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Aadorfer berichtet aus brennendem Amazonasgebiet: «Gegen das Feuer sind wir machtlos»

Der Aadorfer Urs Büchler lebt seit 16 Jahren in Bolivien. Er leitet dort die Auffangstation für bedrängte Wildtiere namens Amigos de la fauna silvestre (AFASI). Die derzeit wütenden Brände erlebt er hautnah mit.
Janine Bollhalder
Affen in der Auffangstation der AFASI (Amigos de la fauna silvestre) in Bolivien. (Bilder: PD)

Affen in der Auffangstation der AFASI (Amigos de la fauna silvestre) in Bolivien. (Bilder: PD)

Wie erleben Sie die Situation im Amazonas-Gebiet?

Urs Büchler: Ich bin sehr betroffen und traurig angesichts dieser Katastrophe. Die AFASI hat als erste Organisation in Bolivien eine Spendenaktion für Hilfsmaterial organisiert und freiwillige Veterinäre ins Unglücksgebiet geschickt, um den Wildtieren zu helfen.

Urs Büchler aus Aadorf rettet Wildtiere in Bolivien.

Urs Büchler aus Aadorf rettet Wildtiere in Bolivien.

Ist dies das erste Feuer, welches sie miterleben?

Nein. Ich lebe jetzt schon seit 16  Jahren in Bolivien und unsere Auffangstation ist in dieser Jahreszeit immer von Feuer bedroht. Aber auch von Feuern, welche Nachbarn zwecks Brandrodung gelegt haben. Inzwischen haben wir aber gelernt, die Situation in den Griff zu bekommen.

Welche Tiere sind besonders gefährdet?

Wildtiere fliehen instinktiv vor dem Feuer. Eine Flucht gelingt Tieren wie etwa Raubkatzen, wenn sie nicht vom Feuer eingeschlossen werden. Wenn die Sumpfgebiete ausgebrannt werden, sind Reptilien gefährdet. Kletternde Tiere wie Affen retten sich auf Bäume, allerdings kann dies zur tödlichen Falle werden, wenn die Flammen die Baumwipfel erreichen. Vögel überleben meist. Tragisch steht es um die Insekten, die das Feuer nicht überleben, aber wichtig in der Nahrungskette sind.

Schockierte Helfer

Seit dem 10. August lodern im Amazons-Gebiet Feuer. Es seien die schlimmsten Brände seit Jahren, berichtet der «Weltspiegel». Der Grund für die Brände ist unklar, vermutet wird aber Brandrodung. Es soll einen Tag des Feuer gegeben haben, an welchem die Brände gelegt wurden. Diverse Quellen bestätigen diese Vermutung, auch wenn das von anderen Seiten abgestritten wird.

Der Präsident Boliviens, Evo Morales, hat noch im Juli die Brandrodung erlaubt. Diese sind nun aber ausser Kontrolle geraten. Und die Trockenheit sorgt zusätzlich dafür, dass die Brände sich ausbreiten. Dennoch habe der Präsident erst nach drei Wochen und öffentlicher Kritik Streitkräfte mit Löschflugzeugen ins Krisengebiet geschickt. Inzwischen haben Freiwillige die Löscharbeiten in die Hand genommen. Viele davon sind schockiert – auch angesichts der vielen toten Tiere. Auch Brasilien hat bekannterweise mit den Waldbränden zu kämpfen. Es war das Wahlversprechen von Präsident Jair Bolsonaro, das Amazonsgebiet auszubeuten. Er hat vor kurzem auch die Strafen für Umweltkriminalität reduziert.

Was machen Sie mit verletzten Tieren?

Verletzte Tiere suchen ein sicheres Versteck, daher ist es fast unmöglich, sie zu finden. Wenn wir verletzte Tiere finden, kommen sie in ein provisorisch eingerichtetes Auffanglager und werden medizinisch versorgt. Viele sind leider in einem so schlechten Zustand, dann können wir ihnen nicht mehr helfen.

Eine Wildschweinmutter mit ihrem Frischling im Auffanglager.

Eine Wildschweinmutter mit ihrem Frischling im Auffanglager.

Wie ist die derzeitige Lage?

Die Brandherde haben sich dank professioneller Helfer nun verringert und ich schätze, dass die Tragödie in wenigen Tagen ein Ende haben wird. Wie kann man helfen? Man kann die Projekte von AFASI durch einen finanziellen Beitrag unterstützen.

Weitere Informationen siehe www.fundacionafasibolivia.org

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