Abstimmungskampf
Thurgauer Jungpolitiker sorgen sich ums Klima: «Die Leidtragenden sind die nächsten Generationen»

Die Thurgauer Jungparteien von machen mobil für ein Ja zum CO2-Gesetz. Dieses gehe zwar nicht so weit wie gewünscht, doch sei es ein erster, breit abgestützter Kompromiss.

Christof Lampart
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Sunniva Bitschnau (JGLP), Remo Tobler vom Klimastreik Thurgau, Marc Rüdisüli (die Junge Mitte), David Menzi (JEVP) und Simon Vogel (Junge Grüne) werben für ein Ja zum CO2-Gesetz, über das das Volk am 13. Juni an der Urne befinden wird.

Sunniva Bitschnau (JGLP), Remo Tobler vom Klimastreik Thurgau, Marc Rüdisüli (die Junge Mitte), David Menzi (JEVP) und Simon Vogel (Junge Grüne) werben für ein Ja zum CO2-Gesetz, über das das Volk am 13. Juni an der Urne befinden wird.

Bild: Christof Lampart

Eine Allianz von Jungparteien der GLP, EVP, Mitte und Grünen sowie des Klimastreiks Thurgau steht für ein Ja am 13. Juni ein. Am Dienstagvormittag lud sie zur symbolträchtigen Medienkonferenz vor ein Minergie-A-Liegenschaft nach Hüttwilen ein, welche mit einer erneuerbaren Heizung, einer Solaranlage und einem geteilten Elektro-Auto aufwartete.

Für Sunniva Bitschnau, Vorstand der JGLP Thurgau, ist das Haus in Hüttwilen ein Beispiel guten Bauens, das mit einem Ja zum CO2-Gesetz weiter forciert werden müsse, denn «der Verkehrs- und Gebäudesektor verursachen rund 50 Prozent der Treibhausgase in der Schweiz». Keine Ölheizungen in Neubauten, CO2-Kompensatiosnaufschläge beim Treibstoff und eine Flugticketabgabe, mittels der die Treibhausgasemissionen im Luftverkehr in die Kostenkalkulation einflössen, seien dringend nötig, um die Klimakrise zu lösen, so Bitschnau.

«Die Folgen werden schlimmer»

Für David Menzi von der JEVP ist klar, dass dem Klimawandel jetzt Einhalt geboten werden müsse. Dass CO2-Gesetz sei «nicht perfekt», zugleich aber «ein erster wichtiger Grundstein, auf dem man bauen kann». Die Schweiz stehe dabei als reiches und einflussreiches Land in einer besonderen Verantwortung.

Die Zeit, um das Gesetz abzulehnen und ein neues auszuarbeiten, fehle, denn «die Folgen werden von Jahr zu Jahr schlimmer und die Leidtragenden dieser Entwicklung werden vor allem die nachfolgenden Generationen sein».

Simon Vogel von den Jungen Grünen sah das ähnlich: «Die Profite weniger dürfen keine höhere Priorität haben als die Zukunft von uns allen». Dabei ging er nicht nur mit der Öl- und Autoindustrie hart ins Gericht, sondern auch mit der Wortführerin der Thurgauer Gegenkampagne, SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr: Diese bekämpfe das Gesetz an vorderster Front, sei doch ihre Firma, welche Tankstellen in der ganzen Schweiz baue, direkt vom CO2-Gesetz betroffen.

Weniger Profitgier, dafür mehr Anreize schaffen

Marc Rüdisüli, im Vorstand von «Die Junge Mitte Thurgau», strich heraus, dass das CO2-Gesetz für eine innovative Wirtschaft Gold wert sei, denn «das neue Gesetzt arbeitet mit Anreizen, orientiert sich an Massnahmen mit Lenkungswirkung und sorgt damit für Investitionen und Arbeitsplätze für die Zukunft».

Remo Tobler vom Klimastreik Thurgau betonte, dass bei einem Ja zum CO2-Gesetz die klimaschützende Arbeit noch lange nicht getan sei, sondern dann erst richtig losgehe, denn «gerade Bereiche wie die Landwirtschaft, die Ernährung oder konsumbedingte grau Emissionen werden vom CO2-Gesetz nicht erfasst». Ein Ausruhen darauf wäre aus seiner Sicht nicht zu verantworten und würde der Dringlichkeit der Klimakrise nicht gerecht, so Tobler.

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