Sanierung der Aadorfer Kläranlage lässt Abwassergebühren steigen

Die Kläranlage Auwiese des Abwasserzweckverbandes Lützelmurgtal stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Zudem schreibt der Bund zusätzliche Filter gegen Mikroverunreinigungen vor. Der 15,9-Millionen-Kredit kommt in den Hinterthurgauer Gemeinden Aadorf, Eschlikon und Bichelsee-Balterswil am 25. November an die Urne.

Kurt Lichtensteiger
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Visualisierung der ARA Auwiese nach dem projektierten Ausbau. (Bild: ZVG)

Visualisierung der ARA Auwiese nach dem projektierten Ausbau. (Bild: ZVG)

Seit 1973 reinigt die Kläranlage Auwiese das Abwasser der Gemeinden Aadorf, Bichelsee-Balterswil, Eschlikon, Hagenbuch und ein kleines Teilgebiet von Elgg. Rund 30 Jahre später musste sie nachgerüstet und auf 18000 Einwohner ausgelegt werden. Die Einwohnerzahlen sind ab 2011 jedoch schneller als vorgesehen gestiegen und haben die Kapazitätsgrenze mit 20000 Einwohnern heute überschritten. Kommt dazu, dass der Bund vorgibt, Kläranlagen mit Filtern gegen Mikroverunreinigung auszustatten. Betroffen sind von schweizweit 100 Kläranlagen.

Dazu gehört auch jene in Aadorf, die in einem Gebiet mit einem gefährdeten Gewässer liegt. Bis 2022 muss deshalb die Mikroverunreinigung eliminiert werden, will heissen, dass zum grossen Teil Medikamenten- und Düngerrückstände aufgebrochen werden. Zur Finanzierung hat der Bund den angeschlossenen Einwohnern eine Abgabe von jährlich 9 Franken auferlegt, womit die Erstinvestitionen zu 75 Prozent subventioniert werden.

Visualisierung der ARA Auwiese nach dem projektierten Ausbau. (Bild: ZVG)

Visualisierung der ARA Auwiese nach dem projektierten Ausbau. (Bild: ZVG)

Die Betriebskommission hat aufgrund dieser Gegebenheiten beschlossen, die Kläranlage zwischen 2019 und 2022 auszubauen und aufzurüsten. Über die nun anstehende Teilsanierung der mechanischen Reinigung, den Erweiterungsneubau für die Biologie und den Neubau für die Elimination von Mikroverunreinigungen referierten diese Woche Bruno Lüscher als Präsident des Abwasserzweckverbandes Lützelmurgtal und Ueli Oswald als Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Hunziker Betatech.

Plus 80 Franken für Vier-Personen-Haushalt

Das Projekt hat seinen Preis, nämlich 15,9 Millionen Franken, und zwar 1,78 Millionen für die mechanische Reinigung, 5,5 Millionen für die Biologie und 8,585 Millionen für die Elimination der Mikroverunreinigung (EMV).

Die Aadorfer Kläranlage Auwiese in ihrer heutigen Form. (Bild: Olaf Kühne)

Die Aadorfer Kläranlage Auwiese in ihrer heutigen Form. (Bild: Olaf Kühne)

Von den Gesamtbaukosten fallen die grössten Tranchen zwischen 2019 und 2022 an. Für die EMV zu Lasten des Zweckverbandes verbleiben rund 9,5 Millionen nach Abzug der Bundessubventionen. Laut Berechnungen steigt der Gemeindeanteil von 400000 Franken auf 1,8 Millionen ab 2020. Sieben Jahre später kann mit einem reduzierten Gesamtgemeindeanteil gerechnet werden. Der Kostenverteiler beträgt für Aadorf 52,17 Prozent, für Bichelsee-Balterswil 17,45 Prozent, Eschlikon 24,46 Prozent, Hagenbuch 5 Prozent und für Elgg, die keine Verbandsgemeinde ist, knapp 1 Prozent. Für einen Vier-Personen-Haushalt dürfte dies jährlich rund 80 Franken an Mehrkosten verursachen.

Am 25. November wird darüber abgestimmt. Massgebend für die Realisierung ab 2019 ist das Stimmenmehr der vier Verbandsgemeinden zusammengezählt.

Kompostplatz verschwindet

Weil ein Aussenlagerplatz des Werkhofs und insbesondere der bei den Aadorfern beliebte Anlieferungsplatz für Grüngut dem ARA-Ausbau weichen müssen, bewegen sich einige Gemüter. «Die grösste Gemeinde im Bezirk braucht einen Sammelplatz zur Gratisentsorgung. Besitzer von Einfamilienhäusern wollen nicht im Kanton Zürich 20 Rappen pro Kilo Grüngut zur Entsorgung bezahlen», hiess es. Ein Votant forderte die Gemeinde gar auf, sie solle diesbezüglich binnen eines Monats eine spruchreife Lösung präsentieren. Gemeindepräsident Matthias Küng schlug jedoch dieses Ansinnen in den Wind.