Abstimmung
SP Sirnach räumt das Feld: Warum sich die Ortspartei in der Turnhallen-Debatte zurückhält

Am 26. September stimmen die Sirnacherinnen und Sirnacher über die Dreifachturnhalle Birkenweg ab. Die SP hat als bislang einzige Ortspartei die Stimmfreigabe beschlossen. Derweil häufen sich die kritischen Stimmen zum Projekt Diaphne.

Miguel Lo Bartolo
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Blick auf das Schulareal Grünau.

Blick auf das Schulareal Grünau.

Bild: Olaf Kühne

Die Zeichen stehen gegen das Projekt Dreifachturnhalle Birkenweg. Nach der Ja-Parole der SVP ist zunächst keine weitere Unterstützung für «Diaphne» in Aussicht. Die SP Sirnach hat an ihrer Mitgliederversammlung vom 1. September Stimmfreigabe beschlossen. Die Ortspartei verzichtet also auf eine Abstimmungsempfehlung, was nun heisst, dass es keine Pattsituation mit der FDP und CVP auf der einen und der SVP und SP auf der anderen Seite gibt.

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung hat sich Alfred Kuhn, Präsident der SP Sirnach, «mit sämtlichen Argumenten zum Projekt Diaphne auseinandergesetzt», wie er auf Anfrage sagt. Er sei sowohl mit den Gegnern als auch mit den Befürwortern des Projekts in Kontakt gewesen und habe dann deren Sicht der Dinge den übrigen SP-Mitgliedern geschildert. «Wir hatten auch das Glück, dass die anderen Ortsparteien ihre Parolen bereits gefasst hatten», sagt Kuhn. So habe man sich auch an deren Argumenten orientieren können.

Alfred Kuhn, Präsident SP Sirnach.

Alfred Kuhn, Präsident SP Sirnach.

Bild: PD

Die SP-Ortsparteimitglieder seien sich indes nicht einig geworden. Kuhn ergänzt:

«Es gibt Mitglieder, die voll und ganz hinter dem vorliegenden Projekt stehen, aber eben auch solche, die Zweifel hegen.»

Deshalb sei der Entscheid zur Stimmfreigabe gefallen.

Kosten als Knackpunkt

Kuhn räumt ein, dass die Zerstreuung innerhalb der SP Sirnach, aber auch innerhalb der Bevölkerung, wohl hauptsächlich auf die Kosten der Dreifachturnhalle Birkenweg zurückzuführen ist. «Dass sich das Projekt auch günstiger umsetzen liesse, scheint einleuchtend. Der Kostenpunkt ist darüber hinaus auch ein gutes Argument gegen das Projekt Diaphne», sagt Kuhn. Er schätzt den Betrag, den man einsparen könnte, auf drei bis vier Millionen Franken. Dass man mit Kostenspielchen mobilisieren kann, haben die Turnhallengegner Peter Lenz und Markus Mettler mit ihren diversen Flyer-Aktionen bewiesen.

Unlängst richteten sich die beiden auch mit einem Leserbrief an unsere Zeitung. Sie werfen den Projektverantwortlichen, also unter anderem dem Gemeinderat, vor, es versäumt zu haben, die ihrer Meinung nach zu hohen Kosten der Dreifachturnhalle zu rechtfertigen. Auch einer der zwei Sirnacher Schulleiter, Urs Wyss, hat kürzlich Stellung bezogen. Er schliesst sich den kritischen Stimmen an und schreibt:

Urs Wyss, Schulleiter in Sirnach.

Urs Wyss, Schulleiter in Sirnach.

Bild: PD
«Diese Dreifachturnhalle ist eine Zwängerei und spaltet die Bevölkerung. Ein kluger Gemeinderat eint die Gemeinde und schlägt einen konsensfähigen Kompromiss vor.»

Durch die Beharrlichkeit der Turnhallengegner Lenz und Mettler, die vermehrten kritischen Voten der Lokalprominenz und die Stimmfreigabe – also die de facto Enthaltung – der SP Sirnach hat das Projekt Diaphne zunehmend mehr Gegen- als Rückenwind.

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