Abstimmungssonntag
Zwei duellieren sich im zweiten Wahlgang um den frei werdenden Sitz im Gachnanger Gemeinderat

Für die Nachfolge des langjährigen Exekutivpolitikers Karl Ringenbach stellen sich die beiden parteilosen Kandidierenden Lilian Manser Blarer und Fabian Heinzer zur Wahl. Zudem befinden die Gachnanger Stimmberechtigten am Sonntag auch über den Rechnungsabschluss.

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Vor der Gachnanger Gemeindeverwaltung.

Vor der Gachnanger Gemeindeverwaltung.

Bild: Donato Caspari

(ma/sko) Am Sonntag geht's in Gachnang um die Wurst. Dann entscheiden die Wähler definitiv darüber, wer als Nachfolger von Karl Ringenbach in den Gemeinderat einzieht. Von ursprünglich drei Kandidierenden sind mit Lilian Manser Blarer und Fabian Heinzer (beide parteilos) noch zwei im Rennen. Heinzer holte im ersten Wahlgang im März 354 Stimmen, Manser Blarer deren 278.

Lilian Manser Blarer, Gemeinderatskandidatin, parteilos.

Lilian Manser Blarer, Gemeinderatskandidatin, parteilos.

Bild: PD

An einem digitalen Hearing der drei Gachnanger Ortsparteien Ende April bezeichnete sich Lilian Manser Blarer als aufgestellten und nahbaren Menschen. Die 53-jährige Produktionsverantwortliche beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) will sich für das Zwischenmenschliche einsetzen, einen Treffpunkt für die Jugend und die Gemeindemitglieder einrichten. Ausserdem polarisierte sie mit einem Flyer, dass im Gemeinderat eine Rochade vorgesehen sei und sie für das frei werdende Ressort Kultur zur Verfügung stehe. Das goutierte eine Leserbriefschreiberin dieses Mediums nicht und empfahl Fabian Heinzer zur Wahl.

Fabian Heinzer, Gemeinderatskandidat, parteilos.

Fabian Heinzer, Gemeinderatskandidat, parteilos.

Bild: PD

Der 45-jährige Techniker sieht seine Stärken im Bereich Erdgas und erneuerbare Energien. Er lebt seit sechs Jahren in Gachnang und sagte: «Ich finde es nicht selbstverständlich, dass man in einer so schönen Gemeinde wohnen darf.»

Jahresgewinn von 383'000 Franken

Um 585'000 Franken besser als budgetiert schliesst Gachnangs Rechnung 2020 ab. Darüber haben die Stimmberechtigten am 13. Juni ebenfalls zu befinden. Bei einem Ertrag von 14,139 Millionen Franken resultiert ein Gewinn von 383'000 Franken. Das Budget dagegen hatte ein Defizit von 201'000 Franken vorhergesehen. Wie der Botschaft zur Urnenabstimmung zu entnehmen, die pandemiebedingt anstelle einer Gemeindeversammlung stattfindet, gibt es drei Hauptgründe für diese Verbesserung. So gab es Minderausgaben bei der Sozialhilfe in Höhe von 295'000 Franken. Weiter waren um 142'000 Franken tiefere Abschreibungen auf das Verwaltungsvermögens in den nicht spezialfinanzierten Bereichen nötig. Und schliesslich verzeichnete man Mehreinnahmen von 94'000 Franken bei den Grundstückgewinnsteuern.

Es wurden Nettoinvestitionen in Höhe von 1,83 Millionen Franken getätigt. Budgetiert waren aber 6,979 Millionen Franken. In der Botschaft heisst es dazu:

«Verschiedene Investitionsprojekte – vor allem das Betriebs- und Gestaltungskonzept Islikon betreffend – konnten im Rechnungsjahr 2020 nicht wie geplant ausgeführt werden und verschieben sich ins Folgejahr oder später.»

Das Eigenkapital beträgt per Ende Rechnungsjahr 24,22 Millionen Franken, davon macht der Bilanzüberschuss deren 11,217 Millionen aus. Was die Gewinnverwendung betrifft, beantragt der Gemeinderat, 60'000 Franken in den NHG-Fonds (Natur- und Heimatschutzgesetz) einzulegen. In der Botschaft liest man: «Dies, um für kommende Beitragsgesuche gewappnet zu sein, unabhängig von der Entwicklung der Grundstückgewinnsteuereinnahmen, aus welchen der Fonds gespeist wird.»