Aadorfer ist Senioren-Schachweltmeister

Bernhard Nadler darf sich Senioren-Weltmeister nennen: An der Amateur-Senioren-Weltmeisterschaft auf Kreta errang er den Titel, der ihn mit einigem Stolz erfüllt.

Kurt Lichtensteiger
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 Senioren-Schachweltmeister mit seinem Pokal, den er an der Meisterschaft auf Kreta gewonnen hat.

Senioren-Schachweltmeister mit seinem Pokal, den er an der Meisterschaft auf Kreta gewonnen hat.

(Bild: Andrea Stalder)

Mit sichtlichem Stolz zeigt der 54-jährige Bernhard Nadler sein Ebenbild in der deutschen Schachzeitung «Rochade». Die errungene Trophäe, den entsprechenden WM-Pokal, hat er mitgebracht. Den Weltmeistertitel holte er an der Senioren Weltmeisterschaft der «Amateur Chess Organisation» (ACO) auf Kreta. Dort belegte er unter den 44 Beteiligten in der Kategorie E den ersten Platz. Für Aussenstehende ist es indessen nicht leicht, den Wert und die Bedeutung des Erfolgs zu gewichten und einzuschätzen. Doch geschmälert werden soll die Leistung dennoch nicht.

Früh gelernt

Schon in früher Kindheit hat der Aadorfer das Schachspiel gelernt. Erst im späteren Erwachsenenalter hat Nadler, dank Sepp Stadler, Mitglied des Schachclubs Aadorf und bekannt auch in Musikkreisen, den Denksport wiederentdeckt und sich dem Schachclub Wil angeschlossen. Zwei bis acht Stunden wöchentliches Training und fünf bis zehn jährlich gespielte Turniere mit rund 50 gewerteten Spielen seien dazu gekommen, sagt der verheiratete Aadorfer Immobilien-Verwalter. «Der Titel bedeutet für mich einiges, nämlich eine Befriedigung, die Bestätigung meiner Fortschritte dank gezieltem Training und die Genugtuung, auch international auf diesem Level Kategorie E mithalten zu können», sagt der Familienvater zweier Kinder.

Nachwuchs willkommen

Auch wenn Schach als «Sport» bezeichnet wird, so bleibt die Einreihung umstritten. «Denksport» kommt dem Begriff näher. Zweifellos hält sich bei sitzender Tätigkeit die Bewegung in engen Grenzen. Dafür ist die Beanspruchung des Hirns umso grösser: Konzentration, vorausschauendes, strategisches Denken, eine überdurchschnittliche Rechenleistung des Hirns, aber auch innere Ruhe und Ausgeglichenheit sind gefragt, will man es auf einen grünen Zweig bringen. Fähigkeiten, die auch in der kindlichen Entwicklungsphase bedeutungsvoll sind. Ist Schach in der Schweiz immer noch eine Randsportart, so verhält sich dies in vielen Ländern ganz anders. Weit mehr gefördert wird das Brettspiel etwa in Russland, China, Indien, den USA und in den skandinavischen Ländern, die bei den Professionals allesamt um den begehrten Titel eines Weltmeisters mitreden. Heimischer Nachwuchs ist also gefragt. Der Schachclub Aadorf freut sich deshalb über Neumitglieder. Kontaktadresse: rago41@gmail.com

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