«Ab sofort bleibt der ‹Käptn› ganzjährig geöffnet»: Der Frauenfelder Saisonbetrieb macht sich allwettertauglich

Julien Honegger baut an der Grabenstrasse 57 in Frauenfeld aus. Nebst Bar und Gartenbeiz betreibt er künftig auch das Clublokal, wo das «Kaff» drin war.

Mathias Frei
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Sohn und Vater: Wirt Julien Honegger mit Inhaber und Architekt Pierre Honegger.

Sohn und Vater: Wirt Julien Honegger mit Inhaber und Architekt Pierre Honegger.

Bild: Mathias Frei

Der Käptn hat grosse Pläne. Es geht nicht um verschollene Schätze oder unbekannte Eilande irgendwo auf den sieben Weltmeeren, sondern um nichts weniger als seinen gastronomischen Kahn, der schon seit längerem in Frauenfeld vor Anker liegt. Diesen will Julien Honegger, «Käptn»-Wirt und damit Betreiber der Bar mit Gartenbeiz und Ausblick an der Grabenstrasse 57, auf Vordermann bringen und ausbauen.

Der Käptn legte erstmals im Frühling 2015 an. Ein kurzes Zwischenspiel hatte die Bar als «Blanker Hans». Seit vergangenem Jahr ist der Käptn wieder zurück. Diesen Frühling zog das Kulturlokal Kaff aus den Clubräumlichkeiten im Untergeschoss aus. Das gibt Honegger neue Möglichkeiten, die er unbedingt nutzen will. Dafür ist ein Umbau angedacht. Die öffentliche Bauauflage ist vor kurzem abgelaufen.

Längere Öffnungszeiten dank Untergeschoss

Das Umbauvorhaben für das Untergeschoss ist das eine, Honeggers mittelfristige Pläne für einen vielfältigen Kultur- und Gastronomiebetrieb über zwei Stockwerke sind das andere. Frauenfelds Ausgangskultur dürfte so oder so vom neuen Käptn profitieren. Dieser Meinung ist auch Honegger.

Besitzer der Liegenschaft ist seit anderthalb Jahren Architekt Pierre Honegger, der Vater des Wirts. Er sagt:

«Im Erdgeschoss gibt es keine Veränderungen.»

Im UG dagegen wird eine Aussenwand entfernt und mit Stahlträgern respektive Stahlstützen neu gesichert. So entsteht ein gedeckter Aussensitzplatz mit neuem Zugang zum Clublokal. Weil es so keine Lärmemissionen gibt, ermöglicht das zukünftig einen Kulturbetrieb bis in die späten Abendstunden. Zudem werden Räume zu Büro und Lager umgenutzt. Der Umbau wird in Eigenregie und durch Unterstützung von lokalen Handwerkern realisiert.

Der Käptn war bislang ein Saisonbetrieb. Trotz der Aussicht wurde es auf der Aussenterrasse jeweils im Oktober ungemütlich kühl. Honegger verspricht:

«Ab sofort bleibt der ‹Käptn› ganzjährig geöffnet.»

Was den Betrieb und die Programmierung in seinen neuen Räumlichkeiten betrifft, hat er eine Vision: «In fünf Jahren will ich nebst der Arbeit hinter der Bar mehr Zeit in ein hochwertiges Kulturprogramm investieren.»

Vorerst noch kein regelmässiges Programm

Vor diesem Hintergrund und angesichts der aktuellen Unsicherheit für Gastronomen und Kulturveranstalter pressiert der Umbau nicht. Kurzfristig strebt Honegger zwar kein fixes Kulturprogramm an. Aber schon in naher Zukunft soll es ab und zu Kulturveranstaltungen geben – von Konzerten über Spoken Word bis zu Kunstausstellungen.

«Wichtig ist, wie sich das Publikum bewegt.»

Er mache sich auch Gedanken über den Betrieb eines Tagescafés, sagt Honegger. Was für ihn klar ist: Bereits diesen Winter will er sein erneuertes Angebot aufziehen, entweder mit lokalen Partnern oder sonst auf eigene Faust. Er denkt dabei an Heissgetränke und warme Snacks. Mit all diesen Ideen hält der Käptn gut Kurs in eine rosige Zukunft.

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Samuel Koch

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Mathias Frei