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Ein letztes Mal die Zigi ausdrücken: Ab Freitag hat es sich am Frauenfelder Bahnhof SBB ausgeraucht

Die SBB führen am Frauenfelder Bahnhof ein Rauchverbot ein. Wer dieses wiederholt missachtet, riskiert einen Platzverweis.
Mathias Frei
Perron 2 am Bahnhof SBB in Frauenfeld: Schon bald ist hier rauchfrei. (Bild: Donato Caspari)

Perron 2 am Bahnhof SBB in Frauenfeld: Schon bald ist hier rauchfrei. (Bild: Donato Caspari)

Der Countdown läuft. Knapp 27'000 Quadratmeter am und rund um den Frauenfelder Bahnhof sind ab Freitag rauchfrei. So die Idee der SBB. Aber keine Sorge: Die Gäste des Bahnhofbuffets dürfen sowohl auf den Aussen- als auch auf den Innensitzplätzen weiterhin ihre Zigaretten runterreissen. Denn das «Haus am Bahnhof» befindet sich im Besitz der Axa-Anlagestiftung aus Winterthur, gehört also nicht den SBB.

Vom anfänglichen Komplett-rauchfrei-Plan sind die SBB mittlerweile abgekommen. «An grossen Bahnhöfen mit langen Perrons und Fernverkehrshalten werden zwei Raucherbereiche pro Perron eingerichtet. Mittlere Bahnhöfe erhalten einen Raucherbereich je Perron», erklärt SBB-Mediensprecherin Rebecca Spring. An kleinen Bahnhöfen und Haltestellen würden die Raucherbereiche an den Zugängen, die an das Perron grenzten, installiert. Für Frauenfeld bedeutet das: Es gibt maximal zwei Raucherzonen pro Perron.

Zwischen Deppenfalle und Theaterwerkstatt Gleis 5

Wie Mediensprecherin Spring auf Anfrage erklärt, gilt die neue Raucherregelung aber nicht nur für den Perronbereich, sondern «für das gesamte SBB-Areal». Das heisst: vom Perronanfang bei der SBB-Unterführung Rheinstrasse (Deppenfalle) bis und mit dem Areal der Theaterwerkstatt Gleis5. Eingeschlossen sind die Fussgängerunterführung beim Bahnhofsgebäude und die Fussgängerunterführung am nordöstlichen Perronende bei der Velostation. Teil des SBB-Areals sind aber zwischen «Haus am Bahnhof» und Einkaufszentrum Passage auch die nordwestlichen zwei Drittel der Bahnhofplatzes mitsamt den beiden Gleisen der Frauenfeld-Wil-Bahn. Und auf Höhe Bahnhofsgebäude reicht das SBB-Areal auf dem Platz bis vor den Stadtbus-Perron. Weiter ist der kleine Parkplatz am Perron1 SBB-Areal. Wo nun nebst dem Perronbereich konkret noch Rauchverbot gilt, ist seitens SBB offenbar noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Wer auf den Stadtbus wartet, muss in Zukunft möglicherweise auf das Rauchen verzichten, wenn man vor dem Bahnhofsgebäude auf den 4er- oder 5er-Bus will. Auf dem Busperron dagegen darf man weiterhin qualmen und auf die Busse der Linien 1, 2 und 3 warten.

Wie schon erwähnt: Für das Bahnhofbuffet hat die neue Raucherregelung aufgrund der Besitzverhältnisse keine negativen Auswirkungen.

«Das ‹Bahnhofbuffet› ist nicht Mieter der SBB und verfügt auch über keine Aussensitzplätze auf dem Areal der SBB.»

Das stellt Mediensprecherin Spring fest. Betroffen ist jedoch der Railside-Imbiss im neuen Teil des Bahnhofsgebäudes. Auf den Aussensitzplätzen am Perron gilt ab Freitag Rauchverbot. Auf den Aussensitzplätze Richtung Bahnhofplatz darf weiterhin geraucht werden. Das sei mit dem Imbiss-Betreiber so vereinbart worden, heisst es seitens SBB.

Umsetzung seit Anfang Juni

Am 4. Juni haben die SBB als Erstes die vier Berner Bahnhöfe Burgdorf, Lyssach, Hindelbank und Schönbühl mit einem Rauchverbot (mit Ausnahme von Raucherzonen) belegt. Im Juni sind weitere 94 Bahnhöfe dazugekommen. Im Juli waren insgesamt weitere 235 Bahnhöfe dran, darunter auch erste Haltestellen am Untersee. Im August wird bis diesen Freitag (Rauchverbot in Frauenfeld) die Umsetzung an den nächsten 39 Bahnhöfen stattgefunden haben, unter anderem am Bodensee und im Oberthurgau. Die Thurtallinie ab Müllheim-Wigoltingen ist zeitgleich mit Frauenfeld an der Reihe. (ma)

Transportpolizei darf Platzverweise aussprechen

Zur Durchsetzung des neuen Rauchverbots sagt Mediensprecherin Rebecca Spring: «Reisende, die sich nicht an die Rauchfrei-Regelung halten, werden vom SBB-Personal höflich angesprochen und auf die signalisierten Raucherbereiche auf den Perrons und bei den Zugängen hingewiesen. Personen, die sich nicht daran halten wollen, können im Wiederholungsfall weggewiesen werden. Hier gilt jedoch der gesunde Menschenverstand des Sicherheitspersonals an den Bahnhöfen.» Nach Aussage der SBB darf die Transportpolizei auf Arealen der SBB Platzverweise erteilen.

Ein letztes Mal die Zigi ausdrücken am Bahnhof Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Ein letztes Mal die Zigi ausdrücken am Bahnhof Frauenfeld. (Bild: Donato Caspari)

Hintergrund der neuen Regelung ist ein Beschluss des Branchenverbands öffentlicher Verkehr (VöV) von Ende 2018 zur schweizweiten Einführung von rauchfreien Bahnhöfen mit Raucherbereichen auf den Perrons. Laut SBB-Mediensprecherin Rebecca Spring berücksichtige diese Lösung «die Bedürfnisse von Nichtrauchenden und Rauchenden gleichermassen und ist ein Zeichen von Respekt und Toleranz». Ein im vergangenen Jahr durchgeführter Praxistest, begleitet von repräsentativer Marktforschung, habe gezeigt, dass 75 Prozent der Befragten eine Änderung der bis anhin geltenden Regelung wünschten.

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