Glosse

Achtung, Herbst in Frauenfeld! Oder: Was E-Trottis mit griechischen Flüchtlingslagern und Zuckerrüben gemeinsam haben

Murgspritzer: Seien wir froh, dass wir uns noch einen letzten Sonnenbrand im Murg-Auen-Park holen können, findet TZ-Redaktor Mathias Frei.

Mathias Frei
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E-Trottis in Frauenfeld.

E-Trottis in Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Da gehen sie dahin – oder besser: sausen. Die E-Trotti-Fahrer. Gefühlt jede Viertelstunde kommt in Frauenfeld ein kleines E-Trotti auf die Welt, während in Moria jede Stunde ein Kind stirbt. Aber hey, das ist der Lauf der Zeit. Ist ja nur ein dreimonatiger Versuchsbetrieb. Geht doch uns nichts an. Geniessen wir besser noch die letzten Spätsommertage. Holen wir uns besser noch einen letzten Sonnenbrand am Mittag im Murg-Auen-Park statt Brandwunden dritten Grades. Der Herbst ist schon im Anmarsch. Gestern war erstmals Nebel in der Stadt. Es kühlt ab, vor allem wenn man keine Campingferien im Tessin macht, noch nicht einmal in der Aumühle, obwohl das Zelt, das man bewohnt hat, runtergebrannt ist. Kein Problem, zahlt die Haftpflichtversicherung. Cheibe blöd nur, dass das Versicherungschärtli daheim liegt, am Oberen Moosweg oder an der Rheinstrasse oder an der Schmidgasse. Daheim. Nicht in den Campingferien.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Und überhaupt, in diesem Griechenland haben sie sicher noch länger Sommer als im Nebelloch Frauenfeld. Und das Meer ist wohl auch nicht weit. Vielleicht zweimal die Strecke Rathaus – Rorerbrücke. Ein netter Spaziergang, um mal den Kopf zu lüften. Wobei es ja schon bald wieder nach Zuckerrüben schmöckt. Das mögen nicht alle. Diesen angenehm süsslich-erdigen Geruch. Es gibt ja welche, die sagen, der Herbst riecht nach Frauenfeld. Wenn die Zuckeri schmöckt, sei das wie Heimkommen. Riecht auf alle Fälle besser als Fäkalien und verbranntes Fleisch. So oder so: Auf dem E-Trotti muss man jetzt dann noch mehr aufpassen. Wegen dieser cheiben Zuckerrüben da und dort am Strassenrand. Nicht dass man noch Unfall macht.

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