Acht Meter mehr Turnfabrik: Das sind die Pläne für einen Ausbau des Thurgauer Kunstturnzentrums in Frauenfeld

An der Hummelstrasse in Frauenfeld ist ein Ausbau für 875'000 Franken geplant. Das Projekt nennt sich «TurnfabrikPlus». Das heisst: mehr Raum, mehr Sicherheit, mehr Qualität.

Mathias Frei
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Eine Visualisierung des geplanten Anbaus auf der Ostseite der Turnfabrik.

Eine Visualisierung des geplanten Anbaus auf der Ostseite der Turnfabrik.

(Bild: PD)
Roger Zuber, Präsident Verein Turnfabrik, mit Walter Gunterswiler, Präsident Stiftung Turnfabrik.

Roger Zuber, Präsident Verein Turnfabrik, mit Walter Gunterswiler, Präsident Stiftung Turnfabrik.

(Bild: Mathias Frei)

Läuft. Das lässt sich derzeit zur Turnfabrik sagen. Am Freitag vor einer Woche der städtische Anerkennungspreis und nun die Ausbaupläne. Walter Gunterswiler, Präsident Stiftung Turnfabrik, und Verein-Turnfabrik-Präsident Roger Zuber haben das Vorhaben am Montag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Über dem Projekt steht der Slogan «Mehr Raum, mehr Sicherheit, mehr Qualität». Der Erfolg der Turnfabrik führt dazu, dass das Raumangebot seit zwei Jahren zu knapp ist für einen effizienten Betrieb, wie Gunterswiler ausführt. Ein Anbau um acht Meter auf der Ostseite der Anlage soll Abhilfe schaffen.

An einem «Family Sunday» in der Turnfabrik Frauenfeld.

An einem «Family Sunday» in der Turnfabrik Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin, 30-Dezember 2018)

«Die am besten ausgelastete Turnhalle im Kanton Thurgau»

In der Turnfabrik geht’s viermal pro Woche vormittags los mit den «Fliz-Kid» (ab einem Jahr), abends ist die Anlage nicht selten bis 22 Uhr besetzt. Roger Zuber spricht von der am besten ausgelasteten Turnhalle im Thurgau. Zu den Haupttrainingszeiten, also von 17 bis 20 Uhr, ist die Turnfabrik selten mit weniger als 75 Personen besetzt. Ausgelegt ist die Halle aber nur für 50 Personen. «Das ist ein wichtiges Argument für einen Ausbau», sagt Zuber. Darüber hinaus könnten durch den Ausbau die Geräte optimal angeordnet werden, was zu besseren Abläufen und letztlich zu mehr Sicherheit führe. Und mit einer besseren Infrastruktur steige auch die Wahrscheinlichkeit für sportliche Erfolge, sagt Zuber. «2019 hatten wir sportlich schon ein Top-Jahr», freut sich der Vereinspräsident.

Eine preisgekrönte Plattform
für den Breiten- und den Spitzensport

Die Turnfabrik an der Hummelstrasse bietet 1000 Quadratmeter Indoorfläche für den Breiten- und Spitzensport im Geräte- und Kunstturnen. Den Betrieb stellt der Verein Turnfabrik sicher, die Anlage gehört der gleichnamigen Stiftung. Stammvereine sind der STV Frauenfeld, TV Eschlikon, TV Hüttwilen, TV Märwil, der TV Münchwilen und TV Romanshorn. Die Turnfabrik an ihrem heutigen Standort besteht seit Sommer 2012. Ihre erste Halle nahm die Turnfabrik im Sommer 2004 in Frauenfeld-Ost auf dem Tuchschmid-Areal in Betrieb. Die Anlage wurde aber durch einen Grossbrand im Winter 2011 zerstört. Daraufhin konnte auf dem Huber-Areal ein Provisorium eingerichtet werden. Die Turnfabrik ist kürzlich mit dem Frauenfelder Anerkennungspreis 2019 ausgezeichnet worden. (ma)

Die Turnfabrik auf www.turnfabrik.ch und der Turnfabrik-Ausbau auf www.turnfabrikplus.ch

Sowieso ist die Turnfabrik in vielerlei Hinsicht eine Erfolgsgeschichte. Seit 2013 gab es 31 Medaillen an nationalen Wettkämpfen, davon zehn goldene. Vergangenes Jahr zählte der Verein 165 Aktivmitglieder unter 16 Jahren, es wurden 8500 Stunden im Ehrenamt geleistet. «Die Turnfabrik ist das Thurgauer Turnzentrum», sagt Zuber.

«Es wird ein funktionaler Anbau, möglichst einfach», erklärt Gunterswiler. Die Holzkonstruktion werde weitergezogen. Wie Zuber erklärt, ergibt sich für mehrere Geräte ein Mehrwert. Das Geschehen kann entflechtet werden, was für mehr Sicherheit sorgt. Ein grosser Vorteil ergebe sich für die Schaukelringe, weil der Anbau 2,5 Meter höher wird als die bestehende Anlage.

Nach Zeitplan soll der Turnbetrieb im August 2020 starten

«Der Stadtrat hat uns das Baurecht zugesichert», sagt Gunterswiler. Der Gemeinderat hatte das vergünstigte Baurecht im Rahmen der Botschaft der Beachhouse-Botschaft genehmigt. Das Baugesuch soll noch dieses Jahr eingereicht werden. Baustart soll im April 2020 sein. In den trainingsarmen Sommerferien soll der Innenausbau stattfinden, so könnte der Turnbetrieb im August 2020 starten.

Aussenansicht der Turnfabrik.

Aussenansicht der Turnfabrik.

(Bild: PD)

«Wir wollen vorwärtsmachen, unser Zeitplan ist aber realistisch», sagt Gunterswiler. Das kostet insgesamt 875'000 Franken, davon 600'000 Franken für den Bau und 200'000 Franken für Geräte. Verein und Stiftung steuern 300'000 Franken Eigenmittel bei. Mindestens 250'000 Franken sollen über den Lotteriefonds, Sponsoring/Spenden und den Thurgauer Turnverband fliessen. Der Verband hat seine 100'000 Franken bereits zugesagt. Den Rest gibt es als Bankkredit. «Den wollen wir aber tief halten.»

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