Abstimmung
Ein klares Ja in Aadorf: 72 Prozent der Stimmberechtigten befürworten den Kredit über 2,9 Millionen Franken für die Bahnhof-Neugestaltung

Überraschend deutlich fällt die Abstimmung über die Sanierung des Aadorfer Bahnhofareals aus. Unlängst hatten sich die FDP-, SVP- und Mitte-Ortspartei für das Projekt starkgemacht. Mit der Annahme ist nun der Weg geebnet für ein Vorhaben, das alle drei beteiligten Parteien – SBB, Gemeinde und Privatgrundbesitzer – zufriedenstellt.

Miguel Lo Bartolo
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So soll der neue Bahn- und Bushof in Aadorf aussehen.

So soll der neue Bahn- und Bushof in Aadorf aussehen.

Bild: PD

Die Neugestaltung des Aadorfer Bahnhofareals kommt zustande. Die Stimmbevölkerung stimmt dem Vorhaben der Gemeinde in aller Deutlichkeit – mit 2820 zu 1065 Stimmen – zu, bei einer Stimmbeteiligung von 64,2 Prozent. Zur Abstimmung stand ein Projektkredit von 2,9 Millionen Franken.

Vor der Abstimmung waren vereinzelt kritische Stimmen zu vernehmen. Besonders, was den geplanten Wohnblock und die «mangelhafte Integration des antiken Bahnhofsgebäudes» angeht. In den entscheidenden Wochen vor der Abstimmung sprachen sich indes einige Ortsparteien für das vorliegende Projekt aus, darunter FDP, SVP und die Mitte. Der Gemeinderat hatte die Neugestaltung anlässlich der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes angestrebt.

Was vom neuen Bahnhof zu erwarten ist

In die Ausarbeitung der Neugestaltung wurde viel Zeit investiert. Das beteuerte Gemeindepräsident Matthias Küng immer wieder. Grund dafür ist, dass die Planung den Bedürfnissen dreier Parteien gerecht werden musste. Da wäre zum einen die Gemeinde Aadorf, die sich von der Neugestaltung nicht nur einen hochwertigeren und der Gemeinde würdigen Bahnhof, sondern auch einen gewissen öffentlichen Nutzen erhoffte.

Zum anderen haben auch die SBB Ansprüche an die Sanierungsmassnahmen gestellt. Dazu gehören etwa ein behindertengerechter Zugang zum Bus- und Bahnhof, überdachte Wartebereiche sowie die Umquartierung des Kiosks. Und zuletzt wäre da noch der Privatgrundbesitzer und Betreiber des «Barone» Enver Jashari, der neben seinem Restaurant einen Wohnblock errichten will.

Der Weg zu einer zufriedenstellenden Lösung konnte mittels Landabtausch geebnet werden. Die Gemeinde veräusserte ihr Teilgrundstück der Parzelle 326, rund 220 Quadratmeter, teilweise an Jashari, teilweise an die SBB.

Im Gegenzug für das Land beteiligen sich die beiden Parteien an der Erfüllung des öffentlichen Interesses. Will heissen: Im Untergeschoss des Neubau-Wohnblocks sollen öffentliche Toiletten und Veloabstellplätze Platz finden. Die baulichen Kosten dafür würden die SBB übernehmen. Die Gemeinde käme derweil für den Unterhalt auf. Die Kriterien der SBB sind somit erfüllt, Jasharis Neubau steht vorerst nichts mehr im Weg.

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