Abstimmung
Nach 29 Jahren ist es wieder so weit: Schule Wängi will bauen

Am 13. Juni befinden die Wängemer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen 17,8-Millionen-Kredit. Damit will die Schulbehörde zwei neue Schulhäuser bauen und bestehende Gebäude optimieren.

Olaf Kühne
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Ein dreigeschossiger Holzbau soll das «Wartheim» ersetzen.

Ein dreigeschossiger Holzbau soll das «Wartheim» ersetzen.

(Bild: ZVG)

Am 13. Juni an der Urne

  • Die Schule Wängi hat Platzprobleme. Zudem sind Heizungen und manchenorts der Brandschutz nicht mehr zeitgemäss.
  • Die Schulbehörde gab erst eine Machbarkeitsstudie, anschliessend einen Architekturwettbewerb in Auftrag.
  • Für zwei Neubauten und diverse Sanierungen kommt am 13. Juni ein Kredit über 17,833 Millionen Franken an die Urne.

Bauliche Grossprojekte sind im politischen Wängi nicht gerade an der Tagesordnung. Zwar hat die politische Gemeinde jüngst ihr Gemeindehaus umgebaut und saniert. Allerdings wurde zuvor 41 Jahre lang kaum Hand an den Bau gelegt.

Eine ähnlich langsame Kadenz kann auch die Volksschulgemeinde vorweisen. «Mit dem Imbach II haben wir zuletzt 1992 ein neues Schulhaus eingeweiht», sagt Thomas Marti. Er ist in der Schulbehörde für das Ressort Liegenschaften verantwortlich und wirkt in der Baukommission, welche sich seit 2018 mit dem nächsten, nun konkret gewordenen Grossprojekt beschäftigt.

Innenansicht des geplanten Holzbaus.

Innenansicht des geplanten Holzbaus.

(Bild: ZVG)

Am 13. Juni befinden die Wängemer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen Kreditantrag über 17,833 Millionen Franken. Das Projekt trägt den poetischen Namen «Am Wäldli und bim Bächli» und beinhaltet auf den ersten Blick vor allem zwei Neubauten: Ein dreigeschossiger Holzbau mit Betonkern soll das «Wartheim» ersetzen. Das einstige Abwartswohnhaus beherbergt derzeit die Sonderpädagogik, einen Kindergarten sowie das Behördenbüro. «Das Gebäude wurde nicht für Schulzwecke gebaut», sagt der scheidende Schulpräsident Jörg Kobelt. «Zudem ist es ringhörig und sein Brandschutz ist auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand.»

Das bestehende Schulhaus Imbach II soll um zwei Gebäudetrakte erweitert werden.

Das bestehende Schulhaus Imbach II soll um zwei Gebäudetrakte erweitert werden.

(Bild: ZVG)

Als weiteren Bau hat die Schulbehörde eine Erweiterung des Schulhauses Imbach II geplant. Das nun zur Abstimmung anstehende Projekt umfasst aber weit mehr. Thomas Marti erklärt, wieso sich mit ihm und den Behördenmitgliedern Olivia Schmid und Kobelts designierter Nachfolgerin Stephanie Eberle vor drei Jahren überhaupt eine Baukommission gebildet hat: «Wir haben für die heutigen Unterrichtsmethoden, nach denen nicht mehr nur in der Klasse unterrichtet, sondern oft auch in Gruppen gearbeitet wird, allerorten zu kleine und zu wenige Schulzimmer.» Und Stephanie Eberle ergänzt: «Es ist überall eng, mancherorts muss richtiggehend gewurstelt werden.»

2018 gab man deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, Anfang 2020 konnte man den darauf gefolgten Wettbewerb abschliessen. Nebst den erwähnten Neubauten beinhaltet die Vorlage folglich auch strukturelle Anpassungen in den bestehenden Schulhäusern Steinler und Imbach I. Zudem soll die ganze Schulanlage ökologischer werden. «Wir heizen derzeit noch mit Öl», sagt Marti. «Das soll künftig mit Erdsonden und einer Art Wärmering geschehen. Erst bei wirklich tiefen Temperaturen wird obendrauf Gas zum Einsatz kommen. Zudem haben wir eine Fotovoltaikanlage vorgesehen.»

Einen weiteren ökologischen Aspekt des Vorhabens benennt Stephanie Eberle: «Durch den Ersatz eines sowie die Erweiterung eines anderen Gebäudes können wir unsere Landreserven schonen.» Nebst dieser Schonung soll auch ganz allgemein das «Räumliche» verbessert werden. Das Imbach II wird nach seiner Erweiterung ein reines Sekschulhaus, sodass schliesslich auch die Pausenräume der unterschiedlichen Altersklassen besser getrennt sein werden.

Innenansicht der Imbach-II-Erweiterung.

Innenansicht der Imbach-II-Erweiterung.

(Bild: ZVG)

Zur Frage nach der Auswirkung eines 17,8-Millionen-Projektes auf den Steuerfuss sagt Jörg Kobelt unumwunden: «Der wird steigen. Schätzungsweise um drei bis fünf Prozentpunkte.» Indes erinnert er auch daran, dass die Schulgemeinde Wängi ihren Steuerfuss vor drei Jahren um zwei Prozentpunkte senken konnte – auf 93 Prozent. So belaufe sich also die anzunehmende Nettosteuerfusserhöhung auf ein bis drei Prozent.

Einen Kreditantrag in dieser Höhe könnte die Wängemer Schulbehörde eigentlich auch an der Gemeindeversammlung stellen. Dass das Geschäft nun an die Urne kommt, hat aber nichts mit Corona zu tun. «Für ein Projekt in dieser Grösse wollen wir eine möglichst breite Abstützung», sind sich Eberle und Kobelt einig. Gänzlich unberührt von der Pandemie bleibt indes auch diese Abstimmung nicht. Um den Coronaregeln gerecht zu werden, führt die Schulbehörde ihren Infoanlass gleich dreimal durch: am Samstag, 29. Mai, um 8.30, 10.30 und 14 Uhr. Ebenfalls coronabedingt ist jeweils eine Anmeldung erforderlich. Die Details hierzu finden sich in der bereits verschicken Abstimmungsbotschaft.

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