Abstimmung
«Der Handlungsbedarf ist zwingend»: Diessenhofen und Basadingen-Schlattingen befinden über eine grössere Kläranlage

Mitte Januar stimmen Unterthurgauer Gemeinden darüber ab, ob die Abwasserreinigungsanlage Diessenhofen einen Ausbau erfährt.

Thomas Brack
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Stadtpräsident Markus Birk, Klärmeister Peter Berg und Projektleiter Fredy Danner bei der ARA Diessenhofen.

Stadtpräsident Markus Birk, Klärmeister Peter Berg und Projektleiter Fredy Danner bei der ARA Diessenhofen.

Bild: Thomas Brack

Die Sanierung der Kläranlage Diessenhofen steht schon seit geraumer Zeit an. Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Region Diessenhofen reinigt das Abwasser der Stadt Diessenhofen, der Gemeinde Basadingen-Schlattingen und des Wagenhauser Ortsteil Rheinklingen. In Betrieb ging die ARA 1976, Ende der 90er-Jahre erfuhr sie eine Sanierung.

Doch seither ist die Belastung stetig gewachsen und überstieg in den vergangenen Jahren die aktuelle Grösse von 7000 Einwohnergleichwerten. Mit diesem Begriff bezeichnen die Fachleute die konkrete Belastung, nebst der Einwohnerzahl sind dies zum Beispiel die Betten der Rehaklinik, Tourismus und bestimmte Gewerbe. Dazu sagt Stadtpräsident Markus Birk:

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen.

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen.

Bild: PD
«Die beiden ersten Reinigungsstufen müssen komplett saniert werden.»

Für das ARA-Personal sei es zuletzt zunehmend schwieriger geworden, das anfallende Abwasser ganzjährig ausreichend zu reinigen und den Einleitbedingungen der eidgenössischen Gewässerschutzgebung gerecht zu werden. «Der Handlungsbedarf ist also zwingend.»

Ennet des Rheins stand die deutsche Gemeinde Gailingen vor dem gleichen Problem. Basierend auf einer Vorstudie sowie weiteren internen Abklärungen hat Gailingen entschieden, die eigene Kläranlage aufzuheben und sein Einzugsgebiet an die ARA Diessenhofen anzuschliessen.

Gebühren bleiben ungefähr gleich

Bald zeigte sich, dass sich ein Alleingang für die Gemeinden nicht lohnt. Im Gegenteil stellt eine Erweiterung der ARA Diessenhofen mit Anschluss Gailingens sowohl bezüglich Betriebs- wie auch Investitionskosten nicht nur die günstigste, sondern auch ökologisch sinnvollste Lösung dar.

Der Zweckverband mit den bisherigen Mitgliedern Diessenhofen, Basadingen-Schlattingen und Wagenhausen für den Ortsteil Rheinklingen plus dem neuen Mitglied Gailingen verrechnen die Betriebskosten nach einem definierten Verteilschlüssel. Die Gebühren werden anschliessend der Bevölkerung der jeweiligen Gemeinden in Rechnung gestellt. Den Bau der Dükerleitung für insgesamt 8,5 Millionen Franken unter dem Rhein hindurch und nötige Anpassungen auf deutscher Seite finanziert die Gemeinde Gailingen selbst.

Gebühren bleiben ungefähr gleich

Ein fester Vorschuss des Millionenbetrags wird vom Zweckverband selbst eingeholt und gemäss Verteiler anteilsmässig pro Betriebsjahr mit den Gemeinden abgerechnet. Gegenüber dem Zweckverband müssen die Gemeinden die Haftung für diesen Investitionskredit anteilsmässig übernehmen.

Gemäss Antrag der Stadtgemeinde Diessenhofen für die Abstimmung am 17. Januar soll dem Sanierungsprojekt der Kläranlage zugestimmt werden. Zudem soll Diessenhofen im Verhältnis der Verbandsbeteiligung für den Investitionskredit mit 3,716 Millionen Franken haften. «Natürlich hoffen wir, dass die von uns angeführten Argumente den Stimmbürger überzeugen können, unserem Antrag zuzustimmen», sagt Birk.

Gleichzeitig legt auch die Gemeinde Basadingen-Schlattingen ihren Stimmberechtigten einen Objektkredit vor. «Der Gemeinderat ersucht Sie, dem Objektkredit für den Ausbau der Abwasserreinigungsanlage Diessenhofen zuzustimmen», heisst es dazu in der Botschaft.

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