Abstimmung
Gegenwind wird stärker: Nun sind auch die Sirnacher Christdemokraten gegen die neue Dreifachsporthalle

An ihrer Jahresversammlung beschloss die CVP Sirnach mit einer Zweidrittelmehrheit die Nein-Parole für den Urnengang vom 26. September über eine neue Dreifachsporthalle.

Olaf Kühne
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Visualisierung der geplanten Dreifachturnhalle Birkenweg in Sirnach.

Visualisierung der geplanten Dreifachturnhalle Birkenweg in Sirnach.

(Bild: PD)

Für einmal hält sich auch die sonst so moderate CVP nicht mit Polemik zurück. In ihrem Bericht über ihre Jahresversammlung bezeichnet die Sirnacher Ortspartei die geplante Dreifachsporthalle in der Schulanlage Grünau als «Prestige-Projekt». Die Versammlungsteilnehmer haben denn auch mit einer Zweidrittelmehrheit die Nein-Parole für die Abstimmung vom 26. September beschlossen.

Der Sirnacher Gemeinderat wird dann einen Kredit über 15,485 Millionen Franken beantragen für den Bau inklusive aller Erschliessungs- und Nebenkosten, sowie einen zusätzlichen Kredit über 1,267 Millionen Franken für eine optionale Tiefgarage.

Sirnacher FDP ebenfalls gegen die Vorlage

Eine Woche nach der Sirnacher FDP stellt sich nun also auch die CVP in die Reihe der Opponenten. Wie bereits die Freisinnigen betont auch CVP-Kassier Rony Dahinden in seiner Mitteilung, dass man nicht grundsätzlich gegen eine neue Dreifachhalle sei, nur eben nicht für «das vorliegende Prestige-Projekt».

Vizegemeindepräsident Samuel Mäder, Moderator Matthias Erne und Turnhallengegner Markus Mettler diskutieren an der Jahresversammlung der Sirnacher CVP die kommunale Vorlage vom 26. September.

Vizegemeindepräsident Samuel Mäder, Moderator Matthias Erne und Turnhallengegner Markus Mettler diskutieren an der Jahresversammlung der Sirnacher CVP die kommunale Vorlage vom 26. September.

(Bild: PD)

Hatte die FDP für ihre Entscheidungsfindung noch Peter Lenz eingeladen, welcher im Winter mittels Flugblatt erfolgreich gegen die Vorfinanzierung des Projektes mobil gemacht hatte, organisierte die CVP für ihre Jahresversammlung im Gasthof Engel gar ein eigentliches Streitgespräch. Hierfür hatte die Partei Markus Mettler, Peter Lenz' Mitstreiter, eingeladen. Er trat unter der Moderation von Matthias Erne gegen Vizegemeinde- und Baukommissionspräsident Samuel Mäder an.

Letzterer vertrat die Vorlage, weil sie nach Ansicht des Gemeinderates «ein ideales Bauwerk für Sirnach sei», zudem sei das Vorhaben ohne Steuererhöhung realisierbar. Und schliesslich weil «man nicht kleinlich sein sollte in Anbetracht, dass es sich um ein Generationenprojekt handelt».

Mettler hielt dagegen, bezeichnete den Bau erneut als zu teuer und als eine «Architektur-Ikone», welche aber unpraktisch und weder Dorfvereinen noch der Schule zweckdienlich sei. Der Baukommission sprach er gar die erforderliche Fachkompetenz ab. Mäder konterte, das Projekt sei weder zu billig noch zu teuer, sondern liege im Vergleich «im guten Mittel».

Blumen für Richterkandidatin und Parteipräsidentin

Indes wurde an der Parteiversammlung nicht nur gestritten. Präsident August Eisenbart konnte auch Blumen überreichen. Der erste Strauss ging an Simone Ender-Truniger, die jüngst von der Bezirkspartei als Kandidatin für das Amt der Bezirksrichterin am Bezirksgericht Münchwilen nominiert worden war. Über den zweiten Strauss freute sich Flavia Scheiwiller. Sie ist seit Mai Präsidentin der Jungen Mitte Thurgau und seit neuestem auch im Vorstand der Sirnacher CVP.

Blumen für die Damen: Bezirksgerichtskandidatin Simone Ender-Truniger, Parteipräsident August Eisenbart und Junge-Mitte-Präsidentin Flavia Scheiwiller.

Blumen für die Damen: Bezirksgerichtskandidatin Simone Ender-Truniger, Parteipräsident August Eisenbart und Junge-Mitte-Präsidentin Flavia Scheiwiller.

(Bild: PD)