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Aadorfer Pfarrer ging über Fussmassage hinaus

Der ehemalige katholische Seelsorger von Aadorf bewirbt sich in Riehen bei Basel um eine Pfarrstelle. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft hat nun den 2012 erlassenen Strafbefehl veröffentlicht. Als Folge zieht sich der Kandidat zurück.
Thomas Wunderlin
Katholische Kirche von Aadorf. (Bild: Nana do Carmo)

Katholische Kirche von Aadorf. (Bild: Nana do Carmo)

Die «Basellandschaftliche Zeitung» veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom Dienstag Auszüge aus dem Strafbefehl gegen Stefan K., ehemaliger katholischer Pfarrer von Aadorf. Sie erhielt den Strafbefehl mit geschwärzten Namen auf Anfrage von der Thurgauer Staatsanwaltschaft. Auch diese Zeitung hat ihn am Dienstag auf Anfrage in anonymisierter Form erhalten. K. bewirbt sich im Basler Vorort Riehen um eine Pfarrstelle.

Die Wahlkommission hat sich für ihn entschieden. Dagegen sind jedoch Unterschriften gesammelt worden. Nun kommt es am 10. Februar zu einer Urnenabstimmung.

K. hatte 2010 seine Stelle in Aadorf verloren, nachdem eine Strafuntersuchung gegen ihn eingeleitet worden war. 2012 bestrafte ihn die Thurgauer Staatsanwaltschaft zu 80 Tagessätzen à 50 Franken bedingt wegen sexuellen Missbrauchs in einem Fall. Bisher war nur bekannt, dass K. einem 15-Jährigen die Füsse massiert hatte.

An Info-Veranstaltung wurden keine Details genannt

An einer Informationsveranstaltung am 10. Januar lehnten es K. und der Präsident der Wahlkommission ab, den Strafbefehl zu veröffentlichen. Der Präsident der Wahlkommission betonte gemäss «Basellandschaftlicher Zeitung» mehrfach: «Ein Fuss ist kein Sexualobjekt.» Gemäss Strafbefehl ging es jedoch um mehr als um die Füsse. K. setzte sich nach der Fussmassage hinter den Buben, umarmte ihn, griff ihm unters T-Shirt, streichelte seine Brustwarzen und gab ihm einen kurzen Kuss auf den Nacken.

Nach fünf bis zehn Minuten liess er wieder vom Oberkörper ab und setzte die Fussmassage fort. Gemäss Gutachten, zwei davon gab Bischof Felix Gmür in Auftrag, zeigt K. keine pädophilen Neigungen.

Am Dienstagnachmittag zog K. seine Kandidatur zurück, wie «20 Minuten» unter Berufung auf eine Mitteilung von Stefan Suter, Präsident der Riehener Pfarrwahlkommission, meldete.

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