstellt, liegt erheblich daneben. Es ist eine ganze Liegenschaft, die den Bewohnern des Wohnheims Adler künftig als Beschäftigungsstätte dient. Mitsamt einem kleinen Garten und zwei geräumigen Balkonen.

Das Haus in der Vorstadt war einst Wohn- und Arbeitsplatz der Coiffeurfamilie Hans Sollberger. Ältere Frauenfelder mögen sich vielleicht erinnern: «Solli» war in 60er- und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts stadtbekannt –nicht nur als Coiffeurmeister, sondern auch als Stadtoriginal. Nun hat sich das Wohnheim Adler dort eingemietet. «Wir brauchen mehr Platz», sagt Heimleiter Gernot Klein. Raum, um einen Teil der Bewohner zu beschäftigen. Das passiert zwar schon jetzt, nun aber kommt der kreative Bereich hinzu.

Beschäftigung erwünscht und beliebt

Zwischen 25 und 29 Bewohner gehen im Wohnheim Adler an der Bahnhofstrasse 90 täglich ein und aus, Platz hat es für maximal 30. Es sind Männer mit sozialer oder psychischer Behinderung, die vorübergehend oder dauerhaft auf ein begleitetes Wohnen angewiesen sind, tagsüber jedoch einer Arbeit ausser Haus nachgehen. Für jene, die zu solchen Verbindlichkeiten nicht befähigt sind, wurde vor drei Jahren ein niederschwelliges internes Beschäftigungsprogramm eingeführt.

Offene Türen mit Musik

Das Wohnheim Adler öffnet diesen Freitag, 14. September, von 11 bis 16.30 Uhr seine Türen sowohl im Wohnheim an der Bahnhofstrasse 90 als auch im neuen Atelier an der Zürcherstrasse 202 in der Vorstadt. Um 19 Uhr lädt Heimleiter Gernot Klein zu einer Soirée Musical in den Saal des «Adler» an der Bahnhofstrasse. Heimleiter Klein selbst (Piano) und Albert B. Hartkamp (Cello) spielen Werke des Komponisten Franz Xaver Scharwenka (1850 bis 1924). (red)

An den Arbeiten in Heimküche, Garten, Hausdienst oder beim Gebäudeunterhalt können auch Externe mithelfen. Auch wurde eine kleine Werkstatt eingerichtet. Mit Erfolg, wie sich Gernot Klein erinnert. «Die Nachfrage war gross, so dass wir uns bald fragten, wie und wo wir das Angebot erweitern können.»

Kreativität auf mehreren Stockwerken

Gefragt waren nicht nur neue Ideen, es brauchte auch mehr Personal und vor allem mehr Raum. Dieser sollte zentral liegen und nicht aus nur einem einzigen grossen Raum bestehen. «In einem einzigen Raum kann man sich nicht zurückziehen», sagt Gernot Klein. Dass den Bewohnern nun ein ganzes Haus mit vier Etagen zur Verfügung steht, findet der Heimleiter genial. «Dadurch haben wir viel mehr Möglichkeiten.» Zum Beispiel kreative Tätigkeiten anbieten. So gibt es denn im Atelier je einen Raum fürs Malen und Töpfern und eine Kugelwerkstatt. Das kann sich wieder ändern.

«Wir bauen die Beschäftigung um unsere Leute herum»

Gernot Klein.

Gernot Klein.

sagt Heimleiter Gernot Klein und zeigt auf eine Nähmaschine. Sie wartet auf den Bewohner, von dem er weiss, dass dieser gerne näht. Angedacht ist zudem, im Parterre einen Ausstellungsraum einzurichten mit den Arbeiten, die in den Zimmern der oberen Stockwerke hergestellt werden. Und damit ein Stück Heimleben in die Stadt zu bringen. Im besten Fall kommt es zu Begegnungen zwischen Heimbewohnern und Passanten, sei dies im Atelier oder auf dem Weg zu dorthin. Es gibt zwar eine Küche im neuen Atelier, doch die Mahlzeiten werden an der Bahnhofstrasse eingenommen. Wer also ins Atelier geht, hat wie die auswärts arbeitenden Bewohner einen Arbeitsweg. Und ist damit ein Stück näher am Alltag der Stadtbewohner.

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